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Sonntag, 6. September 2020

Mund oder Hand?

 Mal wieder facebook. Die "harmlose" Frage (ausgebesserte Rechtschreibung): 

"Mal zu einer Diskussion: Mundkommunion oder Handkommunion ? Ich persönlich bin für Mundkommunion "

führte zu mehr als einhundert Beiträgen. Zunächst mal: Das ist nichts, was durch Mehrheitsbeschluss entschieden werden kann. Hier geht‘s nicht drum, ob Schröder oder Merkel, sondern um Christus, unseren Erlöser, der sich mir, ausgerechnet mir, selber schenkt. Das muss ich also SELBER  mit meinem HERRN ausmachen, ob ich dieses Geschenk annehmen kann. Das wird nicht mehrheitlich entschieden, und eine Minderheit muss hier auch keinen „Mehrheitsbeschluss“ hinnehmen.

Dann kamen zwei (rhetorische?) Fragen in der Diskussion auf:

1. Frage: "... ist es wichtiger, Jesus zu empfangen oder die Art, wie man Ihn empfängt?"
2. Frage: "Darf man Jesus zurückweisen, weil Er auf die Hand gelegt wird und man selbst lieber die Zunge hätte?"

Beiden Fragen vermischen zweierlei: das „ob“ und das „wie“. In der aktuellen Situation (Corona, bischöfliches Dekret) ist die Entscheidung nicht "auf die Zunge oder auf die Hand", sondern "empfange ich den HERRN oder empfange ich ihn nicht?" Damit hat sich die zweite Fragestellung schon mehr oder weniger von selbst erledigt, denn das „wie“ hat bereits der Bischof entschieden: Zunge ist nicht, fertig (status quo im Bistum Würzburg). Da der Priester dem Bischof seinen Gehorsam versprochen hat, sollte man ihn gerade als gläubiger Katholik nicht zu etwas anderem drängen. Schließlich wird von ihm ja auch erwartet, dass er die Heilige Messe „rite et recte“ zelebriert und nicht die liturgische Wildsau gibt.

Im Internet kursiert (schonviel länger als Corona) so ein Bild mit einem Hippie-Struppi:

Frei übersetzt: Handkommunion gehört sich nicht. Damit macht man aber eine Frage von derartiger Tragweite - wie begegne ich dem HERRN - zu einer Frage des Benehmens, also simpler Konvention. Das sollte aber kein entscheidendes Kriterium sein. Für mich war die Entscheidung für die Mundkommunion zum einen aus Ehrfurcht vor dem HERRN, zum anderen auch aus einem Gefühl kindlicher Demut heraus - mein Schöpfer will zu mir!

Die Frage „Mundkommunion ja oder nein“ zu Corona-Zeiten lässt    je nach Kontext auch eine gewisse Hybris, ein Pharisäertum vermuten "schaut her, wie fromm ich bin, ich möchte Mundkommunion!" - vor allem dann, wenn es auch noch mit einem gewissen missionarischen bzw. fast schon diktatorischen Impetus vorgetragen wird. Denn das „wie“ ist ja bereits entschieden, die Frage kann jetzt nur noch das „ob“ sein.

Wenn meine Freundin mit einem liebevoll dekorierten Weihnachtspäckchen vorbei käme, wenn ich gerade bis zu den Ellenbogen im Schlamm stecke und die Hände voller Unkraut habe, dann fasse ich das Päckchen erstmal nicht an, sondern wasche mir die Dreckspfoten, bevor ich alles ruiniere. „Wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht.“  heißt es. Wenn also erst einmal ein seelischer Hausputz, eine Beichte geboten ist, dann sollte ich besser nicht kommunizieren.

Es gibt also auch gute Gründe, den HERRN gar nicht zu empfangen:
a) ich müsste erst mal beichten
b) ich bin nicht nüchtern
c) Zöliakie (weswegen Schwiegermama nur alle 14 Tage kommunizieren konnte, da gab es eine Werktagsmesse, wo ihr die Kelchkommunion gereicht wurde)
d) der Kommunionhelfer/Diakon/Zelebrant nimmt die Abdeckung vom Hostienkelch, sobald er aus dem Tabernakel kommt oder auf dem Altar steht. Ich bin Risikogruppe und weiß, dass es sowas wie Tröpfcheninfektion gibt.

Klarer Fall:Hybris oder Bockig-sein „ich will aber“ (was ein wenig in der obigen Fragestellung anklingt), ist sicher kein belastbarer Grund. Anders sieht es wohl bei den Besuchern der Messe im tridentinischen Ritus aus, die keine Handkommunion vorsieht. Diese Menschen bleibt nur die Möglichkeit der geistigen Kommunion oder „Augenkommunion“, wie wir es früher genannt haben.
Und da stellt sich mir dann wirklich die Frage: Ist es denn wirklich eine Zurückweisung des HERRN, wenn man ihn nur geistigerweise empfangen darf? Für mich persönlich stellt sich diese Frage nicht, ich habe noch nie an einer tridentinischen Messe teilgenommen. Allerdings würde ich diese Fragestellung nicht unter Hybris oder bockig-Sein einordnen. Dies Form der heiligen Messe ist ja definitiv erlaubt - und dazu gehört auch der Kommunionempfang - normalerweise.

Meine persönliche Entscheidung ist gefallen. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob es die richtige ist, denn von beiden Seiten gibt es viel zu viele schlechte Argumente. facebook halt 🥺.



Mittwoch, 18. März 2020

Heilige Messen in Corona-Zeiten

Domradio: LINK
Duomo di Udine: LINK
Messe am Sonntag um 10:00 Uhr aus meinem Bistum (Würzburg) auf youtube: LINK
Internetseite des Vatikan mit Lifestream  (deutsch): LINK
Liefestream Direktlink (italienisch): LINK

EWTN: LINK
Und noch eine Liste:  LINK
Hinweise zur Tridentinischen Messe: LINK
(ergänzt am 28.03.) 

Sonntag, 19. Mai 2019

Auf dem Schreibtisch

Buße 3.0: Mein Beichtvater hatte mir aufgetragen, im Marienmonat Mai der Muttergottes einen Blumenstrauß aus dem Garten hinzustellen. Das ist jetzt der dritte - Akelei (blau), Waldmeister (weiß) und Rosmarin (hinten, blauviolett). Dieses Eckchen im Arbeitszimmer macht mir so viel Freude! Von alleine wäre ich nie darauf gekommen, Maria einen Blumenstrauß hinzustellen.

Eigentlich hatte ich auch gedacht, dass Buße so etwas wie eine Strafe ist - ähnlich, wie Peter Düren in einem Interview sagt: "Bei der Beichte kann der Priester einen Menschen von der Schuld freisprechen. Trotzdem erhält dieser eine Strafe. Das ist vergleichbar mit dem Strafrecht: Wenn ein Bankräuber eine Bank ausraubt, kann er sich entschuldigen und das Geld zurückgeben. Seine Haftstrafe muss er trotzdem absitzen. Der Ablass ist also nicht Vergebung der Sünde, sondern ein Nachlass der ausstehenden Strafe für Sünden." Aber eine Strafe, die Spaß macht? die Freude bereitet? Das passt irgendwie gar nicht zusammen.

Rat? Schlag' nach bei kathpedia:
Buße bedeutet, die Abkehr von der Sünde und die Zuwendung zu Gott. [...]
  • Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist μετάνοια metanoia, von νοεῖν noein, „denken“ und μετά meta, „um“ oder „nach“, wörtlich also etwa: „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“.
  • Der hebräische Begriff שוב schub, der in der Septuaginta mit metanoia übersetzt wird, umfasst eine Umkehr zu Gott nicht nur im Denken, sondern in der ganzen Existenz, was die Veränderung des Verhaltens, vor allem aber auch Gehorsam gegenüber Gott, neues Vertrauen zu ihm ebenso einschließt wie die Abkehr von allen bösen und widergöttlichen menschlichen Neigungen und Schwächen.
Ich schließe daraus:Die Freude ist kein Systemfehler, sondern intendiert: Eine Folge der "Umkehr zu Gott" - "gioia di dio".

Mittwoch, 1. Mai 2019

Die Diskussion um den Zölibat ...

tobt grad' mal wieder auf facebook. Hieraus:

Und: Es gibt sie, die Wahlfreiheit. Meine Cousine hat lange Jahre am Frankfurter Flughafen beim Bodenpersonal gearbeitet, als "Rotkäppchen". Sie musste also bei der Arbeit eine ziemlich merkwürdig aussehende rote Kappe tragen. Wenn sie das nicht gewollt hätte, hätte sie die Wahl gehabt, bei einem anderen Luftfahrtunternehmen zu arbeiten. Beim kirchlichen Bodenpersonal ist es genauso: Wem der Zölibat nicht passt, kann bei einem anderen "Himmelfahrtsunternehmen" 😉 anheuern, sei es orthodox, koptisch, oder evangelisch ...

Sonntag, 28. April 2019

abundantia ...

Eine Vielfalt an möglichen Predigten für den Weißen Sonntag: 2 Lesungen, Evangelium,  Sonntag der Barmherzigkeit, Gedenktag der Hl. Gianna Beretta Molla und anderer Heiliger: Da kommt man auf fünf oder mehr mögliche Themen und der Prediger hat die Qual der Wahl.

Bei uns im Dorf war keine Erstkommunion, wegen Vorabendmesse, aber im Nachbarort. Vielleicht gerade deswegen ging es in einem Schwerpunkt der Predigt um die Eucharistie.

Was bedeutet es, wenn man die Kommunion empfängt? Es ist ein Bekenntnis zu Christi Tod und Auferstehung, zu Gottes Gegenwart im Sakrament, ein "Ja" zur Kirche und zum Papst, ein "Ja" zu allem, was wir im Credo bekennen. Und ein Zeichen von Gottes großer Barmherzigkeit.

Die Predigt ging noch weiter, mit vielen wunderbaren Gedanken und Denkanstößen ... aber nicht hier.

Deo gratias. Danke für solche Priester, die so predigen können und die Eucharistie würdig und mit Hingabe feiern.

Samstag, 2. März 2019

Beschenkt

ja, sehr beschenkt fühle ich mich. Nachdem mein letzter Beichtvater, ein Ordenspriester, von seinen Oberen 150 km weit weg versetzt wurde, war ich bei verschiedenen Priestern zum Beichten. Ich will mich nicht beschweren, aber irgendwie war es nicht das, was ich mir unter einer guten Beichte vorstelle.

Und nun habe ich einen neuen Beichtvater gefunden. Er hört zu. Fragt nach, versteht, was ich sagen möchte - und hat Antworten auf meine Fragen.

Danke. Einfach nur Danke.

Freitag, 12. Februar 2010

Zur Erstkommunion ...

Es soll ein Buchgeschenk sein. Ein Buch über den Glauben, "kindgerecht", die "Zielperson" ist ca. 8 Jahre alt. Das, was mir als erstes einfiel, waren die Bücher, die ich selber bekommen habe: "So reich ist unser Glaube" von Alexander Ziegert oder "Die Messiastrompete". Die gibt's aber nur noch gebraucht. Was gibt es aktuell, das man mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann?

Montag, 30. November 2009

Advent - Fastenzeit



Elsa fragt, wie wir denn die Adventszeit begehen. Nachdem bei mir (mal wieder) einen Infekt im Verdauungstrakt eingefangen habe, werde ich mich wohl (mal wieder) komplett zuckerfrei ernähren müssen - keine Süssigkeiten, kein Obst, und - was mir am schwersten fällt - keine Haselnussmarmelade.


Ansonsten hab' ich mir vorgenommen, etwas weniger Zeit ins Internet zu investieren und dafür mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen und meinen beruflichen Pflichten noch sorgfältiger nachzukommen (nur für den Fall, dass mein Chef hier mitliest ;) ).

Außerdem plane ich, mich intensiver mit meinem "Fernkurs Theologie" zu befassen. 15 Monate können verflixt schnell vorbei sein. Und ich möchte die Prüfung unbedingt ablegen (und bestehen - egal wie). Das würde mir ganz neue Möglichkeiten eröffnen ... Macht Euch bitte darauf gefasst, dass ich zu dem einen oder anderen Thema durchaus die eine oder andere dumme Frage habe! Den Fernkurs werd' ich also in nächster Zeit hier öfters mal thematisieren (schon klar, das ist nur ein Vorwand, doch wieder bei den Blogs und Foren abzuhägen - pfui!).

Und wenn ich es dann noch schaffe, dienstags die Morgenandacht und freitags die Rorate-Messe mitzunehmen - dann wäre ich geradezu phänomenal gut. Aber wie sagte meine niederrheinische Großmutter immer? "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert!" Die Zielvorstellung sollte wahrhaftig eine andere sein. Aber jetzt geht's erst mal ins Bett. Denn gleich am ersten Arbeitstag im Advent unausgeschlafen zu erscheinen, wäre nicht gerade der beste Start, zumal mein Beichtvater mir dringend geraten hat ... nein, das behalte ich dann doch für mich. Aber Beichten liegt echt mal wieder an. Terminkalender: Vorweihnachtliches Großreinemachen ... da gehört Beichte einfach mit dazu.

Gute Nacht!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Sehr informativ

fand ich einen Kommentar von Monika, den sie auf "exsultet" hinterlassen hat:

Die heutige Form der Handkommunion kann und darf nicht als Wiedereinführung angesehen werden. Das ist so nicht richtig.

Wiedereinführungen in der Kirche sind kein Zeichen der Erneuerung und passieren eher selten bis nie. Es geht nach vorne und nicht nach hinten. Die Kirche will sich vervollkommnen.

Die Handkommunion wurde nicht vom Konzil gewollt und die Mundkommunion wurde nie offiziell abgeschafft. Sie ist de facto auch heute noch die einzige ordentliche Form in der Hl. Messe des a.o. Ritus und in der Hl. Messe des o. Ritus.

Die Form der Handkommunion bei den Urchristen (worauf viele gutmeinende Menschen verweisen) war eine ganz andere, als die heutige Form. Die Hostie wurde den Gläubigen zwar auf die Hand gegeben, aber sie haben diese nicht mit den Fingern ergriffen, sondern mit der Zunge von der Hand aufgenommen. Die Mundkommunion entwickelte sich schließlich aus dieser Form heraus, weil man sie für andächtiger und würdiger hielt und weil letztendlich alle Reformen der Kirche nur zur größeren Ehre des Herrn dienen und nicht zur Vereinfachung. Fakt ist, dass die Hostie auch damals schon auf der Zunge landete, und nicht primär IN der Hand. Da wurde sie nur drauf gelegt. Eine Verbesserung dieser Form kann also nur die Mundkommunion und nicht die heutige Handkommunion sein.

Frauen mussten damals sogar ein Tuch (ein Corporale) auf die Hand legen, um darauf den Herrn Platz zu geben.

Das kann man im Büchlein “Es ist der Herr” von Weihbischof Schneider nachlesen. Das ist kein Tradi-Quatsch oder eine Schmähung der Leute, die die Handkommunion empfangen. Es geht nicht um die Leute, die die Handkommunion empfangen, es geht um den Herrn und wie man ihn empfangen sollte.

Wir Katholiken feiern im Heiligen Messopfer nicht das Abendmahl 1:1 nach, sondern das am Abendmahl vorweggenommene Kreuzesopfer unseres Herrn auf Golgatha. Wir befinden uns während der Wandlung in der Heiligen Messe also nicht im Abendmahl-Saal, sondern auf Golgotha. Das ist ein sehr großer Unterschied und deswegen kann man die Handkommunion nicht unter dem Aspekt sehen: n e h m e t und esset alle davon.

Die heutige Form der Handkommunion trägt calvinistische Züge, da sie auch höchstwahrscheinlich durch Calvin inspiriert wurde.

In ihrem eigenen Blog bingt sie dasselbe Thema noch etwas ausführlicher. Aber dies hier gefällt mir besser.

Eine Sache habe ich allerdings noch nicht verstanden - vielleicht erklärt's mir jemand? Mehrfach war bei der Diskussion die Rede von einer Patene - wie hält man die als Kommunionspender? In der einen Hand den Kelch, in der anderen die Patene und mit der dritten(?) den Leib des Herrn? Hab' ich jetzt ein Brett vorm Kopf?

Sonntag, 25. Oktober 2009

Einen Austausch ...

in meiner Blogliste habe ich vorgenommen. Der "Neuzugang" ist Bruder Philip, den ich über einen Link auf Florians Blog gefunden habe. Herzlich willkommen!

Gelöscht habe ich "Exultet". Diesen Blog möchte ich nicht mehr weiter empfehlen - und eine Verlinkung sehe ich immer auch als eine Art Empfehlung. Bei etlichen Blogeinträgen hatte ich festgestellt, dass sie mich eher gar nicht interessieren, bei anderen habe ich festgestellt, dass ich völlig anderer Meinung bin. Und heute bin ich richtig sauer. Eben reicht's.

Ich habe volles Verständnis dafür, wenn andere Leut' ganz andere Bedürfnisse haben, als ich. Wenn eine(r) die Mundkommunion vorzieht oder seiner Berufung folgt - kein Problem. "Et jidd nit nur Schparjel in Herrjotts Jemüsejaate" hätte wohl meine Großmutter dazu gesagt. Wenn jemand aber hergeht, und mir - wenn auch nur implizit - die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten abspricht, dann nehme ich das übel. Ist das bei "Exultet" geschehen? Ich zitiere:
[...] ein sehr kluges Zitat:
Sie dürfen nie Zeichen der Ehrfurcht abschaffen, sonst schaffen Sie die Ehrfurcht ab.

Wir wollen das nicht weiter vertiefen, aber die Einführung der Handkommunion ist natürlich geradezu das Paradebeispiel.

Zunächst ein kleiner Hinweis: Es müsste korrekt heißen: "die Wiedereinführung". Ist es denn nicht so, dass der Herr sich selbst seinen Jüngern gegeben hat: "reichte es seinen Jüngern und sprach: nehmet und esset alle davon [...]". Der Schöpfer der Welt wird winzig klein und gibt sich selbst in unsere Hände. Gerade dieses Zeichen erfüllt mich mit großer Ehrfurcht und Dankbarkeit.

Nein, ich werde hier nicht gegen die Mundkommunion polemisieren - ich nehme einfach mal an, die Argumente sind hinreichend bekannt bzw. können in den einschlägigen Foren leicht über die Suchfunktion ermittelt werden. Und als Kommunionhelfer (ja, ich bin weiblich und Kommunionhelfer!) würde ich auch niemandem den Leib des Herrn verweigern, der ihn zu empfangen wünscht; nichtmal dann, wenn er vor lauter Ehrfurcht einen Kopfstand macht (sorry, jetzt bin ich doch noch sarkastisch geworden...)

Samstag, 3. Oktober 2009

Weihe

In meiner Bischofsstadt, Würzburg, sind sechs(!) Männer zu Diakonen geweiht worden. Beten wir für sie! Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber dennoch, finde ich, dürfen wir dem Herrn danken.

Freitag, 18. September 2009

"heiliges Brot" .... Wandlung

Erstkommunionvorbereitung. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, aber es klingt mir noch in den Ohren nach, das Wort vom "heiligen Brot" der gutmeinenden, sehr engagierten Tischmutter. Weiß der Himmel, wieso mir das jetzt wieder einfällt, aber es fiel mir ein, kurz nach meinem heutigen Besuch beim Allerheiligsten. Das kann doch so nicht stimmen. Es ist der Herr und nicht "heiliges Brot".
Was sagt der Katechismus dazu?
1374 Die Weise der Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten ist einzigartig. Sie erhebt die Eucharistie über alle Sakramente, so daß sie "gleichsam die Vollendung des geistigen Lebens und das Ziel aller Sakramente" ist (Thomas v. A., s. th. 3,73,3). Im heiligsten Sakrament der Eucharistie ist "wahrhaft, wirklich und substanzhaft der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten" (K. v. Trient: DS 1651). Diese "Gegenwart wird nicht ausschlußweise ‚wirklich' genannt, als ob die anderen nicht ‚wirklich' seien, sondern vorzugsweise, weil sie substantiell ist; in ihr wird nämlich der ganze und unversehrte Christus, Gott und Mensch, gegenwärtig'' (MF 39).
Aus dem Abschnitt werd' ich nicht so ganz schlau - das beantwortet nämlich meine Frage nicht: Ist das Sakrament - mal abgesehen von dem, was den Sinnen zugänglich ist, überhaupt noch Brot? Wenn ich in meinem Büro "gegenwärtig bin", bleibt das Büro ja Büro. Bleibt die Hostie aber Brot + "Christus-gegenwärtig" oder ist sie ganz und gar in IHN verwandelt? Mal weiterlesen.
1375 Christus wird in diesem Sakrament gegenwärtig durch die Verwandlung des Brotes und des Weines in den Leib und das Blut Christi. Die Kirchenväter betonten entschieden den Glauben der Kirche, daß das Wort Christi und das Walten des Heiligen Geistes so wirkkräftig sind, daß sie diese Verwandlung zu bewirken vermögen. Der hl. Johannes Chrysostomus erklärt:
''Nicht der Mensch bewirkt, daß die Opfergaben Leib und Blut Christi werden, sondern Christus selbst, der für uns gekreuzigt worden ist. Der Priester, der Christus repräsentiert, spricht diese Worte aus, aber ihre Wirkkraft und Gnade kommen von Gott. Das ist mein Leib, sagt er. Dieses Wort verwandelt die Opfergaben'' (prod. Jud. 1,6).

Eigentlich sagt das Wort "Wandlung" ja schon alles: Die Sinneswahrnehmung liefert zwar noch den Eindruck "Brot", aber das SEIN ist Christus.

Und ein schneller Griff zur Suchmaschine der Wahl bestätigt:
Gerade bei diesem Teil unserer Verkündigung kommt es sehr auf die richtige Wortwahl an. "Heiliges Brot" führt eher in die Irre, als dass es zum rechten Verständnis dieser kostbarsten Gabe Christi an seine Gläubigen hilft.
Danke für die klaren und deutlichen Worte, Exzellenz!

In diesem Zusammenhang kommt mir dann auch der (Gast-)Priester wieder in den Sinn, der während einer Andacht (wochentags) in der Kirche sagte: " .... und Du Herr [der Priester wendet sich zum Tabernakel und verneigt sich] hast uns im heutigen Evangelium gesagt ..."

Danke für solche Priester.

Kontrastierend dazu am Sonntag der Gemeindepriester, der nicht mit, sondern nur über den Herrn sprach. Ich vermute, dass es in "feiner Gesellschaft" als unhöflich gilt, über Anwesende zu sprechen, statt mit ihnen. Aber wir sind ja nicht in "feiner Gesellschaft" sondern nur auf dem Dorf. (Vorsicht, das war jetzt mein sonderbarer Humor).
Aber auch dafür bin ich dankbar: Früher (anderes Bistum, anderes Jahrhundert, 70-er Jahre) wurde nicht über den Herrn, das Evangelium oder den Tagesheiligen gepredigt, sondern über Sartre und Camus. Sterbenslangweilig, fand ich damals.

Dienstag, 1. September 2009

Auszug aus dem Angelus-Gebet des Heiligen Vaters

„Wenn die Ehepaare sich ausgiebig der Erziehung der Kinder widmen, sie führen und lenken, damit sie den Plan der göttlichen Liebe erkennen“, so Papst Benedikt XVI. weiter, „bereiten sie diesen fruchtbaren spirituellen Acker, aus dem die Berufungen zum Priestertum und dem geweihten Leben hervorgehen und reifen. So offenbart sich, wie sehr Ehe und Jungfräulichkeit zutiefst miteinander verbunden sind und einander gegenseitig erleuchten, angefangen bei der gemeinsamen Verwurzelung in der personalen Liebe Christi.“
(Quelle)

Wenn das mal so einfach wäre. Nicht jedes Kind lässt sich "führen und lenken". Irgendwann "führen und lenken"andere mit, erst Erzieher (früher "Kindergartentante" genannt), dann Lehrer, immer die Altersgenossen. Beispiel: In der Kirche liegt ein Programmheftchen für ein Jugendwochenende des Dekanates/Bistums aus. "Cooles Programm. Klingt interessant. Aber die Typen da drauf, die kenne ich. Das sind voll die Looser." Das war's. Der Teenager ist natürlich nicht higefahren. Er will ja "dazugehören", und zwar nicht zu den "Loosern", sondern zu den "coolen Typen".
Anderes Beispiel: Firmkurs-Anmeldung. 13-jährige aus katholischer Familie: "In meiner Klasse glaubt auch keiner an Gott. Warum sollte ich? In die Kirche gehe ich auch nur, weil meine Eltern mich dazu zwingen!" Der Pfarrer hat die Anmeldung trotzdem entgegen genommen. Mit so einer Einstellung sollte sie besser nicht gefirmt werden. Da sie noch vor dem Firmtermin vierzehn wird, hat sie bereits angekündigt, dies auch durchzusetzen. So weh es den Eltern auch tun mag: Zum Empfang der Sakramente gehört die entsprechende Disposition.

Donnerstag, 27. August 2009

Firmung?

Ein Anruf aus dem Pfarrbüro. "Ihr Kind ist doch Erstkommunions-Jahrgang 2004. Die gehen im nächsten Jahr zur Firmung. Natürlich nur diejenigen, die sich anmelden!"

Was spricht dafür? - Das Kind würde zusammen mit seinen Freunden, die es z. T. schon aus Kindergartenzeiten kennt, gefirmt. Das Kind kann die 7 Gaben des Heiligen Geistes bestens brauchen, davon kann man eigentlich gar nicht genug bekommen.

Was spricht dagegen? Die anfragende Gemeinde ist nicht (mehr) die eigene, die Wohnortgemeinde. Im Dorf (Wohnort) werden die 2004-er Erstkommunikanten erst in der siebten Klasse gefirmt und nicht schon in der sechsten, wie in der Stadt. Das Kind ist zu jung - es ließe sich vielleicht nicht aus eigener Überzeugung firmen, sondern weil es den Eindruck hat, den Eltern einen Gefallen zu tun.

Entscheidung der Mutter: "Du gehst erst nächstes Jahr zur Firmung, und zwar hier im Dorf!" Diese Entscheidung gefiele mir besser, wenn ich nicht genau wüsste, was dahinter steht: Die Mutter verlässt sich darauf, ihrem Kind nicht erklären zu müssen, was "Firmung" bedeutet - schließlich steht es in der 7. Klasse auf dem Lehrplan; der Lehrer wird's schon richten.

Eine knappe Woche ist der Gedenktag für Pius X. erst her - der Papst, der einen möglichst frühen Zugang zu den Sakramenten förderte, das Erstkommunionsalter auf 7 Jahre herabsetzte. Und da kommt das große ja, ABER! Die Disposition muss stimmen - und die entsprechende katholische Erziehung sollte vorausgesetzt werden können. Und diese Voraussetzung ist heute häufig nicht mehr gegeben. Wie soll die Kirche hierzulande weiter bestehen, wenn die Mütter - aus der Befürchtung heraus, ihren Kindern etwas falsches zu sagen, ihnen gar nichts mehr über den Glauben sagen? Nicht einmal mit ihnen beten? Himmel hilf!

Dienstag, 25. August 2009

Beichte ...

... bei zunehmendem Priestermangel:

Sonntag, 2. August 2009

Gebetsinitiative zum Priesterjahr

Im Diskussionsforum wurde die Idee eines Gebetszettels zum Priesterjahr geboren.
Die Umsetzung erfolgte im Gebetsnetz
Und so sieht der Gebetszettel aus:
Wer ihn bestellen möchte, findet ihn bei http://popesown.de/

Sonntag, 21. Juni 2009

Nicht-Priester

Was Priester nicht sind, ist hier zu sehen:
Somewhere someone is missing a white picket fence
(Übersetzung: Irgendwo vermisst irgendwer einen weißen Lattenzaun)

Meine Assoziation war allerdings eher: Fragezeichen.

Samstag, 20. Juni 2009

Priester

Seit Freitag ist das Jahr des Priesters. Dazu gibt es sogar eine eigene Internetseite. Und Siegfried Ewers (St. Ottilien) hat dazu einen sehr nachdenklichen Kommentar geschrieben, dem ich weitgehend zustimme.

Eine Diskussion allerdings will mir nicht aus dem Kopf: Warum gibt es nur noch so wenige Priesterberufungen? Antwort darauf: Weil es nur noch so wenige katholische Familien mit vielen Kindern gibt. Der Priester-Beruf ist nicht mehr erstrebenswert.

Und da pack' ich mich an die eigene Nase: Würde ich es begrüßen, wenn einer meiner Söhne Priester werden möchte? Schwierig. Irgendwann wäre ich auch gern mal Großmutter. Und das passt nun mal nicht zusammen. Aber vielleicht mein(e) Enkel? Dazu habe ich nämlich gestern einen Eintrag auf einem "verwandten" englischen Blog entdeckt ...

Ich schäme mich für solche Gedanken. Das ist egoistisch. Sankt-Florians-Prinzip. Kann es etwas schöneres geben, als eines (oder gar mehrere) seiner Kinder dem Herrn zu überlassen? Eigentlich nicht. Aber "hergeben" will ich sie doch nicht. Soll ER sie doch rufen, wenn er sie haben will, dann lasse ich sie (vermutlich) auch gehen.

Kyrie eleison.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Gedanken nach der Chorprobe

Chorprobe. Der Chorleiter fragt, wie es denn den Leuten gefallen habe, an Fronleichnam. Es gab - wie in früheren Jahren - eine Prozession. Bei den einzelnen Altären hat - anders als in früheren Jahren - der Chor zwei Lieder gesungen; eines davon jeweils ein "tantum ergo". Aber, so frag' ich mich, ist es denn wichtig, ob es den Leuten gefällt?

Omnia ad maiorem gloriam dei!

Aber ich - ich alter Feigling - habe mal wieder nicht den Mund aufgemacht. Nicht gesagt, worauf es ankommt. Auf den HERRN im Sakrament. IHN zu ehren und zu verehren.

Und dann frag' ich mich allerdings auch, ob es nicht sinnvoller ist, wenn die ganze Gemeinde das "tantum ergo" singt, und nicht nur wir im Chor. Denn eigentlich sollen alle den Herrn im Sakrament verehren. Und eigentlich möchte ich gerade beim "tantum ergo" nur noch auf die Knie fallen und IHN ansehen. Das allerdings ist völlig ausgeschlossen, wenn ich im Chor mitsinge. Denn dann sind nur Dirigent und Noten fest im Blick, nicht das Allerheiligste. Und fiele ich da vorn - seitlich am Altar stehend, irgendwo im Chor - auf die Knie, dann fiele ich auch auf. Und gerade das sollte ja nicht sein, dass die Aufmerksamkeit vom HERRN abgelenkt würde.

Persönliches Fazit: Singen im Chor in der Messe: gern;
Singen im Chor am Fronleichnamsaltar: nicht mehr.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Zurück aus der Diaspora ...

Pfingstferien - eine sehr angenehme Bayerische Einrichtung. Die Kinder sind mit der Gemeinde unterwegs, dann ist vier Tage lang "Urlaub vom Alltag" angesagt, dieses Mal in Hamburg. Kirchen - jede Menge, aber fast alle evangelisch, und die dann auch noch zum größten Teil verschlossen - der "Hamburger Michel" wegen Renovierung. Besuch beim Allerheiligsten? Fehlanzeige. Vormittags-Messe an Fronleichnam? Die Touristen-Information ist völlig ahnungslos. Zum Glück gibt's im Hotel einen (kostenpflichtigen) Internetzugang, freischaltbar durch den Einwurf von Münzen. Und nach einigen Euros finde ich tatsächlich auf der Hamburger Bistumsseite den gut versteckten Hinweis, dass es um 10:00 Uhr im Mariendom eine Eucharistiefeier gibt.
Nach 3 Tagen "eucharistischer Abstinenz" ein echter Lichtblick. Und die Messe war gut gefüllt - Kinder, Kinder und nochmal Kinder (und ein paar erwachsene Aufsichtspersonen dazwischen - Lehrer?). Kinder der unterschiedlichsten Herkunft, einige sahen asiatisch aus, andere stammten offensichtlich aus Südeuropa oder aus afrikanischen Familien ... Und sie waren richtig brav, alle. Kein Reden, Herumturnen auf den Bänken sondern andächtige Mitfeier der Messe.

Nicht viel Kirche in der Diaspora - aber wenn, dann richtig! Schön. Gottseidank.

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS