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Montag, 14. Februar 2022

Theologische Analphabeten

 Liturgiekurs. Thema: Segnen, Segensfeier. 

Der Kursleiter packt irgendwann - auf die Frage: "Was kann man denn eigentlich noch segnen?" das Benediktionale aus: Autos, Kinder, Wein, Häuser, Geschäfte ... Daraufhin will ein Kurskollege wissen, was man denn nicht segnen dürfe. Spontane Antwort: "Homosexuelle Paare". Erwiderung: "Das war bis vor Kurzem so. Jetzt machen wir das auch!" Super, keiner weiß es.

Die Diskussion geht weiter: "Es geht ja schließlich um den Menschen!" Und mit dierser Begründung dürfen gesegnet werden:

  • Haustiere
  • Kinder
  • Mafiabosse
  • Abtreibungspraxen
  • unbußfertige Sünder

Ganz demokratisch wird auch kommuniziert, was auf keinen Fall gesegnet werden darf:

  • Waffen
  • Jagdwaffen
  • Sünden (aber keiner weiß zu sagen, was das ist)
  • Waffen zur Selbstverteidigung (z. B. Dienstpistole eines Polizisten)
  • Vergewaltiger
  • Waffen, die beim Personenschutz oder zur Rettung aus Gefahr Verwendung finden.

Eine wirre Reihenfolge, eine genauso wirre Diskussion. Drei der Diskussionsteilnehmer sind Theologie-Studenten, zwei davon sagen gar nichts. Ach ja, und dann gibt es noch die Zweifelsfälle: 

  • Tyrannenmörder
  • Hitler-Attentäter

Ganz zum Schluss mahnt der Kursleiter, dass doch bitte zu berücksichtigen sei, dass das Ganze im Rahmen und auf der Basis der katholischen Kirche - und damit auch gemäß deren Lehre - stattfinden müsse.

Irgendwie kommt da bei mir dann doch  die Frage auf: Wer von meinen Kurskollegen kennt noch die katholische Lehre? Was war das für eine katholische Erziehung, was für ein Religionsunterricht? Dann wird Jesus zitiert: "Nicht der Mensch ist für den Sabbat da, sondern der Sabbat für den Menschen." Und deswegen sei Barmherzigkeit zu üben. Auch der Mafiaboss, der nichts bereut, der nichts zu Beichten hat, der müsse zu den Sakramenten zugelassen werden und solle ein katholisches Begräbnis bekommen. Dass man seinen Opfern damit geradezu ins Gesicht treten würde, sieht keiner (doch. Der in Italien zuständige Priester hat's gesehen).

Neu-Evangelisierung ist nötig, bitter nötig.

Sonntag, 5. September 2021

Hysterie

Corona. Ich bin es leid. Ich mag nicht mehr.

Letztes Jahr: Lockdown. Nichts geht mehr. Lebensmittel einkaufen schon - desinfiziert, mit Maske, mit Abstand undsoweiter. Keine Heiligen Messen, jedenfalls nicht öffentlich. Zum Verzweifeln.

Ich hatte Glück im Unglück: Als Pfarrgemeinderat durfe ich an der einen oder anderen nicht-öffentlichen Messe teilnehmen und durfte auch die Sakramente empfangen. Der Spruch vom "Beichtverbot" geisterte herum. Es ging dann trotzdem irgendwie - auf Abstand, mit Maske, in einem Besprechungsraum, wo "normalerweise" bis zu 15 Leute diskutieren könnten.

Dann kam die große Erleichterung, als die Heilige Messe wieder mit Gemeinde erlaubt war. Mit Abstand. Und im Bistum Würzburg sehr lange ohne Kommunionempfang - länger als anderswo. 

ich hoffe sehr, dass diese Hysterie irgendwann einmal vorbei ist. Ich habe es gewagt, Mundkommunion zu empfangen. Nach der Messe wurde ich dann angegiftet, das sei verboten. Ausgerechnet von der Dame, die ich (als Corona-Platzanweiser) jedes Mal vor dem Gottesdienst darauf hinweisen muss, dass sie ihre Maske anzieht. Macht sie aber nicht, jedenfalls nicht, bevor sie sitzt. "Die Leute kommen nicht mehr in die Kirche, weil Sie Mundkommunion machen." Ich glaub', ich spinne. Was macht diese Seuche nur aus den Menschen - nette alte Damen werden zu Gift und Galle speienden Furien 😞😢⁠.

Aktuell ist die "Zahl der Tyrannis" bei etwas über 20 ...

Samstag, 5. Juni 2021

Alfred Delp

Seine Exzellenz, Kardinal Reinhard Marx zitiert  - anläßlich seines Rücktrittsgesuchs den Märtyrer Alfred Delp.

Original: "Die Kirchen scheinen sich durch die Art ihrer historisch gewordenen Daseinsweise selbst im Weg zu stehen. Ich glaube, überall da, wo wir uns nicht freiwillig um des Lebens willen von der Lebensweise trennen, wird die geschehende Geschichte uns als richtender und zerstörender Blitz treffen. Das gilt sowohl für das persönliche Schicksal des einzelnen kirchlichen Menschen wie auch für die Institutionen und Brauchtümer. Wir sind trotz aller Richtigkeit und Rechtgläubigkeit an einem toten Punkt.
Die christliche Idee ist keine der führenden und gestaltenden Ideen dieses Jahrhunderts. Immer noch liegt der ausgeplünderte Mensch am Wege. Soll der Fremdling ihn noch einmal aufheben? Man muss, glaube ich, den Satz sehr ernst nehmen: Was gegenwärtig die Kirche beunruhigt und bedrängt, ist der Mensch. Der Mensch außen, zu dem wir keinen Weg mehr haben und der uns nicht mehr glaubt. Und der Mensch innen, der sich selbst nicht glaubt, weil er zu wenig Liebe erlebt und gelebt hat.
Man soll deshalb keine großen Reformreden halten und keine großen Reformprogramme entwerfen, sondern sich an die Bildung der christlichen Personalität begeben und zugleich sich rüsten, der ungeheuren Not des Menschen helfend und heilend zu begegnen."

Marx: "Heiliger Vater,
ohne Zweifel geht die Kirche in Deutschland durch krisenhafte Zeiten. Natürlich gibt es dafür – auch über Deutschland hinaus weltweit – viele Gründe, die ich hier nicht im Einzelnen ausführen muss. Aber die Krise ist auch verursacht durch unser eigenes Versagen, durch unsere Schuld. Das wird mir immer klarer im Blick auf die katholische Kirche insgesamt, nicht nur heute, sondern auch in den vergangenen Jahrzehnten. Wir sind – so mein Eindruck – an einem gewissen „toten Punkt“, der aber auch, das ist meine österliche Hoffnung, zu einem „Wendepunkt“ werden kann. Der „österliche Glaube“ gilt doch auchfür uns Bischöfe in unserer Hirtensorge: Wer sein Leben gewinnen will, wirdes verlieren; wer es verliert, wird es gewinnen! 

Seit dem letzten Jahr denke ich intensiver darüber nach, was das auch für mich persönlich bedeutet und bin – durch die Osterzeit ermutigt – zu dem Entschluss gekommen, Sie zu bitten, meinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen."

Dienstag, 10. November 2020

Absturz

Drei Tage Einkehr, Besinnungstage. Wunderschöne Gedanken, Zeit zum Gebet, Zeit, zur Ruhe zu kommen, Gemeinschaft, Heilige Messe, heilige Gedanken.

Peng. Ich bin wieder zu Hause.

Gemeindegesang ist verboten - ausdrücklich, mit Bischöflicher Unterschrift. Dann hat der bistumseigene Kirchenmusikdirektor die Regelung herausgegeben: "gesungene Akklamationen sind erlaubt." Und der Zelebrant der heutigen Abendmesse - ein älterer Herr aus der benachbarten Kreisstadt - macht daraus: "Wir dürfen wieder singen!" 
 
8 Strophen "Sankt Martin", verteilt über den Wortgottesdienst. Das raubt einem die ganze Andacht. Kann das denn sein? 7-Tages-Inzidenz unter 50? Gestern noch über 80?
6 Strophen Kyrie. Die meisten singen nicht mit, haben kein Gotteslob dabei. 
"Tochter Zion" zum Sanktus (Strophe 1) und die Strophe 3 zum Dank nach der Kommunion, das gibt liturgisches Bauchweh.
3 Strophen Marienlied vor dem Segen, 4 Strophen Marienlied danach. Alles aus dem Bistumsanhang - das können die Damen und Herren auswendig - die Aerosole dürfen raus, es wird geschmettert, was die Mund-Nasen-Bedeckung rauslässt! 

 Und nächste Woche ist dieser Zelebrant wieder in dieser Messe, vertretungshalber. Ich bin ganz dankbar, dass ich da nicht Hygiene-zuständig vom PGR aus bin (jedenfalls heute nicht - "falsche" Gemeinde - aber morgen). Ich hoffe, dass ich da wieder mit Andacht die Messe mitfeiern kann.
 
Ach ja - die 7-Tages-Inzidenz ist über 100 bei uns im Landkreis.

Freitag, 7. August 2020

Corona regt mich auf - aber sowas von!

 Ich geb's ja zu, ich bin auf "facebook" unterwegs - manchmal etwas mehr, als gut wäre. Und dann kommen liebe Menschen mit saublöden Texten daher, die sie irgendwo kopiert haben.

ICH MACHE MIT!

ich nicht.

Wenn ich eine Maske in der Öffentlichkeit trage möchte ich, dass Du folgendes weißt.

Falsch. Ich trage eine Maske. Und es ist mir schnurz-egal, ob Sie etwas darüber wissen oder denken.

🔵 Ich bin gebildet genug, um zu wissen, dass ich asymptomatisch sein könnte und dir trotzdem das Virus geben kann

Ob ich gebildet bin? Will doch keiner wissen.Viren werden übrigens nicht „gegeben“, sondern „übertragen“.

🔵 Nein, ich ′′ lebe nicht in Angst ′′ vor dem Virus; ich möchte nur Teil der Lösung sein, nicht das Problem.

Doch, ich finde das Virus beängstigend. Deswegen bin ich vorsichtig, damit ICH keine Probleme damit bekomme. Damit ich meine "Risikogruppe"-Angehörigen nicht infiziere.

🔵 Ich habe nicht das Gefühl, dass die Regierung mich kontrolliert; Ich habe das Gefühl, dass ich als Erwachsener etwas zur Gesellschaft beitragen kann.

Meine „Gefühle“ gehen Fremde nichts an. Und Ihnen unterstelle ich auch keine „Gefühle“. Erwachsen? Nein, ich bin manchmal ein fürchterlicher Kindskopf.

🔵 Die Welt dreht sich nicht um mich. Es geht nicht nur um mich.

Welt? Nicht mein Ziel. MIR geht es vorrangig um MICH, meine Gesundheit und die meiner Lieben.

🔵 Wenn wir alle mit Rücksicht auf andere Menschen leben könnten, wäre diese Welt ein viel besserer Ort.

Oberlehrerhaftes, unrealistisches Geschwätz von "Weltverbesserern".

🔵 Das Tragen einer Maske macht mich nicht schwach, ängstlich, dumm oder gar ′′ kontrolliert." Das macht mich rücksichtsvoll.

Quatsch. Das Tragen einer Maske hat auf mein Wesen oder meinen Charakter keinen Einfluss. Null.
Und vor Corona - ohne Maske - waren Sie da wirklich immer rücksichtslos? Pfui! 

Auf den restlichen Kram gehe ich nicht ein. Es zieht mich bloß runter. Ich bin ohnehin nur traurig, dass

  • ich nicht in Urlaub fahren kann wie ursprünglich geplant
  • Kinder nicht wie sonst unbefangen miteinander spielen und lernen können
  • mein Leben ziemlich durcheinander gewürfelt ist
  • der Sakramentenempfang ziemlich umständlich ist - immerhin, es gibt wieder Heilige Messen.

Ich weiß, dass ich auf ziemlich hohem Niveau jammere - anderen geht es viel schlechter. Aber darauf habe ich keinen Einfluss, außer durch Gebet.

Novene zur Hl. Corona, der Schutzpatronin gegen Seuchen.

Laudes: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Vesper: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Komplet: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Das Stundengebet hilft mir schon, indem es meinen Tag strukturiert, mich auf andere Gedanken bringt. Viele der Psalmen sind ein einziger Hilfeschrei - aber aus ihnen spricht auch ein unglaublich großes Gottvertrauen, das auch mich mittragen kann.

Wobei - zum Thema "Beten" und "Gebet" bastle ich gerade an einem anderen Text, mal schauen, ob der es auch bis zur Veröffentlichung schafft.

Dienstag, 12. Mai 2020

Außen

Außen an der Kirche hängt jetzt ein neues Informationsblatt:
Das ist doch deutlich sympathischer.
Und wir dürfen wieder Gottesdienste feiern. Aber nur ohne Eucharistie. Das einzige, was gestattet ist, ist eucharistische Anbetung.
Der Ministerpräsident hat Gottesdienste - auch die Heilige Messe - wieder erlaubt. Aber der Bischof, mein Bischof nicht.
Enttäuschung, Trauer, Zorn. "Christenverfolgung" würde ich es nicht nennen - aber es steht ein seltsames Eucharistie-Verständnis dahinter, wenn seine Exzellenz begründet:
"Aber genau deshalb, weil sie solch ein hohes Gut ist, ist sie auch zu schützen. Denn als Bischof geht es mir um die Bewahrung der Feiergestalt der Eucharistie. Wenn in der  Feier  der  Eucharistie  nur  der  Priester  kommuniziert,  die  anwesenden  Gläubigen aber  vom  Empfang  der  Kommunion  ausgeschlossen  sind,  legt  es  sich  nahe,  keine öffentlichen Eucharistiefeiern anzubieten."
Den Begriff "Feiergestalt" habe ich recherchiert - kannte ich nicht. Scheint auch irgendwie ziemlich selten zu sein. "Opfer", "Gedächtnis" oder "Auferstehung" kam in dem Zusammenhang nicht vor. Nur "Mahl".

Und das habe ich gefunden (Quelle):
"In der Liturgie "vollzieht sich das Werk unserer Erlösung" (Zweites Vatikanisches Konzil, Sacrosanctum Concilium, 2). Wie Christus vom Vater gesandt ist, so hat er selbst die Apostel gesandt, um die Erlösung zu verkünden und um "das von ihnen verkündete Heilswerk zu vollziehen durch Opfer und Sakrament, um die das ganze liturgische Leben kreist“ (ebd., 6)."
Die eigentliche Bedeutung ist doch: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“.

Das Opfer Christi und die daraus folgende Erlösung, die Verheißung der Auferstehung, all das fehlt. In der Christus-Biographie von Joseph Ratzinger (papa emeritus) heißt es, dass der "Mahl"-Charakter der Eucharistie schon in der Urkirche verschwand; erst mit der Reformation wieder aufgetaucht sei.

Und nun hat der Bischof verfügt, wegen des "Mahl"-Charakters nur nicht-öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen ... ich könnt' heulen. Die Regensburger Lösung, auf die Kommunionspendung zu verzichten, aber öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen, gewährt den Gläubigen die Hilfe, die sie gerade in dieser Zeit benötigen.

Ich hab' gut Reden - unsere Priester lassen mich gelegentlich an ihren nicht-öffentlichen Messen teilnehmen. Aber die meisten anderen, die nicht als Pfarrgemeinderatsmitglied ein "Repräsentant" der Gemeinde sind oder schlicht zu bescheiden sind, unsere Priester darum zu bitten - die sind außen vor.

Ich hoffe, dass Bischof Franz von Würzburg bald anders entscheidet.

Montag, 13. April 2020

Innen?

Der Himmel weint. De Aushang an der Kirchtüre ist ganz nass getropft.


Ich krieg' die Krise! "Liebe Gottesdienstbesucher*Innen"
Total falsch. Alles total falsch.
  • Gottesdienst? Ist doch alles abgesagt ... kein gemeinsamer Rosenkranz, keine Heilige Messe, kein Kreuzweg, keine Wallfahrtsandachten ... kann man also gar nicht "besuchen" und schon gar nicht feiern. Es ist zum Heulen.
  • * Stern? Seit wann ist * das Zeichen für katholisch? christlich? Nein, das richtige Zeichen ist das Kreuz.
  • Innen, Hä? Das Ganze Pamphlet ist doch ein einziger Rausschmiss. Nix "innen" - draußen sind wir, angewiesen auf "streaming", Fernseh-Gottesdienste, Notbehelfe. 
  • Das erste Wort "Liebe" ist ergo auch gelogen: liebloser als so geht's kaum.
Ergebnis: Gottesdienstbesuch-Kreuz-Außen. Und nicht mal mehr das stimmt: Seit einem Sturm im August hat dieser Kirchturm nicht mal mehr ein Kreuz, und die im Sturm zu Bruch Fensterscheiben sind mit Brettern und Klebeband notdürftig geflickt. Es ist zum Heulen, ich weine mit dem Himmel mit.

Achso, das "*Innen" nennt sich "gendergerecht" - dazu hatte sich Papst Franziskus doch erst vor einem Jahr sehr ablehnend geäußert; LINK."gender" spricht man "schänder" aus. Ja, es sind Sprach-Schänder, die diesen Sternchen-Blödsinn machen. Gibt es weltweit einen einzigen Menschen, der dadurch besser behandelt wird, wenn man die Sprache mit Sternchen und Großbuchstaben im Inneren eines Wortes verschandelt? Wie soll man so einen Mist laut lesen? Kirchenbesucher-stern-groß-innen - da möchte ich am liebsten laut schreiend wegrennen!

Ich habe es schon als Jugendliche verabscheut, wenn man mich als "Christin" bezeichnet hat. Standard-Antwort: "Nein, bin ich nicht, Kristin ist die Freundin vom Rainer, ich bin Mariechen!"  Zugegeben, das ist albern. Aber noch alberner finde ich es, wenn Apostelbriefe bewusst falsch übersetzt werden "Liebe Schwestern und Brüder" - das hat Petrus definitiv so nicht geschrieben. Nur - das werde ich so bald in dieser Kirche nicht mehr hören. Mit vier Ausrufungszeichen der Rausschmiss "bis vorerst 20. April".

Hat die bayerische Staatsregierung überhaupt das Recht "private Gebetskreise" zu untersagen? Und welcher Trampel hat das so allgemein formuliert, dass man meinen könnte, das Verbot stamme vom Pfarrer und nicht vom Ministerpräsidenten bzw. vom Bischof, der das alles abgenickt hat? Unsere Priester hätten so ein Verbot sicherlich nicht so restriktiv gehandhabt - die leiden selbst drunter. Abgesehen davon: Das Tischgebet im Kreise der Familie ist auch ein "privater Gebetskreis" - das zu "untersagen" ist absurd. Sicher müssen unsere Priester dem Bischof gehorsam sein. Und seine Exzellenz sollte Diener der Kirche sein - und die bedarf der Sakramente. Ich bin mal gespannt, wie der Bischof es unserem HERRN erklären will, dass er die Gemeinde von den Sakramenten trennt.

Nächster Satz: Soviel der Verfasser dieses "Schänder"-Plakates auch um Verständnis bittet - bittet man neuerdings mit Ausrufungszeichen? - meines bekommt er nicht.

Jetzt noch zum letzten Absatz: Natürlich sehe ich es ein, dass ich als Christ-Kreuz-Außen Verantwortung trage (nicht "habe") - aber wo bleibt die Verantwortung der bischöflichen Hirten für das Seelenheil ihrer Schäfchen? Der Metzger, wo auf 4 m² Verkaufsraum zwei Kunden stehen, ist "systemrelevant" - aber der werktägliche Rosenkranz, wo sich 10 bis 15 Personen im mehrere hundert m² großen Kirchenschiff verlieren, ist so brandgefährlich, dass man ihn unbedingt unterbinden muss, Sakramentenempfang sowieso, alles klar. Aber Hauptsache, in "inklusiver" und "gendergerechter" Sprache.

Es geht auch anders:
Danke dafür.

Samstag, 1. Juni 2019

Statistiken

Eben habe ich bei "destatis" vorbeigeschaut. Die Abtreibungszahlen für das erste Quartal 2019 sind noch nicht veröffentlicht, wohl aber die Gesamtzahl für 2018: Es waren 100.986; wobei die Statistik nie alle Fälle erfasst, die Zahl also immer zu niedrig angegeben wird.

100.986, das sind rund 2,3 % mehr als 2016, wo die Zahl der Abtreibungen mit 98.721 angegeben wird. Warum 2016 als Vergleich? Für 2016 sind die "normalen" Sterbestatistiken - also die der geborenen Menschen - bereits veröffentlicht; es gab 910.902 Sterbefälle.

Geboren: 10-fache Lebenswahrscheinlichkeit!

Bei insgesamt rund einer Million Tode (geborene und ungeborene Menschen) wird also jeder zehnte Tod (genauer gerechnet: 9,78 %) durch eine Abtreibung verursacht. Durch "Transportmittelunfälle" starben 3.547 Personen, durch Gift 947 Personen und durch "tätlichen Angriff" nur 372 Personen. Der Tod durch Abtreibung ist also rund 28 Mal häufiger als ein Tod durch Verkehrsunfall; mehr als 100 Mal häufiger als eine Vergiftung und mehr als 265 mal häufiger als Mord und Totschlag.
(Bildquelle)

Freitag, 24. Mai 2019

Vermeidbare Tragödien

Aachen, 1968. Viel Zeit habe ich auf dem großen Spielplatz Ecke Brabantstraße - Luisenstraße verbracht. Es gab da einen Rollschuhplatz mit einem Geländer drumherum, auf dem ich oft gesessen habe. Man konnte von dort aus in einen benachbarten Hof schauen. Dort war - ebenfalls ein Spielplatz. Von unserem "erlaubten", öffentlichen, durch einen hohen Zaun mit scharfkantigen Spitzen am oberen Ende getrennt, vielleicht auch mit Stacheldraht, so genau weiß ich das nicht mehr. Hinüberklettern war jedenfalls strengstens verboten.

Dieser andere Spielplatz war nicht für uns, Der war für "die Bekloppten" und für die "Krüppel" - so die Sprechweise auf dem "erlaubten" Spielplatz. von der Straße aus führte ein Torweg dorthin; ein schmales Blechschild zeigte ein Mädchen mit einem Faltenrock; im Rücken die große Hand eines Erwachsenen. "Lebenshilfe" stand darunter. Eine eigenartige Faszination ging für mich von diesem verbotenen Spielplatz und seinen Kindern aus.

Einmal saß ich wieder auf dem Geländer und war damit beschäftigt, hinüber zu schauen und einen Kranz aus lauter Gänseblümchen zu flechten, da sprach mich ein Mädchen an. Eine von den "Bekloppten" - heute würde man wohl sagen, ein Kind mit Down-Syndrom; damals hieß das noch "mongoloid". Sie wollte auch ein paar Blumen - hinter dem Zaun war die Wiese gemäht, da wuchsen keine. Sie bekam welche. Gänseblümchen, Klee, Löwenzahn .... Das war der Anfang. Sie hieß Luise.

Im Laufe der Zeit lernte ich mehr Kinder von der "anderen Seite" kennen. Andi, eigentlich Andreas, hatte keine richtigen Arme, die Hände fingen fast direkt an der Schulter an. Trotzdem konnte er eine Schleife binden oder Blumen flechten - mit den Füßen. Und er konnte erzählen. Von Blumen, Ameisen und Schmetterlingen, Märchen, Geschichten, ausgedachte oder nacherzählte. Jeden Tag mit schönem Wetter saß ich nun unter dem Gebüsch am Zaun und wir redeten. Mittags wartete Andi, bis ich aus der Schule kam. Er ging nicht in die Schule. Bei schlechtem Wetter durften Andi und die anderen nicht raus. Ich schon - das war egal, ich war ja ein Schlüsselkind und niemand achtete tagsüber darauf, ob ich nachmittags nun drinnen oder draußen war.

Nach einer längeren Regenphase war dann der "andere" Spielplatz wieder bevölkert - aber Andi war nicht da. Luise erzählte mir, er sei im Krankenhaus. Einige Tage später berichtete sie, Andi sei jetzt im Himmel. Immer noch habe ich Luises Worte im Kopf: "Hör auf flennen. Geh du auch Himmel." Kurze Zeit danach sind wir umgezogen, in einen anderen Stadtteil, weit weg von dem Spielplatz.

Andi war ein "Contergan-Kind". Die Fehlbildung seiner Arme wurde durch "Contergan", ein Medikament mit dem Wirkstoff Thalidomid verursacht, das seine Mutter während der Schwangerschaft eingenommen hatte. Heute kennt man die schädigende Wirkung - und dennoch werden immer wieder "Contergan-Kinder" geboren. Denn der Wirkstoff wird z. B. als Lepra-Medikament in Südamerika eingesetzt.

Da die Rate der Analphabeten dort  in manchen Bevölkerungsschichten hoch ist, missverstehen viele Frauen das Etikett mit einer durchgestrichenen schwangeren Frau auf der Verpackung als Antibabypille oder "Pille danach". Dadurch gibt es immer wieder in Südamerika schwer fehlgebildeter Kinder - auch heute noch; wenn die Medikamente unkontrolliert weitergegeben werden, wie ich von einer Pharmazie-Studentin erfahren habe.

Was tun? Bei Misereor oder Adveniat gibt es beispielsweise Projekte, die sich Bildung und Alphabetisierung in Südamerika zum Ziel gesetzt haben.


Sonntag, 12. Mai 2019

Sonntagsgedanken

Der heutige "Muttertag" spielte in den Gottesdiensten keine Rolle - nur die Ortsmitte ist für einen Pflanzenmarkt gesperrt. Ich schätze diese Sonntags-Verkaufsveranstaltungen nicht und meide sie nach Möglichkeit. Auch beim hiesigen Landwirt, der seinen Hofverkauf in der Erntezeit an den Sonntagen öffnen darf, wird man mich nicht an den Sonntagen sehen. Den Spargel für den Ostersonntag hatte ich schon am Karsamstag geholt, ohne dass die Qualität gelitten hätte. Ich möchte nicht dazu beitragen, dass andere den Sonntag durch Arbeit "entweihen". Der Sonntag soll dem Herrn gehören - wenn möglich.

Etwas anderes ist es in Berufen, die lebensnotwendig sind - Ärzte, Pflegepersonal oder Feuerwehr. Den Notdienst Kanalreinigung habe ich auch schon an Weihnachten gerufen, als die Kanalisation verstopft war und das Abwasser aus Küche, Badewanne und Toilette das ganze Untergeschoss mehrere Zentimeter hoch geflutet hatte. Ich war froh und dankbar, dass da jemand auch am Feiertag arbeitet und uns aus dieser Notlage befreit.

Als Student habe ich im Krankenhaus gejobbt - bevorzugt an den Wochenenden. Zum Einen, weil ich da keine Vorlesungen hatte, zum anderen aber auch, damit das "reguläre" Pflegepersonal entlastet wird. Wenn ich meinen Dienst am Mitmenschen als Gebet auffasse, mit der "richtigen" Einstellung herangehe, kann ich die Arbeit auch in besonderer Weise als Gottesdienst verstehen.

Was Du dem geringsten Deiner Brüder tust, das hast du mir getan (Mt. 25, 40).

Und das gilt auch und ganz besonders für unsere Priester, die gerade an den Wochenden / Sonntagen nicht nur eine Heilige Messe feiern. Ihnen gilt meine große Dankbarkeit.

Sonntag, 7. April 2019

Predigt

Heute hatten wir als "Vikarsvertreter" einen Ordensmann. Ich bin sehr froh darüber, dass unser Pfarrer es schafft, für (fast) jede Heilige Messe in unserer Pfarreiengemeinschaft einen Priester zu finden. Pensionäre aus der Umgebung, aus dem benachbarten Bundesland (! - da ist Diaspora - !) und manchmal auch Ordenspriester.

Manche predigen wunderbar - andere nicht so. Das heutige Evangelium: Die (verhinderte) Steinigung der Ehebrecherin; Joh 8, 1-11.

Erstes Thema: Mobbing. Auch heute noch werden Ehebrecherinnen gemobbt, Ehebrecher nicht so. Sorry, aber diese Auffassung ist weltfremd. Und wenn die Ehebrecherin "in flagranti" ertappt wurde, dann müsste auch ein Mann dabei gewesen sein - nach den Gesetzen des Mose müsste auch der gesteinigt werden. Diskriminierung - huh - böse, böse. Ich bezweifle heftig, dass das die Botschaft des Evangelisten sein sollte.

Dann kam das Thema auf den reichen Nachbarn, dem man das dicke Auto,  das große Haus und die Frau neidet - nur, dass in der Sparkassenwerbung, die hier angeblich zitiert wurde, ganz bestimmt keine Frau vorkam. Nun ja, und weil der Nachbar "reich" ist, ist er automatisch kriminell, ein Steuerhinterzieher und Betrüger - zwingende Logik. Und wenn dann die Steuerfahndung kommt, freut man sich, weil er seine gerechte Strafe bekommt, nicht wahr? Oder ist es nicht doch Schadenfreude? So wie bei der zu steinigenden Ehebrecherin? Ja, genau, Schadenfreude, das war hier die "logische" Verbindung zum Evangelium. Geht's noch?


Dann die Steiniger: Bitte möglichst spitze Steine, das fördert die Sensationsgier. Äh - nein. Für Schmerzen oder die tödliche Folge ist es völlig egal, ob die Steine spitz oder rund sind, entscheidend ist, wie schwer und wie schnell, das weiß ich als Physiker. Und das eigentlich perfide bei der Steinigung ist: Hinterher ist's keiner gewesen. Der Henker, der in früheren Jahrhunderten das Richtschwert schwang, war ein ehrloser Mann. Dem Steiniger aber kann keienr nachweisen, dass es nun ausgerechnet sein Wurf war, der das Leben beendete. Sie alle waschen ihre Hände in Unschuld und haben dem Recht Genüge getan.

Und dann habe ich bei der Predigt nicht mehr zugehört.

Die Fürbitten orientierten sich an der aktuellen Politik: Fürbitten für Organspender und Transplantationsmediziner; für das Brexit-geplagte Vereinigte uneinige Königreich; für Politiker, die den Überblick verloren haben ... . In dieser Reihe fehlten nur noch die Prediger, die frei von Sinn und Logik herumschwadronieren. Kyrie eleison.

 Übermorgen werd' ich dann diesen meinen öffentlichen Zornesausbruch in die Beichte tragen. Christe eleison.

Donnerstag, 7. März 2019

Schweigen

ja, schweigen muss ich. Gestern, am Aschermittwoch hätte ich eigentlich Lektorendienst gehabt. Aber meine Stimme ist im Eimer - es kam nur ein schwaches Krächzen. Zum Glück habe ich jemanden gefunden, der mich vertreten konnte.

Besonders Leid hat es mir dann in der Messe getan: Ich konnte nicht mitsingen. Und das bei der wunderschönen Liedauswahl! Das Schweigen und nicht-mitsingen-Können, ich nehme es als unfreiwilliges Fastenopfer. Zu unserer Chorprobe werde ich aber trotzdem gehen, denn die Stücke, die wir in den Kar- und Ostertagen singen, will ich mir schließlich auch einprägen.

Es ist eine seltsame Erfahrung, mit Zettelblock und Stift durch die Gegend zu laufen, wenn ich kommunizieren will. Lustig, aber liebenswert finde ich es, wenn mein Gegenüber dann ebenfalls ins Schweigen verfällt und die schriftliche Kommunikaton auf meinem Zettel forstetzt.  Das Schweigen macht mich friedlicher. Ich kann meinem Gesprächspartner nicht mehr einfach ins Wort fallen, die ganze Rechthaberei fällt aus. Das Herumgezicke auch. Ich konzentriere mich auf das Wesentliche. Und die ganzen kleinen Nickeligkeiten fallen flach, es lohnt nicht, sie aufzuschreiben.

Ich nehme es als eine Herausforderung an, für die Fastenzeit. weniger Geschwätz, mehr Zuhören, Konzentration auf das Wesentliche. Mir fällt da eine Liedzeile vom unvergessenen Peter Janssens ein:
"ich will gegen das Geläut der Leute
mein Geschweige stimmen"

Und mein Gegner sind nicht "Leute", sondern ich. Meine Geschwätzigkeit, meine Unduldsamkeit, meine Rechthaberei. Herr im Himmel, hilf!


Sonntag, 10. Februar 2019

Der Diakon predigt ...

und es ist gruselig.

Er hat "einen Text" aus dem Internet gefunden, der scheinbar das Evangelium nacherzählt. Er liest den Text vor, sagt ganz kurz, dass es eigentlich gar nicht so ist und setzt sich wieder.

Gab es einen Denkanstoß? Einen Impuls für die Woche? Wenn ja - dann ist mir das völlig entgangen.

Wenn er schon im Internet sucht, warum findet er dann nichts Gutes zu den Schrifttexten? Beispielsweise HIER?

Ein Gutes hat die schlechte Predigt ja: Ich habe mich noch einmal mit den liturgischen Texten des Tages intensiv auseinandergesetzt.

Mittwoch, 6. Februar 2019

???

Ich weiß nicht, was hier los ist. Jedes Mal, wenn ich diese Seite unangemeldet aufrufe, kommt ein "widgetserver" - und meinen Blog sehe ich nicht. Ätzend.

Edit 10.02.2019: Der Fehler scheint behoben. Ich habe ein paar "tote" Links entfernt.

Donnerstag, 19. November 2015

Nicht zu fassen ...

Da machen Kriminelle Werbung für glo***.tv! Bisher war ich ja der Meinung, dass dieses frömmlerisch-kitschige Portal, wo sich gelegentlich auch Häretiker tummeln, keine Aufmerksamkeit verdient hat.

Was ist passiert? Zwei Blogger sind massiv bedroht worden; siehe hier und hier.Und warum? Weil sie gelegentlich einen Text bei glo***.tv publizieren.

Wenn das nicht mal 'ne gelungene Werbeaktion ist. In den nächsten Wochen werde ich mal diesen drei Seiten etwas mehr Aufmerksamkeit widmen.





Montag, 20. April 2015

Ärgernis

Unbedingt wollte ich es sehen, das Grabtuch von Turin. Termin war klar: Bis zum 16. August wird es ausgestellt, sagte kath.net (und auch andere Quellen, die ich auf die Schnelle nicht finde). Und jetzt entnehme ich der heutigen FAZ, dass die Ausstellung nur bis zum 24.06. dauert. Aber der Urlaub ist gebucht: Vom 1. bis zum 15. August in der Nähe von Turin.

Ich bin stinksauer.

Freitag, 13. Juni 2014

Recht auf eine Straftat?

Es nervt. Es nervt total.
Erst die Lügen im Estrela-Bericht (der - Gott sei Dank - verhindert werden konnte) und dann die Lügen in den Stellungnahmen der LINKEN.
Immer wieder liest man dieselben Stereotype:
"Sexuelle und reproduktive Rechte sind Menschenrechte"
oder
"Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Entscheidung über den eigenen Körper" 
was dann explizit ausfomuliert lautet:
"kostenfreien und sicheren Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung [...], was konkret bedeutet, [...] eine Schwangerschaft abzubrechen und kostenlos Verhütungsmittel zu erhalten" (Quelle)
Dann werfe ich einfach mal einen Blick ins StGB (Strafgesetzbuch) und lese unter § 218 folgendes
(1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 
  Der zitierte Absatz des Paragraphen befindet sich übrigens bei den "Straftaten gegen das Leben".

Dienstag, 4. März 2014

Miese Presse

Titel des online-Artikels, den ich nun wirklich nicht verlinken werde, ist

"Warum Benedikt XVI. wirklich zurücktrat"

Was dann folgt, sind nichts als Spekulationen und Vorurteile.
"so weit man das rekonstruieren kann"
"anscheinend"
"darum wird er gewusst haben"
"und war vermutlich"
"Es ist nicht unwahrscheinlich"

Wenn man keine Fakten hat, erfindet man halt welche.  Qualitätsjournalismus vom Feinsten.

Freitag, 8. November 2013

Pressemeldungen

Alle schreiben jetzt über die Linke und St. Martin. Bischof Franz-Peter hat erst mal Ruhe. Gott sei Dank.

Freitag, 18. Oktober 2013

Noch eine Mail vom Europaparlament

Heute habe ich von zwei anderen Abgeordneten (Partei "Die Linke") Antworten auf meine Rundmail erhalten - beide stimmen - bis auf die Anrede - wörtlich überein.

Und diese Antwort beginnt mit einer Lüge:
Sexuelle und reproduktive Rechte sind Menschenrechte
Weder in der UN-Charta der Menschenrechte noch in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union gibt es "sexuelle Rechte" noch "reproduktive Rechte". Weder gibt es ein Recht auf Sex, noch gibt es ein Recht auf ein Kind.

Mittendrin heißt es:
Es ist für die individuelle und soziale Entwicklung von  zentraler Bedeutung, dass Frauen das Recht haben, gemäß den internationalen Menschenrechtsnormen frei und eigenverantwortlich über die Anzahl ihrer Kinder, den Zeitpunkt und die Geburtenabstände zu entscheiden.
Das ist schlicht undergreifend Blödsinn. Ich habe mich schon als Teenager entschieden, dass ich vier oder fünf Kinder haben will. Kann ich jetzt das Recht auf das vierte oder fünfte Kind einklagen? Mein erstes Kind hätte ich gerne ein halbes Jahr früher bekommen - und das zweite und dritte jeweils im Abstand von zwei Jahren (anstelle von drei). Stehe ich jetzt außerhalb der "internationalen Menschenrechtsnormen" oder habe ich jetzt ein Problem mit meiner ""individuelle(n) und soziale(n) Entwicklung"?


Ach ja, sorry, "liebe" LINKE, ich mit meinen Wünschen war ja gar nicht gemeint, sondern ein "Recht auf Schwangerschaftsabbruch", das alerdings in krassem Widerspruch zu den "internationalen Menschenrechtsnormen" steht, insbesondere im Widerspruch zum Recht des ungeborenen Kindes auf  Leben (Art. 3 in der UN-Charta, Art. 3 in der EU-Charta).

Die Antwort der Abgeordneten endet mit einer rechtswidrigen Forderung:
Eine umfassende, für alle Schüler verbindliche Sexualerziehung muss in allen Mitgliedstaaten gewährleistet werden [...]
Auch dies widerspricht den Menschenrechten. Im Artikel 14 (Recht auf Bildung) der EU-Charta heißt es:
(3) Die Freiheit zur Gründung von Lehranstalten unter Achtung der demokratischen Grundsätze sowie das Recht der Eltern, die Erziehung und den Unterricht ihrer Kinder entsprechend ihren eigenen religiösen, weltanschaulichen und erzieherischen Überzeugungen sicherzustellen, werden nach den einzelstaatlichen Gesetzen geachtet, welche ihre Ausübung regeln.
Das Elternrecht soll demnach übergangen werden. Selbst wenn die Begründungen dafür, dieses Grundrecht auszuhebeln, wirklich nobel klingen:

Senkung der Zahl von Teenagerschwangerschaften, von ungewollten Schwangerschaften, von Schwangerschaftsabbrüchen und [...] Prävention von HIV
halte ich  sie dennoch nicht für ausreichend, das Erziehungsrecht der Eltern auszuhebeln - und ich bezweifle stark, dass diese Ziele durch die angedachte "Sexualerziehung" wirklich erreicht werden.







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