Samstag, 15. Juni 2019

Pellegrinaggio

Kreuz an der Via Francigena - alle Wege führen nach Rom.

Donnerstag, 13. Juni 2019

San Antonio

Lucca:
Eine schöne Predigt zum heiligen Antonius - es gab nicht das Evangelum vom Tage, sondern das, wo Jesus seine Jünger immer zu zweit aussendet. Jesus sagt ihnen nicht, was sie sagen sollen, sondern wie sie sich verhalten sollen. Das wahre Christ-Sein und die echte Christus-Nachfolge erschöpft sich nicht in Worten, sondern ist an den Taten zu erkennen. Auch die sieben Gaben des Heiligen Geistes beziehen sich auf das Verhalten - nicht auf Worte.

Und am Ende gab es "pane beneficato di San Antonio" - gesegnetes Brot. eine Sitte, die in Italien wohl recht verbreitet ist.

Montag, 10. Juni 2019

Pfingsten in Italien

Messe in S. Teresa - "Santa Teresina", wie die Einheimischen sagen.
Eine tolle Akustik, ein sehr engagierter Chor. Und eine Predigt, von der ich leider nicht allzuviel verstanden habe:

Jesus sendet denAposteln den Heiligen Geist, die sich versammelt haben. 50 Tage nach Ostern werden in Israel die 10 Gebote gefeiert, die das Volk auf steinernen Tafeln erhalten hat. Für die an Pfingsten neu entstehende Kirche werden diese 10 Gebote ersetzt - durch den παράκλητος - den Beistand, den Jesus versprochen hat.

Und dieser ist die Liebe zwischen Vater und Sohn.

Sonntag, 2. Juni 2019

Missionsland Deutschland?

Unser Ort besteht aus mehreren Dörfern, die sich in zwei Pfarreiengemeinschaften aufteilen, aber mit einem gemeinsamen Pastoralteam. Das bedeutet: Reihum in den verschiedenen Dörfern ist jeweils eine Abendmesse; immer um die gleiche Uhrzeit; auch am Sonntag. Und die Seelsorger schaffen es tatsächlich, dass (fast) kein Tag ohne Messe bleibt; wofür ich sehr dankbar bin.

Dies hat dann allerdings auch zur Folge, dass hier vertretungsweise die unterschiedlichsten Priester zelebrieren; Pensionäre aus der Kreisstadt; Professoren der Hochschule St. Georgen in Frankfurt oder Priester aus anderen Pfarreiengemeinschaften. Und so kam es, dass im Laufe einer Woche gleich zwei Zelebranten mit afrikanischen Wurzeln die Messe gelesen haben. Beide in ausgezeichnetem Deutsch, mit kaum erkennbarem Akzent; der eine kam aus einem der Commonwealth-Staaten, der andere aus einem ehemals französischen Land.

Einerseits finde ich es beeindruckend, Weltkirche so nah zu erleben - unser Pater im Seniorenheim hat asiatische Wurzeln - andererseits macht es mir auch Sorgen: Werden diese Priester nicht in ihren Heimatländern gebraucht, wo die Anzal der Katholiken pro Priester viel größer ist als hier? Ich kenne die einzelnen Biographien nicht: Es kann natürlich sei, dass diese Priester zur Ausbildung von ihren Bischöfen nach Deutschland geschickt wurden und früher oder später wieder in ihre Heimatländer zurückkehren.

Wichtig finde ich auch, dass diese Priester aus anderen Kontinenten uns ganz andere Perspektiven nahebringen: Die Probleme in der Weltkirche sind nicht die Probleme, die man hier in Deutschland für wichtig hält. Beispielsweise stellt "renovabis" Bildung in den Fokus der Pfingstaktion: Das Leitwort  lautet "Lernen ist Leben - Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!".

Da sehe ich hier, im Westen Europas, ebenfalls einen großen Bedarf. Das Glaubenswissen ist weitgehend verdunstet. Traurig. Vieles, was meinen Großeltern (geboren 1888, 1904 und 1906) und meinem Vater (Jahrgang 1933) völlig selbstverständlich und gelebte Glaubenspraxis war (z. B. Psalmen oder das Angelus-Gebet), eigne ich mir jetzt erst nach und nach an - zu einem Zeitpunkt, wo meine Kinder bereits erwachsen sind. Nochmal: Traurig.

Samstag, 1. Juni 2019

Statistiken

Eben habe ich bei "destatis" vorbeigeschaut. Die Abtreibungszahlen für das erste Quartal 2019 sind noch nicht veröffentlicht, wohl aber die Gesamtzahl für 2018: Es waren 100.986; wobei die Statistik nie alle Fälle erfasst, die Zahl also immer zu niedrig angegeben wird.

100.986, das sind rund 2,3 % mehr als 2016, wo die Zahl der Abtreibungen mit 98.721 angegeben wird. Warum 2016 als Vergleich? Für 2016 sind die "normalen" Sterbestatistiken - also die der geborenen Menschen - bereits veröffentlicht; es gab 910.902 Sterbefälle.

Geboren: 10-fache Lebenswahrscheinlichkeit!

Bei insgesamt rund einer Million Tode (geborene und ungeborene Menschen) wird also jeder zehnte Tod (genauer gerechnet: 9,78 %) durch eine Abtreibung verursacht. Durch "Transportmittelunfälle" starben 3.547 Personen, durch Gift 947 Personen und durch "tätlichen Angriff" nur 372 Personen. Der Tod durch Abtreibung ist also rund 28 Mal häufiger als ein Tod durch Verkehrsunfall; mehr als 100 Mal häufiger als eine Vergiftung und mehr als 265 mal häufiger als Mord und Totschlag.
(Bildquelle)

Der Mai ist vorbei

und die letzten Schnittlauchblüten sind auch schon ziemlich "hinüber".

Freitag, 31. Mai 2019

Christi Himmelfahrt

Gleich zwei wunderbare Predigten - die von unserem Pfarrer und diese hier:

LINK 

Die Predigt ist französisch - aber es gibt die Möglichkeit, (französiche) Untertitel einzublenden, eben erst entdeckt. Das war wie ein Pfingstwunder für mich: Plötzlich verstehe ich es, obwohl mein Französisch (nur 3 Jahre in der Schule) seit mehr als 30 Jahren eingerostet ist.

Unser Pfarrer fing bei "Spuren" an: Ein Kuppelbau auf dem Ölberg, einst Kapelle, jetzt Moschee, enthält einen Stein, in dessen Oberfläche man die Fußspuren Jesu von de Auferstehung erahnen kann. Davon ausgehend entwickelte er die Gedanken, dass Jesus in unserem Leben Spuren hinterlassen soll und andererseits wir seiner Spur folgen sollen. Es hat mich sehr angesprochen, wie er diesen Bgriff aus immer neuen Perspektiven beleuchtet hat.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Licht und Schatten

Es ist völlig verrückt - ich begreife es nicht. Aber es ist so. 
Alles meinem Gott zu Ehren,
in der Arbeit in der Ruh!
Gottes Lob und Ehr zu mehren,
ich verlang und alles tu.
Meinem Gott nur will ich geben
Leib und Seel, mein ganzes Leben.
Gib, o Jesu, Gnad dazu;
gib, o Jesu, Gnad dazu.
Das wurde in der Sonntagsmesse gesungen. Natürlich habe ich mitgesungen, denn ich kenne das Lied, mag die Melodie. Doch dann kam mir das große ABER: Das stimmt ja gar nicht, das ist nicht wahr. Unwahrheit, ja Lügen während der Heiligen Messe? Oh je.

Zwei Dinge meinte mein Beichtvater dann dazu: "Schön, dass Sie auch über Inhalte nachdenken." und "Wenn es nicht stimmt, dann sorgen Sie doch dafür, dass es stimmt." Zwei Nächte hab' ich drüber geschlafen, einen Tag drüber nachgedacht. Und dann war mir eigentlich sehr klar, dass völliger Wirrsinn ist, einerseits an Gott zu glauben, ihm andererseits mein Leben nicht in die Hand zu geben. Dann habe ich es getan.

Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, versuche Jesus nachzufolgen - wie meine Namenspatronin Maria (Magdalena) IHM zu dienen. Diese Entscheidung hat mich von viel Ballast befreit und einen inneren Frieden geschenkt.

Der (möglichst tägliche) Besuch der Heiligen Messe ist mir seitdem ein Bedürfnis und eine Quelle großer Freude und Kraft. Es war zunächst einfach nur als "Versuch" für die Fastenzeit geplant, aber ich habe es beibehalten. Gioia di dio! Manchmal gibt es Gründe, dass ich die Heilige Messe nicht besuchen kann, dann finde ich meist noch einen Tabernakel zum Beten - das nächstgelegene Krankenhaus ist rund um die Uhr geöffnet und hat eine kleine Kapelle.

Jezt allerdings habe ich einige Tage "eucharistischer Dürre" hinter mir. Eine zweitägige Dienstreise, und am Zielort keine Heilige Messe, auch nicht in der näheren Umgebung. Eine Maiandacht konnte ich allerdings besuchen, zu meiner großen Freude mit eucharistischem Segen am Schluss. Dafür gab es dann keine Vorabendmesse zu Christi Himmelfahrt - warum auch immer. Zu allem Überfluss hatte ich dann noch am Hochfest Christi Himmelfahrt "Dienstbereitschaft", so dass auch hier kein Messbesuch möglich war. Es war nicht viel los, und es gab auch keinen Notfall - Gott sei Dank. Und die Einsatzleitung hatte ein Einsehen: Im Laufe des Nachmittages endete die Dienstbereitschaft, so dass ich am Abend die Heilige Messe besuchen konnte. Noch einmal: Gott sei Dank.

Montag, 27. Mai 2019

St. Bruno - Bistumsheiliger

Dom Würzburg
Die Abendmesse im Nachbarort war mit einer kleinen Prozession zu einer Kapelle verbunden - dort war ich nie zuvor. Eine hübsche kleine Kapelle. Der Zelebrant ging auf den Heiligen Bruno ein, einen unserer Bistumsheiligen. Auch von ihm hatte ich noch nichts gehört - er ist der Erbauer unseres Würzburger Domes. Und von dem kenne ich auch nur die Fassade mit den beiden Türmen (Bildquelle), die ist nämlich auf dem Sterbebildchen meines (von mir sehr geschätzten) früheren Chefs vorne drauf. Nachdem er unsere Firma verlassen hatte, war er einige Zeit als ehrenamtlicher Führer im Dom tätig. Irgendwie habe ich es nie geschafft, in der Zeit nach Würzburg zu kommen, und danach auch nicht.

Es ist eine Schande - weder kenne ich die Kapellen, Kirchlein und Bildstöcke in der unmittelbaren Umgebung, noch unseren Dom. Dabei gehören wir seit 1993 zum Bistum Würzburg, seit über 25 Jahren. Den Dom zu Fulda habe ich immerhin drei Mal besucht, wobei wir nur knapp zwei Jahre diesem Bistum angehört haben. Immerhin - allerdings war Bischof Johannes Dyba damals auch eine zeitlang mein Arbeitgeber.

Aachener Dom "Auferstehung"
Meinen "Heimatdom" in Aachen kenne ich dagegen recht gut und mag ihn sehr. Es ist halt auch ein großer Unterschied, ob man quasi im selben Dekanat wohnt und im Dom zahlreiche Gottesdienste (auch Schulgottesdienste) mitfeiern kann oder ob die Bischofsstadt über eine Autostunde entfernt ist. 1986, während der Heiligtumsfahrt und des Katholikentages hatten wir unsere standesamtliche Trauung - im Standesamt, aber mit Blick auf den Dom und Posaunenchor vom Festgottesdienst auf dem Katschhof.
Dr. Klaus Hemmerle, Bischof zu Aachen
Den Aachener Dom besuche ich nach Möglichkeit jedes Mal, wenn ich wieder zurück komme, und auch die Gräber meiner Bischöfe. Man erreicht sie, wenn man durch die "Sieben-Schmerzen-Kapelle" hindurch geht, unter der "Auferstehung" hindurch. Weihbischof Josef Buchkremer, der mich gefirmt hat und Bischof Klaus Hemmerle, der mir damals (was ich nicht wußte - entgegen dem damals geltenden Kirchenrecht) erlaubt hat, Messdiener zu werden. Sehr wahrtscheinlich bin ich nächstes Jahr (2020) wieder dort - und hoffentlich auch 2021 zur Heiligtumsfahrt, die allerdings voraussichtlich nicht mit unserem 35. Hochzeitstag zusammenfällt.

Allerdings sollte ich - bevor ich wieder nach Aachen fahre - auch endlich einmal unseren Würzburger Dom besuchen. Das nehm' ich mir fest vor.


Sonntag, 26. Mai 2019

Orte des Gebets

Beten - kann man eigentlich überall. Gern: auf den Knien, vor dem Tabernakel mit dem Allerheiligsten
 oder in der Heiligen Messe, wo Gottes Gegenwart spürbar wird, beispielsweise draußen (das Bild ist schon etwas älter - dieses Jahr war Weiß die liturgische Farbe):
Dankbar bin ich für eine liebe Freundin, die sich regelmäßig mit mir zu dieser Messe auf dem Hügel verabredet.

Ein weiterer Ort zum Beten ist für mich auf dem Waldfriedhof
oder im Garten, wenn es zum Angelus läutet.

Freitag, 24. Mai 2019

Vermeidbare Tragödien

Aachen, 1968. Viel Zeit habe ich auf dem großen Spielplatz Ecke Brabantstraße - Luisenstraße verbracht. Es gab da einen Rollschuhplatz mit einem Geländer drumherum, auf dem ich oft gesessen habe. Man konnte von dort aus in einen benachbarten Hof schauen. Dort war - ebenfalls ein Spielplatz. Von unserem "erlaubten", öffentlichen, durch einen hohen Zaun mit scharfkantigen Spitzen am oberen Ende getrennt, vielleicht auch mit Stacheldraht, so genau weiß ich das nicht mehr. Hinüberklettern war jedenfalls strengstens verboten.

Dieser andere Spielplatz war nicht für uns, Der war für "die Bekloppten" und für die "Krüppel" - so die Sprechweise auf dem "erlaubten" Spielplatz. von der Straße aus führte ein Torweg dorthin; ein schmales Blechschild zeigte ein Mädchen mit einem Faltenrock; im Rücken die große Hand eines Erwachsenen. "Lebenshilfe" stand darunter. Eine eigenartige Faszination ging für mich von diesem verbotenen Spielplatz und seinen Kindern aus.

Einmal saß ich wieder auf dem Geländer und war damit beschäftigt, hinüber zu schauen und einen Kranz aus lauter Gänseblümchen zu flechten, da sprach mich ein Mädchen an. Eine von den "Bekloppten" - heute würde man wohl sagen, ein Kind mit Down-Syndrom; damals hieß das noch "mongoloid". Sie wollte auch ein paar Blumen - hinter dem Zaun war die Wiese gemäht, da wuchsen keine. Sie bekam welche. Gänseblümchen, Klee, Löwenzahn .... Das war der Anfang. Sie hieß Luise.

Im Laufe der Zeit lernte ich mehr Kinder von der "anderen Seite" kennen. Andi, eigentlich Andreas, hatte keine richtigen Arme, die Hände fingen fast direkt an der Schulter an. Trotzdem konnte er eine Schleife binden oder Blumen flechten - mit den Füßen. Und er konnte erzählen. Von Blumen, Ameisen und Schmetterlingen, Märchen, Geschichten, ausgedachte oder nacherzählte. Jeden Tag mit schönem Wetter saß ich nun unter dem Gebüsch am Zaun und wir redeten. Mittags wartete Andi, bis ich aus der Schule kam. Er ging nicht in die Schule. Bei schlechtem Wetter durften Andi und die anderen nicht raus. Ich schon - das war egal, ich war ja ein Schlüsselkind und niemand achtete tagsüber darauf, ob ich nachmittags nun drinnen oder draußen war.

Nach einer längeren Regenphase war dann der "andere" Spielplatz wieder bevölkert - aber Andi war nicht da. Luise erzählte mir, er sei im Krankenhaus. Einige Tage später berichtete sie, Andi sei jetzt im Himmel. Immer noch habe ich Luises Worte im Kopf: "Hör auf flennen. Geh du auch Himmel." Kurze Zeit danach sind wir umgezogen, in einen anderen Stadtteil, weit weg von dem Spielplatz.

Andi war ein "Contergan-Kind". Die Fehlbildung seiner Arme wurde durch "Contergan", ein Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid verursacht, das seine Mutter während der Schwangerschaft eingenommen hatte. Heute kennt man die schädigende Wirkung - und dennoch werden immer wieder "Contergan-Kinder" geboren. Denn der Wirkstoff wird z. B. als Lepra-Medikament in Südamerika eingesetzt.

Da die Rate der Analphabeten dort  in manchen Bevölkerungsschichten hoch ist, missverstehen viele Frauen das Etikett mit einer durchgestrichenen schwangeren Frau auf der Verpackung als Antibabypille oder "Pille danach". Dadurch gibt es immer wieder in Südamerika schwer fehlgebildeter Kinder - auch heute noch; wenn die Medikamente unkontrolliert weitergegeben werden, wie ich von einer Pharmazie-Studentin erfahren habe.

Was tun? Bei Misereor oder Adveniat gibt es beispielsweise Projekte, die sich Bildung und Alphabetisierung in Südamerika zum Ziel gesetzt haben.


Mittwoch, 22. Mai 2019

Heilige der Unmöglichkeit

Auf die Tagesheilige verwies unser Pater am Ende der Heiligen Messe:
Wenn uns etwas unmöglich erscheint, sollen wir die Heilige Rita um ihre Fürsprache bitten. Ein weiterer Heiliger, auf dessen Fürsprache Unmögliches Wirklichkeit werde, sei der Apostel Judas Thaddäus, der in der syrischen Kirche heute im Heiligenkalender steht.

Der Weinstock und die Reben

Gestern ist meine Freundin operiert worden - in die Messe nehme ich sie mit, in meinen Gedanken. Es ist Mittwoch; im Seniorenheim hält wieder der Pater die Messe; ich bin ja so dankbar, dass es ihn gibt.

Zunächst fasst er das Evangelium zusammen - Gott Vater ist der Winzer, Jesus der Weinstock und wir die Reben. Jesus verlässt uns nie, so wie der Weinstock seine Reben nicht hergibt, aber wenn die "Rebe" Mensch sich vom "Weinstock" Jesus abwendet, dann muss sie verdorren, wird rausgeschmissen und verbrannt. Jesus verlässt uns nicht - aber wir können ihn nicht sehen, darum können wir Seine Gegenwart nur glauben - und wenn wir glauben, bleiben wir in ihm und er in uns. Damit die Verbindung zu Jesus nicht abbricht, empfiehlt der Pater eine tägliche Bibel-Lektüre, und seien es nur einige wenige Minuten. Abschließend fasst er das Gesagte noch einmal zusammen - solange wir mit Jesus in Verbindung bleiben im Glauben und im Gebet, sind wir fast schon im Paradies.

Ich hoffe nur, dieser kleine, alte Pater hat es noch nicht so eilig mit dem Paradies ...


Montag, 20. Mai 2019

Christus in die Mitte

Im Bistum Aachen gibt es eine neue Initaitive: Christus in die Mitte.

So ewas sollte es in allen Bistümern geben!

Sonntag, 19. Mai 2019

Auf dem Schreibtisch

Buße 3.0: Mein Beichtvater hatte mir aufgetragen, im Marienmonat Mai der Muttergottes einen Blumenstrauß aus dem Garten hinzustellen. Das ist jetzt der dritte - Akelei (blau), Waldmeister (weiß) und Rosmarin (hinten, blauviolett). Dieses Eckchen im Arbeitszimmer macht mir so viel Freude! Von alleine wäre ich nie darauf gekommen, Maria einen Blumenstrauß hinzustellen.

Eigentlich hatte ich auch gedacht, dass Buße so etwas wie eine Strafe ist - ähnlich, wie Peter Düren in einem Interview sagt: "Bei der Beichte kann der Priester einen Menschen von der Schuld freisprechen. Trotzdem erhält dieser eine Strafe. Das ist vergleichbar mit dem Strafrecht: Wenn ein Bankräuber eine Bank ausraubt, kann er sich entschuldigen und das Geld zurückgeben. Seine Haftstrafe muss er trotzdem absitzen. Der Ablass ist also nicht Vergebung der Sünde, sondern ein Nachlass der ausstehenden Strafe für Sünden." Aber eine Strafe, die Spaß macht? die Freude bereitet? Das passt irgendwie gar nicht zusammen.

Rat? Schlag' nach bei kathpedia:
Buße bedeutet, die Abkehr von der Sünde und die Zuwendung zu Gott. [...]
  • Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist μετάνοια metanoia, von νοεῖν noein, „denken“ und μετά meta, „um“ oder „nach“, wörtlich also etwa: „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“.
  • Der hebräische Begriff שוב schub, der in der Septuaginta mit metanoia übersetzt wird, umfasst eine Umkehr zu Gott nicht nur im Denken, sondern in der ganzen Existenz, was die Veränderung des Verhaltens, vor allem aber auch Gehorsam gegenüber Gott, neues Vertrauen zu ihm ebenso einschließt wie die Abkehr von allen bösen und widergöttlichen menschlichen Neigungen und Schwächen.
Ich schließe daraus:Die Freude ist kein Systemfehler, sondern intendiert: Eine Folge der "Umkehr zu Gott" - "gioia di dio".

Donnerstag, 16. Mai 2019

Tagesheiliger Pumuckl

Irgendjemand hat mal behauptet, dass "Pumuckl" sich von Nepomuk herzleitet, genauer, vom Heiligen Johannes aus dem Ort Pomuk (Tschechien), der heute Nepomuk heißt.

Der Legende nach wurde der Heilige von einer Brücke in die Moldau gestürzt, weil er das Beichtgeheimnis nicht brechen wollte. Eine Kurzfassung der Geschichte und der Legende gibt es hier: LINK.

Angeblich wurde Johannes Nepomuks Leichnam im Fluss gefunden, weil Licht von ihm ausging. Jedes Jahr lädt daher die Ackermann-Gemeinde Würzburg zusammen mit den verschiedensten Mitveranstaltern zur traditionellen St.-Johannes-Nepomuk-Feier in die Neumünsterkirche ein.



Die Nepomuk-Feier beinhaltet einen Festgottesdienst, eine Lichterprozession zu der Heiligenfigur auf der Alten Mainbrücke und ein Lichterschwimmen auf dem Main. Das Lichterschwimmen geht auf einen alten Brauch zurück: Die Lichter sollen an die Überlieferung erinnern, die berichtet, blinkende Lichter auf den Wellen hätten jene Stelle in der Moldau angezeigt, an der Johannes Nepomuk ertränkt im Wasser lag. Die Lichter werden von der Fischerzunft Würzburg im Fluss ausgesetzt und von der Wasserwacht Würzburg wieder eingesammelt  (Quelle).

Und in unserer Nachbargemeinde gibt es auch eine Johannes-Nepomuk-Statue am Seitenaltar:
Wenn ich die Zeit finde (und die Kamera dabei habe) gibt's demnächst vielleicht ein besseres Bild.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Auferstehung heute ...

kehrt euch von der Sünde ab, durch die Auferstehung Christi sind wir erlöst - und wir haben Anteil an seiner Auferstehung, wenn wir nicht sündigen.

Das ist die kurze Zusammenfassung einer längeren Predigt, die der Pater im Seniorenheim gehalten hat. Ich bete, dass uns dieser (über 90-jährige) Priester noch lange erhalten bleibt. Er tritt einfach an den Ambo und fängt an zu sprechen - ohne Konzept. Seine Predigten sind tiefgehend, trotz einfacher Sprache. Man muss ihm einfach zuhören. Seine Predigt ist eher ein Gespräch mit Gott, mit Christus, getragen von einem tiefen Glauben und einer großen Liebe zum Herrn. Gleichzeitig nimmer er seine Gemeinde mit - zu Christus. Eine Messe mit diesem Pater heißt für mich: Heiligkeit erfahren.

Sonntag, 12. Mai 2019

Der gute Hirte

Drei Mal dasselbe Thema - und drei Mal eine völlig andere Perspektive.

1. Jesus Christus ist: die Türe zu den Schafen und: ER ist der gute Hirte. Er kümmert sich um seine Schafe, auch und insbesondere um das verlorene, sie sind seine Herde, sie kennen ihn und kennen seine Stimme. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.

Eine wunderbare Katechese, die ganze Heilige Schrift im Blick und aus einem tiefen Glauben heraus: unser Papa emeritus Benedikt XVI.

2. Zitat: "Life means fighting" - Leben heißt: Kämpfen. Um aus dem Überlebenskampf herauszukommen, müssen wir versuchen, gute Hirten zu werden, wir müssen es in die Hand nehmen, dem Beispiel Jesu zu folgen. Wir sollen die guten Hirten sein. Wenige Minuten später folgt das Agnus dei: Lamm Gottes, das du hinwegnimmst ...

Verkehrte Welt - ich fasse es nicht. In der Predigt gab es viele gute Gedanken, sein Leben zu gestalten, selbst ist der Christ. Allerdings hat mich dieser Kontrast zum gestrigen papa-Benedetto-Hörbuch - lass dich von Jesus, dem guten Hirten leiten - so aus der Spur geworfen, dass ich viel zu wenige davon wirklich auf- und annehmen konnte.

Auch dies ein älterer Priester, wie er sagt, seit kurzem pensioniert, so dass er die Freiheit hat, hier oder dort bei den Heiligen Messen auszuhelfen.

3. Am "Gute-Hirten-Sonntag" beten wir um Priesterberufungen. Priester wachsen nicht auf Bäumen, sie fallen auch nicht vom Himmel. Damit (junge) Menschen ihre Berufung spüren können, braucht es ein Umfeld, eine Familie, die ihnen das Glaubenswissen vermittelt, die ihren Glauben lebt, die betet. Eindrücklich schildert dieser Priester seinen eigene Berufung, seinen Weg. Er hat den Auftrag Jesu angenommen, Hirte zu sein. Es ist ihm klar, dass die Herde, die er führen soll, nicht die eigene ist, sondern die des Herrn. Eine Aufgabe, die eigentlich gar nicht zu bewältigen ist - es sei denn, mit der Unterstützung durch den Herrn und unser Gebet.

Eine bewegende, ergreifende Predigt. Der Blick auf den guten Hirten ist ein völlig anderer, aus einer ganz anderen Richtung als bei Benedikt XVI., aber fühlt sich für mich genauso "richtig" an. Dieser Mensch ist noch keine fünf Jahre Priester, ein spätberufener, der für Christus und seine Kirche brennt. Und er hat's nicht leicht mit der Herde; das sind keine braven Lämmlein, sondern bockig oder Zicken und eigensinnig sowieso.

Ziemlich am Anfang dieser Predigt kam allerdings die Anekdote von der Frau, die über zu wenige Priester klagt, aber auf die Frage nach den eigenen Kindern antwortet, dass diese doch "ebbes gscheits" hätten werden sollen. Ja, meine Kinder haben alle "etwas Vernünftiges" gelernt oder sind noch dabei. Allerdings hätte ich sie auch nicht daran gehindert, der "heiligen Unvernunft" einer Berufung zu folgen. Nur hat sich diese Frage nicht gestellt, meine Kinder sind kirchenfern oder haben ihren Glauben verloren. Und das schmerzt und tut weh.

Ich hab's dannmir in den Rosenkranz genommen - erst der "lichtreiche" für Priester und Berufungen, dann der "schmerzhafte" für Mission, verfolgte Kirche und Bekehrung.

Sonntagsgedanken

Der heutige "Muttertag" spielte in den Gottesdiensten keine Rolle - nur die Ortsmitte ist für einen Pflanzenmarkt gesperrt. Ich schätze diese Sonntags-Verkaufsveranstaltungen nicht und meide sie nach Möglichkeit. Auch beim hiesigen Landwirt, der seinen Hofverkauf in der Erntezeit an den Sonntagen öffnen darf, wird man mich nicht an den Sonntagen sehen. Den Spargel für den Ostersonntag hatte ich schon am Karsamstag geholt, ohne dass die Qualität gelitten hätte. Ich möchte nicht dazu beitragen, dass andere den Sonntag durch Arbeit "entweihen". Der Sonntag soll dem Herrn gehören - wenn möglich.

Etwas anderes ist es in Berufen, die lebensnotwendig sind - Ärzte, Pflegepersonal oder Feuerwehr. Den Notdienst Kanalreinigung habe ich auch schon an Weihnachten gerufen, als die Kanalisation verstopft war und das Abwasser aus Küche, Badewanne und Toilette das ganze Untergeschoss mehrere Zentimeter hoch geflutet hatte. Ich war froh und dankbar, dass da jemand auch am Feiertag arbeitet und uns aus dieser Notlage befreit.

Als Student habe ich im Krankenhaus gejobbt - bevorzugt an den Wochenenden. Zum Einen, weil ich da keine Vorlesungen hatte, zum anderen aber auch, damit das "reguläre" Pflegepersonal entlastet wird. Wenn ich meinen Dienst am Mitmenschen als Gebet auffasse, mit der "richtigen" Einstellung herangehe, kann ich die Arbeit auch in besonderer Weise als Gottesdienst verstehen.

Was Du dem geringsten Deiner Brüder tust, das hast du mir getan (Mt. 25, 40).

Und das gilt auch und ganz besonders für unsere Priester, die gerade an den Wochenden / Sonntagen nicht nur eine Heilige Messe feiern. Ihnen gilt meine große Dankbarkeit.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Mittwoch im Krankenhaus

war - wie jeden Mittwoch - die Abendmesse. Nachdem die gestrige (Apg7, 51 – 8, 1a und auch die heutige ( Apg 8, 1b-8) Lesung das Martyrium des Hl. Stefan beschreiben, ging es in den einführenden Gedanken zur Messe auch um Christenverfolgung.

Sehr schön fand ich, dass in den Fürbitten auch für die Verfolger und ihre Bekehrung gebetet wurde.

Zur "Woche für das Leben" sind einige wertvolle Gedanken auf Ciceros (Peter Winnemöllers) Blog "katholon" nachzulesen.

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS