Sonntag, 21. April 2019

Frohe Ostern!

Afrikaans: Geseënde Paasfees
Albanisch: Gëzuar Pashkët
Arabisch: feseh Magied
Armenian: Kuhreestos harryav ee merrelotz
Baskisch: Ondo izan Bazko garaian
Bikol: Maogmang Pagkabuhay na Liwat ni Kristo
Bretonisch: Pask Seder
Bulgarisch: Христос воскресе! Chamorro: Felis Pasgua
Chinesisch: Fuhuo Jie Kuai Le
Dänisch: Glaedelig Påske!
Deutsch: Frohe Ostern!
Englisch: Happy Easter!
Finnisch: Hauskaa Pääsiäistä!
Französisch: Joyeuses Pâques!
Griechisch: καλó πασχα, Χριστος ανεστη
 Hebräisch: Pesach Sameach
Italienisch: Buona Pasqua!
Kroatisch: Sretan Uskrs!
Madagassisch: Tratry ny Paska!
Niederländisch: Vrolijke Pasen!
Norwegisch: God Påske!
Polnisch: Wesol`ych S`wia`t !
Rumaenisch: Paşte fericit!
Russisch: Christos woskrese!
Portugiesisch: Feliz Páscoa!
Russisch: Posdrovlaju s Paschoy!
Schwedisch: Glad Påsk!
Serbisch: Srećan Uskrs!
Slowenisch: za veliko noc vse najboljse
Spanisch: Feliz Pascua!
Tschechisch: veselé velikonoce
Ungarisch: Kellemes Húsvétot
Chinese (Mandarin): fùhuójié kuàilè
Chinesisch (Cantonese): fuhkwuhtjit faailohk
Dänisch: God påske
Englisch: Happy Easter
Esperanto: Feliĉan pask(fest)on
Estonisch: Häid lihavõttepühi
Faroese: Gleðilig páskir
Finnisch: Hyvää Pääsiäistä / Iloista pääsiäistä
Französisch: Joyeuses Pâques
Friaulisch: Buine Pasche
Galizien: Boas Pascuas
Georgisch: giloc avt a?dgomas- frm
Griechisch: Kaló Páskha
Hawaiian: E ôlelo mâlie
Hebräisch: chag pascha same’ach
Holländisch: Vrolijk Pasen, Zalige paasdagen, Zalig Pasen
Indonesisch: Selamat Paskah
Irisch: Cáisc Shona Dhuit/Dhaoibh, Beannachtaí na Cásca
Isländisch: Gleðilega páska
Italienisch : Buona Pasqua
Japanisch : 嬉しいイースター
Katalanisch: Bona Pasqua
Korean: haengpoghan puhwarcheori toesikir
Kroatisch: Sretan Uskrs
Lateinisch: Prospera Pascha sit
Lettisch: Prieci’gus Ziemsve’tkus
Litauisch: Linksmu velyku.
Luxemburgisch: Schéin Ouschteren
Mazedonisch: Sreken Veligden
Norwegisch: God påske
Polnisch: wesołych świąt!
Portuguiesisch: Boa Páscoa, Páscoa Feliz, Feliz Páscoa
Rumänisch: Paste Fericit
Russisch: Xristos voskrese
Schottisch: A’ Chàisg sona
Schwedisch: Glad Påsk
Serbisch: Hristos vaskrse
Slowakisch: Veselú Veľkú noc!
Spanisch: ¡Felices Pascuas!
Swahili: Heri kwa sikukuu ya Pasaka
Tscheschisch: Veselé Velikonoce
Türkisch: hayirli paskalya
Ukrainisch: Z Velykodnimy sviatamy
Ungarisch: Kellemes Húsvéti Ünnepeket
Urdu: eid mubarak
Walisisch: Pasg Hapus
Yoruba: Eku odun ajinde
Zulu: IPhasika elijabulayo/IPhasika elithokozayo

Dienstag, 16. April 2019

Notre Dame brennt,

aber das Kreuz steht.

Au cœur des décombres et des gravats, la croix est toujours là. Intacte. Douloureuse et lumineuse.

Im Herzen der Trümmer und des Schuttes, ist das Kreuz immer da. Intakt. Schmerzhaft und leuchtend. 

Sonntag, 14. April 2019

Und wieder Vertretung -

- die Heilige Messe im Krankenhaus hält ein Pensionär aus der Kreisstadt.
Beim Brechen des Brotes erklärt er, dass der Leib des Herrn ebenfalls gebrochen und misshandelt wurde.
Er hält Fürbitte für die verfolgten Christen.
Im Hochgebet betet er "für viele", nicht "für alle".
In der Werktagsmesse gibt es zwar keine Predigt, dafür aber ein paar Gedanken vorweg, zum Evangelium.Es hilft, das macht er gut. Deo gratias.
Und weil wir in der Krankenhauskapelle die Heilige Messe feiern, geht er noch auf die Kranken ein, wünscht ihnen gute Genesung - und verweist auf den Rosenkranz. In jedem Ave Maria beteten wir "bitte für uns Sünder, jetzt, und in der Stunde unseres Todes." für einen gnädigen Tod, für eine gute Todesstunde. Danke für solche Gedanken

Montag, 8. April 2019

Organspende

Nachdem in der gestrigen Sonntagsmesse für Transplantationsmediziner und Organspender "gefürbittet" wurde, habe ich mich heute unter die letzteren eingereiht. Drei Dörfer weiter war Blutspende. Mit meiner Blutgruppe (Null negativ) bin ich der "ideale Spender". Ich sehe es als meine Pflicht an, als Mensch und als Christ, entsprechend meinem Wahlspruch "adsum ut serviam".

Es tut nicht weh, und drei Menschen kann mit einer Blutspende geholfen werden. Für eine Stammzell- oder Knochenmarkspende bin ich mittlerweile zu alt - ich müsste unter 55 sein. Alles andere würde ich nicht spenden; abgesehen vielleicht von einer Niere (Lebendspende) an einen nahen Verwandten.

Bischof Clemens braucht Unterstützung

Bitte um eine Spende KLICK
Und hier kann man seine Spende überweisen: LINK

Sonntag, 7. April 2019

Was Jesus nicht sagte


Joh 8, 1-11
Jesus aber ging nach dem Ölberg. Frühmorgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber bringen eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellen sie in die Mitte und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber dies hörten, gingen sie, einer nach dem anderen, hinaus, angefangen von den Älteren; und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!

Predigt

Heute hatten wir als "Vikarsvertreter" einen Ordensmann. Ich bin sehr froh darüber, dass unser Pfarrer es schafft, für (fast) jede Heilige Messe in unserer Pfarreiengemeinschaft einen Priester zu finden. Pensionäre aus der Umgebung, aus dem benachbarten Bundesland (! - da ist Diaspora - !) und manchmal auch Ordenspriester.

Manche predigen wunderbar - andere nicht so. Das heutige Evangelium: Die (verhinderte) Steinigung der Ehebrecherin; Joh 8, 1-11.

Erstes Thema: Mobbing. Auch heute noch werden Ehebrecherinnen gemobbt, Ehebrecher nicht so. Sorry, aber diese Auffassung ist weltfremd. Und wenn die Ehebrecherin "in flagranti" ertappt wurde, dann müsste auch ein Mann dabei gewesen sein - nach den Gesetzen des Mose müsste auch der gesteinigt werden. Diskriminierung - huh - böse, böse. Ich bezweifle heftig, dass das die Botschaft des Evangelisten sein sollte.

Dann kam das Thema auf den reichen Nachbarn, dem man das dicke Auto,  das große Haus und die Frau neidet - nur, dass in der Sparkassenwerbung, die hier angeblich zitiert wurde, ganz bestimmt keine Frau vorkam. Nun ja, und weil der Nachbar "reich" ist, ist er automatisch kriminell, ein Steuerhinterzieher und Betrüger - zwingende Logik. Und wenn dann die Steuerfahndung kommt, freut man sich, weil er seine gerechte Strafe bekommt, nicht wahr? Oder ist es nicht doch Schadenfreude? So wie bei der zu steinigenden Ehebrecherin? Ja, genau, Schadenfreude, das war hier die "logische" Verbindung zum Evangelium. Geht's noch?


Dann die Steiniger: Bitte möglichst spitze Steine, das fördert die Sensationsgier. Äh - nein. Für Schmerzen oder die tödliche Folge ist es völlig egal, ob die Steine spitz oder rund sind, entscheidend ist, wie schwer und wie schnell, das weiß ich als Physiker. Und das eigentlich perfide bei der Steinigung ist: Hinterher ist's keiner gewesen. Der Henker, der in früheren Jahrhunderten das Richtschwert schwang, war ein ehrloser Mann. Dem Steiniger aber kann keienr nachweisen, dass es nun ausgerechnet sein Wurf war, der das Leben beendete. Sie alle waschen ihre Hände in Unschuld und haben dem Recht Genüge getan.

Und dann habe ich bei der Predigt nicht mehr zugehört.

Die Fürbitten orientierten sich an der aktuellen Politik: Fürbitten für Organspender und Transplantationsmediziner; für das Brexit-geplagte Vereinigte uneinige Königreich; für Politiker, die den Überblick verloren haben ... . In dieser Reihe fehlten nur noch die Prediger, die frei von Sinn und Logik herumschwadronieren. Kyrie eleison.

 Übermorgen werd' ich dann diesen meinen öffentlichen Zornesausbruch in die Beichte tragen. Christe eleison.

Samstag, 6. April 2019

getragen

Ja, getragen fühle ich mich.Ich habe es gewagt. Ich habe JA gesagt und mien Leben in die Hände Jesu gegeben. Und er trägt mich. Ich hoffe es hält. Es hält an. Mir fehlen die Worte.

Zitat

"Pflicht und freier Wille müssen sich nicht widersprechen. Im Gegenteil: Wer sich in Freiheit verpflichtet, gibt seinen Willen nicht auf, sondern macht von der menschlichen Fähigkeit Gebrauch, eine Entscheidung zu leben."

Danke dafür, Bischof Clemens

Es gelingt

ja, bisher habe ich es durchgehalten - und es sind nur noch zwei Wochen bis Ostern. Kein Sudoku mehr, keine online-facebook-Spiele. Stattdessen die Stundenbuch-App auf dem Mobiltelefon. Komplet vor dem Schlafengehen, morgens, auf der Bettkante, sozusagen vor dem Aufstehen, Invitatorium und Laudes.

Die Sprache der Psalmen ist mir oft fremd; es sind nicht viele Schriftstellen, die ich kenne, in der täglichen Lesung. Intellektuell überfordert es mich manchmal, weil ich die Gebete nicht einordnen kann, denn im Alten Testament bin ich nicht sonderlich belesen. Aber die Botschaft in den Psalmen: Gott rettet mich, mein Leben ist in Gottes Hand; der Herr schützt mich vor meinen Feinden, die trägt.


Und wenn dann noch so wunderbare Artikel dazu kommen, wie der auf dem Blog maryofmagdala meiner "Blogschwester", dann hilft mir das sehr.

Das Gebet hinterlässt mich in einem tiefen Frieden - etwas, das mir die Zockerei nie gegeben hat. Das gelöste Sudoku, die gelöste Aufgabe im Rollenspiel hinerlässt zwar ein schnelles Gefühl des Erfolges, aber die Wirkung ist doch kein innerer Friede, sondern Unzufriedenheit. Dagegen hinterlässt das Gebet eine innere Lebendigkeit und schenkt mir auch Zeit, Zeit die ich bisher sinn- und nutzlos vertan und getötet habe. deo gratias!

Mittwoch, 20. März 2019

Gedanken zur Fastenzeit

»Buße heißt, den Stundenplan genau zu erfüllen, den du dir vorgenommen hast, auch wenn das dem Leib widerstrebt oder wenn deine Gedanken in utopische Träume flüchten möchten. Buße heißt, zur festgesetzten Zeit aufzustehen. Buße heißt auch, eine schwierige, mühevolle Arbeit nicht ohne Grund auf später zu verschieben.
Zur Buße gehört, daß du deine Pflichten gegen Gott, gegen deine Mitmenschen und gegen dich selbst miteinander zu vereinbaren verstehst, indem du dich so forderst, daß du die nötige Zeit für die jeweilige Aufgabe findest. Du bist ein Büßer, wenn du dich der für das Gebet eingeplanten Zeit in Liebe unterwirfst, magst du dich auch erschöpft, lustlos oder innerlich kalt fühlen.
Buße heißt, ein Höchstmaß an Nächstenliebe im Umgang mit deinen Mitmenschen zu zeigen, ganz besonders denen gegenüber, die dir nahestehen. Buße heißt, zartfühlend zu sein mit den Trauernden, den Kranken, den Leidgeprüften und geduldig mit Menschen, die dir lästig fallen oder ungelegen kommen. Buße heißt, daß wir unsere Planungen umwerfen oder verschieben, wenn die Umstände es erfordern, und vor allem, wenn dies den guten, vernünftigen Anliegen unserer Mitmenschen zugute kommt.
Zur Buße gehört, daß wir mit guter Laune den tausend kleinen Widerwärtigkeiten des Alltags begegnen; daß wir unsere Beschäftigung nicht aufgeben, auch wenn der freudige Schwung des Anfangs sich nicht mehr einstellen will; daß wir dankbar essen, was auf den Tisch kommt, und uns diesbezüglich Extravaganzen versagen.
Für die Eltern und überhaupt für alle, die eine leitende oder erzieherische Aufgabe haben, bedeutet Buße, daß sie zurechtweisen, wenn es nötig ist, nachdem sie die Art des Fehlers und die persönlichen Voraussetzungen dessen, dem sie helfen wollen, berücksichtigt haben, ohne sich von albernen und sentimentalen subjektiven Erwägungen beirren zu lassen.
Der Geist der Buße führt dazu, daß wir uns nicht von Kolossalgemälden zukünftiger Pläne fesseln lassen, an denen wir innerlich mit genialem Pinsel arbeiten möchten. Wie freut sich Gott, wenn wir es fertigbringen, auf das Gekritzel und Gestrichel eines kleinen Gernegroß zu verzichten und ihm Pinselführung und Farbtöne zu überlassen.«

J. Escriva

Mittwoch, 13. März 2019

Berufungsgeschichte

"Kinderlandverschickung" ins besetzte Polen, kurz vor Kriegsende. Raus aus dem brennenden, zerstörten Berlin. Entsetzen darüber, wie die Polen von den Deutschen, seinen eigenen Landsleuten, ausgebeutet und erniedrigt werden. Er ist clever, er sagt nichts dazu. Es hätte ja von den falschen Ohren gehört werden können.

Nach Kriegsende kommt er wieder zurück zu seiner Familie. Der Vater ist in Kriegsgefangenschaft, die Mutter versucht, das Lebensnotwendige für die fünf Kinder zu beschaffen. Hunger, Elend, Zerstörung. Nie wieder Krieg - am Frieden mit aufbauen, das will er. Ob die Kirche eine Option ist? Er ist zwar katholisch, aber nicht so richtig "dabei".

Karwoche - Osterzeit. Er wendet sich an einen Priester, ob er ein Buch habe, das den Glauben der Kirche beschreibt. Antwort: Er könne doch auch seine Fragen stellen. Nein, der Junge will ein Buch. "Bis Pfingsten sage ich dir, ob ich drin bin in dem Verein, oder draußen." sagt er zu seiner Mutter. Und tatsächlich, an Pfingsten ist die Entscheidung gefallen: Er ist "drin".

Die Familie ist inzwischen in die Kölner Gegend umgezogen - nur weg aus der russisch besetzten "Ostzone". Dort, im rheinland, leben zwei Onkel des Jungen, die ihn und seine Familie während der Zeit zum Abitur unterstützen; beide sind Priester. Inzwisdchen ist ihm klar: Er wird auch Priester werden. Aufgrund seiner schulischen Leistungen erhält er die Möglichkeit, in Rom zu studieren, am Kollegium Germanicum. Und der erste Kommilitone, den er dort trifft, ist ein ehemaliger "Feind", ein Kriegsgegner, ein Schotte.

1955 wurde er zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er in der Krypta des Petersdoms, mit Blick auf das Petrusgrab.

In seinem Einsatz für die katholische Kirche weltweit ist er seinem Vorsatz treu geblieben, an der Verständigung der Völker untereinander zu arbeiten.

Spielereien

Was mach' ich, wenn ich beim Arzt im Wartezimmer sitze? Früher habe ich gelesen, entweder eine der herumliegenden Zeitungen ein anderes Mal was selbst mitgebrachtes (nicht unbedingt besser). Dann hatte ich mein eigenes "Wisch und weg" Smartphone. Sudoku, 2048 u.s.w.. Die weite Welt der Apps! Zocken, so intensiv, dass ich nicht mal merke, dass die Sprechstundenhilfe mich aufruft.

Jezt ist Fastenzeit, die Spiele-Apps habe ich gelöscht und dafür etwas anderes ausprobiert:
Und dann kam noch etwas anderes hinzu:
Die youcat-App.

Ich bin zwar nicht die Alters-Zielgruppe für den youcat, aber gleich beim ersten Öffnen fand ich auf eine Frage, die sich mir in letzter Zeit gestellt hatte, eine Antwort; ein Zitat von Franz von Sales.
Sinngemäß: Verlässt du das Gebet und widmest dich einem anderen Menschen, dann ist das eine andere Form des Gebetes. Erkenne Christus in ihm.

Samstag, 9. März 2019

Andere Länder, andere Sitten

Nun, ein "anderes Land" ist es eigentlich nicht gewesen - nur ein anderes Bundesland, wo wir zur Feier eines 90sten Geburtstags eingeladen waren. Gestern zunächst ein Treffen mit der Großfamilie und heute morgen dann eine Heilige Messe zu ehren des Jubilars. Die schwäbische Klangfarbe der Gemeindeantworten weckten in mir Erinnerungen an die Kindheit, wenn die Oma uns Kinder mit in die Messe oder Andacht nahm. Freude, aber auch leise Wehmut. Die Predigt war "ordentlich", wie der Jubilar später feststellte - dem kann ich nur zustimmen.

Speziell wurde es dann bei den Fürbitten: Die wurden von einem mintgrünen Smartphone abgelesen, was vor dem fastenzeitlichen Violett des Priestergewandes schon ziemlich merkwürdig aussah. Aber auch die waren "ordentlich". Nur die letzte Fürbitte war für das Geburtstagskind; die anderne nahmen die aktuellen Probleme in der Kirche auf: Sowohl Christenverfolgung als auch andere Probleme in der Weltkirche und nicht zuletzt der Kindesmissbrauch und seine Vertuschung waren Thema. Letzteres habe ich in den hiesigen Messen bisher nichtgehört. Die Zeitungen und das Internet sind voll davon - und in den Gottesdiensten hier gibt es kein fürbittendes Gebet für die Opfer oder für die Umkehr der Täter; das ist arg. Schon in den einleitenden Worten hatte der Priester auf das Evangelium des Tages (Lk 5, 27-32) verwiesen:

31Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
32Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.

Und in der Fürbitte wurde das wieder aufgegriffen. Fand ich gut.

Im Hochgebet läuteten die Messdiener dann drei Mal - nicht, wie hier im Ort, nur bei der Wandlung  von Brot und Wein, sondern auch davor, wenn der Priester das Kreuzzeichen über den Gaben zeichnet und spricht "Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus". also dann, wenn quasi die komplette Dreifaltigkeit präsent ist. In den Gemeinden meiner Kindheit und Jugend war das überall so üblich. Hier nicht. Ich finde das schade.

Freitag, 8. März 2019

Was Jesus nicht dachte ...


Evangelium
Mt 9, 14-15
Wenn ihnen der Bräutigam genommen sein wird, dann werden sie fasten
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

Donnerstag, 7. März 2019

Schweigen

ja, schweigen muss ich. Gestern, am Aschermittwoch hätte ich eigentlich Lektorendienst gehabt. Aber meine Stimme ist im Eimer - es kam nur ein schwaches Krächzen. Zum Glück habe ich jemanden gefunden, der mich vertreten konnte.

Besonders Leid hat es mir dann in der Messe getan: Ich konnte nicht mitsingen. Und das bei der wunderschönen Liedauswahl! Das Schweigen und nicht-mitsingen-Können, ich nehme es als unfreiwilliges Fastenopfer. Zu unserer Chorprobe werde ich aber trotzdem gehen, denn die Stücke, die wir in den Kar- und Ostertagen singen, will ich mir schließlich auch einprägen.

Es ist eine seltsame Erfahrung, mit Zettelblock und Stift durch die Gegend zu laufen, wenn ich kommunizieren will. Lustig, aber liebenswert finde ich es, wenn mein Gegenüber dann ebenfalls ins Schweigen verfällt und die schriftliche Kommunikaton auf meinem Zettel forstetzt.  Das Schweigen macht mich friedlicher. Ich kann meinem Gesprächspartner nicht mehr einfach ins Wort fallen, die ganze Rechthaberei fällt aus. Das Herumgezicke auch. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche. Und die ganzen kleinen Nickeligkeiten fallen flach, es lohnt nicht, sie aufzuschreiben.

Ich nehme es als eine Herausforderung an, für die Fastenzeit. weniger Geschwätz, mehr Zuhören, Konzentration auf das Wesentliche. Mir fällt da eine Liedzeile vom unvergessenen Peter Janssens ein:
"ich will gegen das Geläut der Leute
mein Geschweige stimmen"

Und mein Gegner sind nicht "Leute", sondern ich. Meine Geschwätzigkeit, meine Unduldsamkeit, meine Rechthaberei. Herr im Himmel, hilf!


Mittwoch, 6. März 2019

Fastenzeit

Alles meinem Gott zu Ehren
in der Arbeit in der Ruh
Gottes Lob und Ehr zu mehren
ich verlang und alles tu
Meinem Gott allein will ich geben
Leib und Seel, mein ganzes Leben
Gib, o Jesu, Gnad dazu
gib, o Jesu, Gnad dazu


Irgendwann in den letzten Wochen haben wir das in der Messe gesungen. Und es hat mich verfolgt. Meinem Gott allein will ich geben  Leib und Seel, mein ganzes Leben.

Echt jetzt? Wirklich? Eigentlich nicht. Warum eigentlich nicht? "Denken Sie mal drüber nach" hat mein Beichtvater gesagt. Ja, das werde ich. Die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit, denn ich werde mehr Zeit haben. Ich will Internet-fasten. Keine Chats, keine stundenlangen facebook-Sitzungen. Nur noch ab und an einen Blogartikel und das, was beruflich so sein muss. Ob ich das durchhalte?

Samstag, 2. März 2019

Beschenkt

ja, sehr beschenkt fühle ich mich. Nachdem mein letzter Beichtvater, ein Ordenspriester, von seinen Oberen 150 km weit weg versetzt wurde, war ich bei verschiedenen Priestern zum Beichten. Ich will mich nicht beschweren, aber irgendwie war es nicht das, was ich mir unter einer guten Beichte vorstelle.

Und nun habe ich einen neuen Beichtvater gefunden. Er hört zu. Fragt nach, versteht, was ich sagen möchte - und hat Antworten auf meine Fragen.

Danke. Einfach nur Danke.

So viel zu beten ...

... bitte, bete mit:
  • für zwei Babys, das eine in der 25., das andere in der 31. Schwangerschaftswoche, bei denen ihre Mama gesundheitliche Probleme hat, so dass eine Früh- oder Fehlgeburt droht
  • für eine Familie, bei der beim Vater ein bösartiger Krebs, der bereits Metastasen gebildet hat, diagnostiziert wurde; die Kinder sind noch im Schulalter
  • für vier junge Menschen, die ihren Glauben verloren haben
  • für eine Freundin, die an der Pflege ihrer dementen Eltern zu zerbrechen droht


Samstag, 23. Februar 2019

Das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt ...

BVerfG, 28.05.1993 - 2 BvF 2/90

Amtlicher Leitsatz:

1. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet.
2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein.
3. Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner Mutter. Ein solcher Schutz ist nur möglich, wenn der Gesetzgeber ihr einen Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbietet und ihr damit die grundsätzliche Rechtspflicht auferlegt, das Kind auszutragen. Das grundsätzliche Verbot des Schwangerschaftsabbruchs und die grundsätzliche Pflicht zum Austragen des Kindes sind zwei untrennbar verbundene Elemente des verfassungsrechtlich gebotenen Schutzes.
4. Der Schwangerschaftsabbruch muß für die ganze Dauer der Schwangerschaft grundsätzlich als Unrecht angesehen und demgemäß rechtlich verboten sein. Das Lebensrecht des Ungeborenen darf nicht, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit, der freien, rechtlich nicht gebundenen Entscheidung eines Dritten, und sei es selbst der Mutter, überantwortet werden.
5. Die Reichweite der Schutzpflicht für das ungeborene menschliche Leben ist im Blick auf die Bedeutung und Schutzbedürftigkeit des zu schützenden Rechtsguts einerseits und damit kollidierender Rechtsgüter andererseits zu bestimmen. Als vom Lebensrecht des Ungeborenen berührte Rechtsgüter kommen dabei - ausgehend vom Anspruch der schwangeren Frau auf Schutz und Achtung ihrer Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) vor allem ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) sowie ihr Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG) in Betracht. - Dagegen kann die Frau für die mit dem Schwangerschaftsabbruch einhergehende Tötung des Ungeborenen nicht eine grundrechtlich in Art. 4 Abs. 1 GG geschützte Rechtsposition in Anspruch nehmen.
6. Der Staat muß zur Erfüllung seiner Schutzpflicht ausreichende Maßnahmen normativer und tatsächlicher Art ergreifen, die dazu führen, daß ein - unter Berücksichtigung entgegenstehender Rechtsgüter - angemessener und als solcher wirksamer Schutz erreicht wird (Untermaßverbot). Dazu bedarf es eines Schutzkonzepts, das Elemente des präventiven wie des repressiven Schutzes miteinander verbindet.
7. Grundrechte der Frau tragen nicht so weit, daß die Rechtspflicht zum Austragen des Kindes - auch nur für eine bestimmte Zeit - generell aufgehoben wäre. Die Grundrechtspositionen der Frau führen allerdings dazu, daß es in Ausnahmelagen zulässig, in manchen dieser Fälle womöglich geboten ist, eine solche Rechtspflicht nicht aufzuerlegen. Es ist Sache des Gesetzgebers, solche Ausnahmetatbestände im einzelnen nach dem Kriterium der Unzumutbarkeit zu bestimmen. Dafür müssen Belastungen gegeben sein, die ein solches Maß an Aufopferung eigener Lebenswerte verlangen, daß dies von der Frau nicht erwartet werden kann.
8. Das Untermaßverbot läßt es nicht zu, auf den Einsatz auch des Strafrechts und die davon ausgehende Schutzwirkung für das menschliche Leben frei zu verzichten.
9. Die staatliche Schutzpflicht umfaßt auch den Schutz vor Gefahren, die für das ungeborene menschliche Leben von Einflüssen aus dem familiären oder weiteren sozialen Umfeld der Schwangeren oder von gegenwärtigen und absehbaren realen Lebensverhältnissen der Frau und der Familie ausgehen und der Bereitschaft zum Austragen des Kindes entgegenwirken.
10. Der Schutzauftrag verpflichtet den Staat ferner, den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewußtsein zu erhalten und zu beleben.

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS