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Sonntag, 5. September 2021

Hysterie

Corona. Ich bin es leid. Ich mag nicht mehr.

Letztes Jahr: Lockdown. Nichts geht mehr. Lebensmittel einkaufen schon - desinfiziert, mit Maske, mit Abstand undsoweiter. Keine Heiligen Messen, jedenfalls nicht öffentlich. Zum Verzweifeln.

Ich hatte Glück im Unglück: Als Pfarrgemeinderat durfe ich an der einen oder anderen nicht-öffentlichen Messe teilnehmen und durfte auch die Sakramente empfangen. Der Spruch vom "Beichtverbot" geisterte herum. Es ging dann trotzdem irgendwie - auf Abstand, mit Maske, in einem Besprechungsraum, wo "normalerweise" bis zu 15 Leute diskutieren könnten.

Dann kam die große Erleichterung, als die Heilige Messe wieder mit Gemeinde erlaubt war. Mit Abstand. Und im Bistum Würzburg sehr lange ohne Kommunionempfang - länger als anderswo. 

ich hoffe sehr, dass diese Hysterie irgendwann einmal vorbei ist. Ich habe es gewagt, Mundkommunion zu empfangen. Nach der Messe wurde ich dann angegiftet, das sei verboten. Ausgerechnet von der Dame, die ich (als Corona-Platzanweiser) jedes Mal vor dem Gottesdienst darauf hinweisen muss, dass sie ihre Maske anzieht. Macht sie aber nicht, jedenfalls nicht, bevor sie sitzt. "Die Leute kommen nicht mehr in die Kirche, weil Sie Mundkommunion machen." Ich glaub', ich spinne. Was macht diese Seuche nur aus den Menschen - nette alte Damen werden zu Gift und Galle speienden Furien 😞😢⁠.

Aktuell ist die "Zahl der Tyrannis" bei etwas über 20 ...

Montag, 16. November 2020

Betrachtung - Was will Jesus uns sagen?

Wir sind gespannt, was Jesus uns sagen will. Seine Jünger fragen: "Wer ist der größte im Himmelreich?" und Jesus antwortet: "Wenn ihr nicht so werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte." Gott nimmt dich in den Fokus, meine Schwester. Er, der liebende Vater, möchte dich anschauen wie ein Kind.

Denken wir an Nikodemus. Nikodemus war einPharisäer, ein hochgebildeter Mann, sowas wie ein Theologieprofessor heutzutage.Er kam nachts zu Jesus, er hatte seine Worte verinnerlicht, aber nicht verstanden.

(Joh 3,3) Jesus antwortete ihm: "Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." Nikodemus entgegnete ihm: "Wie kann ein Mensch, der schon alt ist, geboren werden? Kann er etwa in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und noch einmal geboren werden?"  Jesus antwortete: "Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.  Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geist geboren ist, das ist Geist."
Geistige Wiedergeburt! Dies ist die Antwort, meine Schwester: Aus Wasser und Geist. Die geistige Umwandlung des Erwachsenen in ein Kind. Das ist kein neues, elftes Gebot. Es ist eine Gebrauchsanweisung für das christliche Leben, keine Vorschrift zum "abhaken". Christentum wird erst richtig gelebt, wenn man es im Geist der Kindschaft lebt. Das ist das Gegenteil zur Erbsünde: Stolz, Hochmut, die Vermessenheit, mit Gott auf Augenhöhe sein zu wollen.

Das Christentum verkündigt als einzige von allen Religionen die Feindesliebe! Religion ist der Umgang des Menschen mit Gott - durchtränkt vom Geist der Kindschaft. Ein Kind lässt sich voll Vertrauen in die Arme seiner Mutter fallen, wir fallen in Christi Arme! Die geistige Kindschaft zu Gott ist die wichtigste Aussage des Evangeliums. Das bedeutet auch: Sich freuen wie ein Kind, Freude am Glauben zu haben, meine Schwester, ihn nicht als lästige Pflichterfüllung zu sehen. Du bist als Gottes Ebenbild geschaffen - als Gotteskind bist Du wunderschön. Erhalte Dir Deine Schönheit - pflege Dich, meine Schwester, bis zuletzt. Frauen dürfen ruhig ein Bisschen eitel sein! Das gefällt nicht nur dem Ehemann, sondern auch Gott. 

Ein Kind schätzt die Wärme des Zuhauses - Dein Zuhause ist bei Gott. Wenn die Liebe fehlt, ist alles sinnlos. Gott lieben, mit ganzer Seele, ganzem Herzen, ganz. Jose-Maria Escrivà hat in seinem "Der Weg" über die geistliche Kindschaft geschrieben. Das ist die "Formel Eins": Erwachsene Christen, die sich vor Gott wie seine Kinder verhalten!



Samstag, 14. November 2020

Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

 Heute Nachmittag kam dies im "Kollegen-Chat":


Aus der heutigen Vesper (Psalm 141):

1 Ein Psalm Davids. HERR, ich habe dich gerufen, eile mir zu Hilfe! Höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!  3 HERR, stelle eine Wache vor meinen Mund, behüte das Tor meiner Lippen! 4 Neige mein Herz nicht zum bösen Wort, damit ich nicht frevlerische Taten verübe zusammen mit Männern, die Unrecht tun, damit ich nicht koste von ihren Genüssen! 5 Schlägt mich ein Gerechter, ist es Liebe,/ weist er mich zurecht, ist es Salböl, das mein Haupt nicht verweigert. Ja, immer noch bete ich für sie trotz ihrer Bosheit.

Okay, ich werde mich dazu nicht weiter äußern. 😇

Und aus der heutigen (eigentlich morgigen - Vorabend-) Messe:

Lesung aus dem Buch der Sprichwörter.

10 Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert.
11 Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie und es fehlt ihm nicht an Gewinn.
12 Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.
13 Sie sorgt für Wolle und Flachs und arbeitet voll Lust mit ihren Händen.
19 Nach dem Spinnrocken greift ihre Hand, ihre Finger fassen die Spindel.
20 Sie öffnet ihre Hand für den Bedürftigen und reicht ihre Hände dem Armen.
30 Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit, eine Frau, die den HERRN fürchtet, sie allein soll man rühmen.
31 Gebt ihr vom Ertrag ihrer Hände, denn im Stadttor rühmen sie ihre Werke!

Also gut, ich spinne nicht, aber ich sollte mich mal um die Schmutzwäsche kümmern ...

Betrachtung - Der Schatz

Du, meine Schwester, bist der Acker, in dem sich der Schatz befindet. Der Schatz in dir, meine Schwester, weißt du, was das ist? Es ist Jesus Christus. Jesus ist keine Erinnerung, er ist da, in uns. Liebe braucht ein „Du“. 1 Joh. 1,3-4 : „Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen ist.“

Du bist von Anfang an geliebt. Du, meine Schwester, bist kein Produkt einer blinden Evolution, du bist ein Gedanke Gottes, von Anfang an gewollt. Du, meine Schwester, bist Dir geschenkt. Gott kennt dich seit Grundlegung der Schöpfung, Du, meine Schwester, bist Gottes geliebtes Kind.  Diese Gotteskindschaft, meine Schwester, ist der Schatz, der in dir vergraben liegt. Du bis Gottes geliebtes Kind und Jesus Christus ist dein Bruder.Du bist geliebt, gemocht, wirst gebraucht. Der Heilige Geist sucht Liebe in dir, meine Schwester. Wir gehören zur Familie Gottes. Bei Gott ist unser Zuhause. Sei vertraut mit Gott!

Denke nach, meine Schwester: Was bedeutet Gott für mich? Begegne ich ihm nur am Sonntag in der Messe? Ist das alles? In jedem Augenblick des Tages kann man mit Gott reden. Wer aus der Kirche austritt, hat das nie erfahren. Wie schon gesagt: Fliegen ist schön, flattre nicht herum wie eine Henne, wenn  Du zu Gott aufsteigen kannst. Gott ist deine Familie. Und Familie heißt Geborgenheit und Unbeschwertheit. Möchtest Du so ein Leben führen?

Wirklich glücklich ist, wer aus freiem Willen das Leben führt, das Gott für ihn vorgesehen hat. Wir brauchen täglichen Kontakt mit Gott, so wie ein kleines Kind seine Eltern braucht. Vor IHM sind wir wie kleine Kinder. Kleinkinder brauchen Hautkontakt, besonders mit ihrer Mutter, täglich. Ein Christ brauchen den täglichen Kontakt mit Gott, sonst kann er nicht vertraut sein mit Gott. Gebet heißt, Umgang mit Gott, Nähe zu Gott. Aber was macht man mit Gott, wenn man mit ihm allein ist?

Maria Magdalena sitzt Jesus zu Füßen, sie lauscht, sonst tut sie nichts. Sie hört zu und genießt den Augenblick. Das ist Gebet - Hören auf Gott. Du meine Schwester, genieße das, wie Maria Magdalena. Gebet ist „teamwork“ - sie, Maria Magdalena, und Gott. Im Gebet fühlt sie sich angeschaut. Und du, meine Schwester? ER liebt dich. Du musst nicht immer reden. Versetze Dich in SEINE Gegenwart, schau ihn an, hör‘ ihm zu. Das ist Gebet. Theresa von Avila sagte: „Wer jedoch nur eine Viertelstunde am Tag betet, gelangt mit Sicherheit zum Heil.“

Wie kannst Du mit Gott allein sein, meine Schwester? Lies im Neuen Testament, folge Jesus, wie Maria Magdalena, versetze dich hinein, so als wärest Du dabei gewesen. Nehmen wir die Begebenheit mit dem Jüngling von Naim: Jesus sieht die trauernde Mutter. Jesus hat Mitleid. In Jesus ist Gott Mensch. ist der Mensch, der uns das wahre Mensch-Sein kund tut. Er gibt der trauernden Mutter Trost, er gibt ihr den Sohn und damit ihre Zukunft wieder. 

Gott kann deine Probleme lösen, meine Schwester.

Freitag, 6. November 2020

Betrachtung - der Acker

Der Schatz im Acker (Mt 13:44)

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

Das bist du, meine Schwester, der Acker. Auf den ersten Blick ein Acker wie jeder andere. Aber, wenn man genauer schaut, auf das Verborgene schaut, dann ist da ein Schatz. Du bist unendlich wertvoll, meine Schwester. Du weißt es nur nicht. Hebe den Schatz in dir, meine Schwester, du bist wunderschön.

Sei kein Huhn, das herumflattert, wenn du deine Schwingen ausbreiten und ins Licht fliegen kannst wie ein Adler! Das Huhn erblickt noch nicht einmal das obere Ende der Hühnerleiter, aber du, meine Schwester, breite deine Schwingen aus und fliege wie ein Adler, ins Licht, dem Herrn entgegen. Denn der Herr liebt dich, so wie du bist, nicht nur deine Seele, sondern auch deinen Geist und auch deinen Körper. Du bist wunderschön, meine Schwester. Lass dich lieben, lass es zu, sieh es ein, du bist ein geliebtes Kind Gottes.  Am Schatz im Acker klebt Dreck, Lehm, Erde. Aber das bist du. Fruchtbare Erde, Schöpfung Gottes. Du bist wertvoll, so wertvoll, dass der Herr alles für dich gibt, selbst sein Leben.

Sonntag, 6. September 2020

Mund oder Hand?

 Mal wieder facebook. Die "harmlose" Frage (ausgebesserte Rechtschreibung): 

"Mal zu einer Diskussion: Mundkommunion oder Handkommunion ? Ich persönlich bin für Mundkommunion "

führte zu mehr als einhundert Beiträgen. Zunächst mal: Das ist nichts, was durch Mehrheitsbeschluss entschieden werden kann. Hier geht‘s nicht drum, ob Schröder oder Merkel, sondern um Christus, unseren Erlöser, der sich mir, ausgerechnet mir, selber schenkt. Das muss ich also SELBER  mit meinem HERRN ausmachen, ob ich dieses Geschenk annehmen kann. Das wird nicht mehrheitlich entschieden, und eine Minderheit muss hier auch keinen „Mehrheitsbeschluss“ hinnehmen.

Dann kamen zwei (rhetorische?) Fragen in der Diskussion auf:

1. Frage: "... ist es wichtiger, Jesus zu empfangen oder die Art, wie man Ihn empfängt?"
2. Frage: "Darf man Jesus zurückweisen, weil Er auf die Hand gelegt wird und man selbst lieber die Zunge hätte?"

Beiden Fragen vermischen zweierlei: das „ob“ und das „wie“. In der aktuellen Situation (Corona, bischöfliches Dekret) ist die Entscheidung nicht "auf die Zunge oder auf die Hand", sondern "empfange ich den HERRN oder empfange ich ihn nicht?" Damit hat sich die zweite Fragestellung schon mehr oder weniger von selbst erledigt, denn das „wie“ hat bereits der Bischof entschieden: Zunge ist nicht, fertig (status quo im Bistum Würzburg). Da der Priester dem Bischof seinen Gehorsam versprochen hat, sollte man ihn gerade als gläubiger Katholik nicht zu etwas anderem drängen. Schließlich wird von ihm ja auch erwartet, dass er die Heilige Messe „rite et recte“ zelebriert und nicht die liturgische Wildsau gibt.

Im Internet kursiert (schonviel länger als Corona) so ein Bild mit einem Hippie-Struppi:

Frei übersetzt: Handkommunion gehört sich nicht. Damit macht man aber eine Frage von derartiger Tragweite - wie begegne ich dem HERRN - zu einer Frage des Benehmens, also simpler Konvention. Das sollte aber kein entscheidendes Kriterium sein. Für mich war die Entscheidung für die Mundkommunion zum einen aus Ehrfurcht vor dem HERRN, zum anderen auch aus einem Gefühl kindlicher Demut heraus - mein Schöpfer will zu mir!

Die Frage „Mundkommunion ja oder nein“ zu Corona-Zeiten lässt    je nach Kontext auch eine gewisse Hybris, ein Pharisäertum vermuten "schaut her, wie fromm ich bin, ich möchte Mundkommunion!" - vor allem dann, wenn es auch noch mit einem gewissen missionarischen bzw. fast schon diktatorischen Impetus vorgetragen wird. Denn das „wie“ ist ja bereits entschieden, die Frage kann jetzt nur noch das „ob“ sein.

Wenn meine Freundin mit einem liebevoll dekorierten Weihnachtspäckchen vorbei käme, wenn ich gerade bis zu den Ellenbogen im Schlamm stecke und die Hände voller Unkraut habe, dann fasse ich das Päckchen erstmal nicht an, sondern wasche mir die Dreckspfoten, bevor ich alles ruiniere. „Wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht.“  heißt es. Wenn also erst einmal ein seelischer Hausputz, eine Beichte geboten ist, dann sollte ich besser nicht kommunizieren.

Es gibt also auch gute Gründe, den HERRN gar nicht zu empfangen:
a) ich müsste erst mal beichten
b) ich bin nicht nüchtern
c) Zöliakie (weswegen Schwiegermama nur alle 14 Tage kommunizieren konnte, da gab es eine Werktagsmesse, wo ihr die Kelchkommunion gereicht wurde)
d) der Kommunionhelfer/Diakon/Zelebrant nimmt die Abdeckung vom Hostienkelch, sobald er aus dem Tabernakel kommt oder auf dem Altar steht. Ich bin Risikogruppe und weiß, dass es sowas wie Tröpfcheninfektion gibt.

Klarer Fall:Hybris oder Bockig-sein „ich will aber“ (was ein wenig in der obigen Fragestellung anklingt), ist sicher kein belastbarer Grund. Anders sieht es wohl bei den Besuchern der Messe im tridentinischen Ritus aus, die keine Handkommunion vorsieht. Diese Menschen bleibt nur die Möglichkeit der geistigen Kommunion oder „Augenkommunion“, wie wir es früher genannt haben.
Und da stellt sich mir dann wirklich die Frage: Ist es denn wirklich eine Zurückweisung des HERRN, wenn man ihn nur geistigerweise empfangen darf? Für mich persönlich stellt sich diese Frage nicht, ich habe noch nie an einer tridentinischen Messe teilgenommen. Allerdings würde ich diese Fragestellung nicht unter Hybris oder bockig-Sein einordnen. Dies Form der heiligen Messe ist ja definitiv erlaubt - und dazu gehört auch der Kommunionempfang - normalerweise.

Meine persönliche Entscheidung ist gefallen. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob es die richtige ist, denn von beiden Seiten gibt es viel zu viele schlechte Argumente. facebook halt 🥺.



Donnerstag, 30. Juli 2020

Nicht Beten ist auch keine Lösung

„Wenn du betest, lass dich ganz und gar auf Gott ein. Lass dich von nichts ablenken.“ Das klingt erst mal gut. Aber wann bete ich eigentlich? Wo? Bei welcher Gelegenheit? Bettkante, beim Aufstehen, Kreuzzeichen, „Herr, stehe mir heute bei“. Gut, das passt. Heilige Messe: passt (meist) auch. Aber dann: beim Autofahren, beim Schwimmen, das Stoßgebet bei der Arbeit „Herr schmeiß Hirn vom Himmel!“ - da sind die Gedanken durchaus noch bei anderen Dingen als beim Gebet. Zum Beispiel beim Gegenverkehr oder bei anderen Schwimmern, die einem gerade ich die Quere kommen könnten.

 Was bleibt denn da noch an Gebet? Selbst das Tischgebet trägt die „Ablenkung“ - Essen - schon in sich: „Herr, wir kommen zu dem Essen, lass uns nimmer mehr vergessen, dass wir alle diese Gaben Deiner Lieb zu danken haben!“. Nur und ausschließlich zu beten, wenn die Welt ansonsten ausgeblendet werden kann, führt letzten Endes dazu, dass kaum noch Zeit zum Beten bleibt.

Nicht Beten ist keine Lösung. Das macht mich unglücklich. „Mache deinen Alltag zum Gebet! Tu deine Arbeit so, dass sie wie Weihrauch zum Herrn aufsteigen kann.“ Das wäre ein Weg. Kein einfacher: „Himmel hilf!“

Mittwoch, 1. Januar 2020

2020

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Trotzdem - dieses Jahr gibt es einige bei mir:
  • Das Stundengebet regelmäßiger beten
  • weniger Prokrastination
  • mich nicht provozieren lassen
  • den (im Mittel) täglichen Rosenkranz für den Frieden
Eigentlich wollte ich täglich den Rosenkranz beten, aber es gibt Tage, da kriege ich es nicht auf die Reihe. Das liegt auch manchmal an mir. Aber dann soll es anderentags auch einer mehr werden. Mal schaun ...

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Vor dem Altar

Vor dem Altar stand gestern noch ein Sarg - heute die Krippe.
Thema der Predigt in beiden Messen: Gott wird Mensch, damit wir im Tod nicht verloren sind.

- ein tröstlicher Gedanke. Requiescat in pace!

Montag, 19. August 2019

Feuer auf die Erde

Sonntagspredigt zum Evangelium
 Lk 12, 49–53

Das Feuer, das Christus auf die Erde werfen will, sei der Heilige Geist - nichts anderes. Da habe ich so meine Zweifel.Er sorgt jedenfalls nicht dafür, dass ich mit meiner Schwiegermutter uneins wäre - aber die Voraussetzung "in einer Familie" zu leben, ist ja auch nicht gegeben. In der Regel trennen uns ca. 400 km.

Wenn ich mir andererseits diese Predigt anschaue, könnte der hiesige Pfarrer das, was er gesagt hat, genau so gemeint haben. Ich werde noch mal drüber nachdenken.
Duomo, San Vito al Tagliamento

Donnerstag, 1. August 2019

Samstag, 20. Juli 2019

Orte des Gebets

Der See.
Ein Fisch, ein ziemlich großer. ἰχθύς - das steht für

ΙΗΣΟΥΣIēsoûs  „Jesus“
ΧΡΙΣΤΟΣChristós „der Gesalbte“
ΘΕΟΥTheoû  „Gottes“
ΥΙΟΣHyiós  „Sohn“
ΣΩΤΗΡSōtér  „Retter“/„Erlöser“ 


Rettung - Erlösung. In Christus. Wo sonst?



Symbol der Auferstehung.

Sonntag, 2. Juni 2019

Missionsland Deutschland?

Unser Ort besteht aus mehreren Dörfern, die sich in zwei Pfarreiengemeinschaften aufteilen, aber mit einem gemeinsamen Pastoralteam. Das bedeutet: Reihum in den verschiedenen Dörfern ist jeweils eine Abendmesse; immer um die gleiche Uhrzeit; auch am Sonntag. Und die Seelsorger schaffen es tatsächlich, dass (fast) kein Tag ohne Messe bleibt; wofür ich sehr dankbar bin.

Dies hat dann allerdings auch zur Folge, dass hier vertretungsweise die unterschiedlichsten Priester zelebrieren; Pensionäre aus der Kreisstadt; Professoren der Hochschule St. Georgen in Frankfurt oder Priester aus anderen Pfarreiengemeinschaften. Und so kam es, dass im Laufe einer Woche gleich zwei Zelebranten mit afrikanischen Wurzeln die Messe gelesen haben. Beide in ausgezeichnetem Deutsch, mit kaum erkennbarem Akzent; der eine kam aus einem der Commonwealth-Staaten, der andere aus einem ehemals französischen Land.

Einerseits finde ich es beeindruckend, Weltkirche so nah zu erleben - unser Pater im Seniorenheim hat asiatische Wurzeln - andererseits macht es mir auch Sorgen: Werden diese Priester nicht in ihren Heimatländern gebraucht, wo die Anzal der Katholiken pro Priester viel größer ist als hier? Ich kenne die einzelnen Biographien nicht: Es kann natürlich sei, dass diese Priester zur Ausbildung von ihren Bischöfen nach Deutschland geschickt wurden und früher oder später wieder in ihre Heimatländer zurückkehren.

Wichtig finde ich auch, dass diese Priester aus anderen Kontinenten uns ganz andere Perspektiven nahebringen: Die Probleme in der Weltkirche sind nicht die Probleme, die man hier in Deutschland für wichtig hält. Beispielsweise stellt "renovabis" Bildung in den Fokus der Pfingstaktion: Das Leitwort  lautet "Lernen ist Leben - Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!".

Da sehe ich hier, im Westen Europas, ebenfalls einen großen Bedarf. Das Glaubenswissen ist weitgehend verdunstet. Traurig. Vieles, was meinen Großeltern (geboren 1888, 1904 und 1906) und meinem Vater (Jahrgang 1933) völlig selbstverständlich und gelebte Glaubenspraxis war (z. B. Psalmen oder das Angelus-Gebet), eigne ich mir jetzt erst nach und nach an - zu einem Zeitpunkt, wo meine Kinder bereits erwachsen sind. Nochmal: Traurig.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Licht und Schatten

Es ist völlig verrückt - ich begreife es nicht. Aber es ist so. 
Alles meinem Gott zu Ehren,
in der Arbeit in der Ruh!
Gottes Lob und Ehr zu mehren,
ich verlang und alles tu.
Meinem Gott nur will ich geben
Leib und Seel, mein ganzes Leben.
Gib, o Jesu, Gnad dazu;
gib, o Jesu, Gnad dazu.
Das wurde in der Sonntagsmesse gesungen. Natürlich habe ich mitgesungen, denn ich kenne das Lied, mag die Melodie. Doch dann kam mir das große ABER: Das stimmt ja gar nicht, das ist nicht wahr. Unwahrheit, ja Lügen während der Heiligen Messe? Oh je.

Zwei Dinge meinte mein Beichtvater dann dazu: "Schön, dass Sie auch über Inhalte nachdenken." und "Wenn es nicht stimmt, dann sorgen Sie doch dafür, dass es stimmt." Zwei Nächte hab' ich drüber geschlafen, einen Tag drüber nachgedacht. Und dann war mir eigentlich sehr klar, dass völliger Wirrsinn ist, einerseits an Gott zu glauben, ihm andererseits mein Leben nicht in die Hand zu geben. Dann habe ich es getan.

Ich habe mein Leben in Gottes Hand gelegt, versuche Jesus nachzufolgen - wie meine Namenspatronin Maria (Magdalena) IHM zu dienen. Diese Entscheidung hat mich von viel Ballast befreit und einen inneren Frieden geschenkt.

Der (möglichst tägliche) Besuch der Heiligen Messe ist mir seitdem ein Bedürfnis und eine Quelle großer Freude und Kraft. Es war zunächst einfach nur als "Versuch" für die Fastenzeit geplant, aber ich habe es beibehalten. Gioia di dio! Manchmal gibt es Gründe, dass ich die Heilige Messe nicht besuchen kann, dann finde ich meist noch einen Tabernakel zum Beten - das nächstgelegene Krankenhaus ist rund um die Uhr geöffnet und hat eine kleine Kapelle.

Jezt allerdings habe ich einige Tage "eucharistischer Dürre" hinter mir. Eine zweitägige Dienstreise, und am Zielort keine Heilige Messe, auch nicht in der näheren Umgebung. Eine Maiandacht konnte ich allerdings besuchen, zu meiner großen Freude mit eucharistischem Segen am Schluss. Dafür gab es dann keine Vorabendmesse zu Christi Himmelfahrt - warum auch immer. Zu allem Überfluss hatte ich dann noch am Hochfest Christi Himmelfahrt "Dienstbereitschaft", so dass auch hier kein Messbesuch möglich war. Es war nicht viel los, und es gab auch keinen Notfall - Gott sei Dank. Und die Einsatzleitung hatte ein Einsehen: Im Laufe des Nachmittages endete die Dienstbereitschaft, so dass ich am Abend die Heilige Messe besuchen konnte. Noch einmal: Gott sei Dank.

Sonntag, 26. Mai 2019

Orte des Gebets

Beten - kann man eigentlich überall. Gern: auf den Knien, vor dem Tabernakel mit dem Allerheiligsten
 oder in der Heiligen Messe, wo Gottes Gegenwart spürbar wird, beispielsweise draußen (das Bild ist schon etwas älter - dieses Jahr war Weiß die liturgische Farbe):
Dankbar bin ich für eine liebe Freundin, die sich regelmäßig mit mir zu dieser Messe auf dem Hügel verabredet.

Ein weiterer Ort zum Beten ist für mich auf dem Waldfriedhof
oder im Garten, wenn es zum Angelus läutet.

Sonntag, 19. Mai 2019

Auf dem Schreibtisch

Buße 3.0: Mein Beichtvater hatte mir aufgetragen, im Marienmonat Mai der Muttergottes einen Blumenstrauß aus dem Garten hinzustellen. Das ist jetzt der dritte - Akelei (blau), Waldmeister (weiß) und Rosmarin (hinten, blauviolett). Dieses Eckchen im Arbeitszimmer macht mir so viel Freude! Von alleine wäre ich nie darauf gekommen, Maria einen Blumenstrauß hinzustellen.

Eigentlich hatte ich auch gedacht, dass Buße so etwas wie eine Strafe ist - ähnlich, wie Peter Düren in einem Interview sagt: "Bei der Beichte kann der Priester einen Menschen von der Schuld freisprechen. Trotzdem erhält dieser eine Strafe. Das ist vergleichbar mit dem Strafrecht: Wenn ein Bankräuber eine Bank ausraubt, kann er sich entschuldigen und das Geld zurückgeben. Seine Haftstrafe muss er trotzdem absitzen. Der Ablass ist also nicht Vergebung der Sünde, sondern ein Nachlass der ausstehenden Strafe für Sünden." Aber eine Strafe, die Spaß macht? die Freude bereitet? Das passt irgendwie gar nicht zusammen.

Rat? Schlag' nach bei kathpedia:
Buße bedeutet, die Abkehr von der Sünde und die Zuwendung zu Gott. [...]
  • Das griechische Wort, das im Neuen Testament mit Buße übersetzt wird, ist μετάνοια metanoia, von νοεῖν noein, „denken“ und μετά meta, „um“ oder „nach“, wörtlich also etwa: „Umdenken, Sinnesänderung, Umkehr des Denkens“.
  • Der hebräische Begriff שוב schub, der in der Septuaginta mit metanoia übersetzt wird, umfasst eine Umkehr zu Gott nicht nur im Denken, sondern in der ganzen Existenz, was die Veränderung des Verhaltens, vor allem aber auch Gehorsam gegenüber Gott, neues Vertrauen zu ihm ebenso einschließt wie die Abkehr von allen bösen und widergöttlichen menschlichen Neigungen und Schwächen.
Ich schließe daraus:Die Freude ist kein Systemfehler, sondern intendiert: Eine Folge der "Umkehr zu Gott" - "gioia di dio".

Mittwoch, 15. Mai 2019

Auferstehung heute ...

kehrt euch von der Sünde ab, durch die Auferstehung Christi sind wir erlöst - und wir haben Anteil an seiner Auferstehung, wenn wir nicht sündigen.

Das ist die kurze Zusammenfassung einer längeren Predigt, die der Pater im Seniorenheim gehalten hat. Ich bete, dass uns dieser (über 90-jährige) Priester noch lange erhalten bleibt. Er tritt einfach an den Ambo und fängt an zu sprechen - ohne Konzept. Seine Predigten sind tiefgehend, trotz einfacher Sprache. Man muss ihm einfach zuhören. Seine Predigt ist eher ein Gespräch mit Gott, mit Christus, getragen von einem tiefen Glauben und einer großen Liebe zum Herrn. Gleichzeitig nimmer er seine Gemeinde mit - zu Christus. Eine Messe mit diesem Pater heißt für mich: Heiligkeit erfahren.

Montag, 8. April 2019

Organspende

Nachdem in der gestrigen Sonntagsmesse für Transplantationsmediziner und Organspender "gefürbittet" wurde, habe ich mich heute unter die letzteren eingereiht. Drei Dörfer weiter war Blutspende. Mit meiner Blutgruppe (Null negativ) bin ich der "ideale Spender". Ich sehe es als meine Pflicht an, als Mensch und als Christ, entsprechend meinem Wahlspruch "adsum ut serviam".

Es tut nicht weh, und drei Menschen kann mit einer Blutspende geholfen werden. Für eine Stammzell- oder Knochenmarkspende bin ich mittlerweile zu alt - ich müsste unter 55 sein. Alles andere würde ich nicht spenden; abgesehen vielleicht von einer Niere (Lebendspende) an einen nahen Verwandten.

Haare kann man natürlich auch spenden - ungefärbt und ohne Dauerwelle müssen sie seinund möglichst lang. An den optimalen 45 cm fehlen mir allerdings noch ein paar ...

Samstag, 6. April 2019

getragen

Ja, getragen fühle ich mich. Ich habe es gewagt. Ich habe JA gesagt und mein Leben in die Hände Jesu gegeben. Und er trägt mich. Ich hoffe es hält. Es hält an. Mir fehlen die Worte.

Es gelingt

ja, bisher habe ich es durchgehalten - und es sind nur noch zwei Wochen bis Ostern. Kein Sudoku mehr, keine online-facebook-Spiele. Stattdessen die Stundenbuch-App auf dem Mobiltelefon. Komplet vor dem Schlafengehen, morgens, auf der Bettkante, sozusagen vor dem Aufstehen, Invitatorium und Laudes.

Die Sprache der Psalmen ist mir oft fremd; es sind nicht viele Schriftstellen, die ich kenne, in der täglichen Lesung. Intellektuell überfordert es mich manchmal, weil ich die Gebete nicht einordnen kann, denn im Alten Testament bin ich nicht sonderlich belesen. Aber die Botschaft in den Psalmen: Gott rettet mich, mein Leben ist in Gottes Hand; der Herr schützt mich vor meinen Feinden, die trägt.


Und wenn dann noch so wunderbare Artikel dazu kommen, wie der auf dem Blog maryofmagdala meiner "Blogschwester", dann hilft mir das sehr.

Das Gebet hinterlässt mich in einem tiefen Frieden - etwas, das mir die Zockerei nie gegeben hat. Das gelöste Sudoku, die gelöste Aufgabe im Rollenspiel hinerlässt zwar ein schnelles Gefühl des Erfolges, aber die Wirkung ist doch kein innerer Friede, sondern Unzufriedenheit. Dagegen hinterlässt das Gebet eine innere Lebendigkeit und schenkt mir auch Zeit, Zeit die ich bisher sinn- und nutzlos vertan und getötet habe. deo gratias!

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS