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Montag, 14. Februar 2022

Theologische Analphabeten

 Liturgiekurs. Thema: Segnen, Segensfeier. 

Der Kursleiter packt irgendwann - auf die Frage: "Was kann man denn eigentlich noch segnen?" das Benediktionale aus: Autos, Kinder, Wein, Häuser, Geschäfte ... Daraufhin will ein Kurskollege wissen, was man denn nicht segnen dürfe. Spontane Antwort: "Homosexuelle Paare". Erwiderung: "Das war bis vor Kurzem so. Jetzt machen wir das auch!" Super, keiner weiß es.

Die Diskussion geht weiter: "Es geht ja schließlich um den Menschen!" Und mit dierser Begründung dürfen gesegnet werden:

  • Haustiere
  • Kinder
  • Mafiabosse
  • Abtreibungspraxen
  • unbußfertige Sünder

Ganz demokratisch wird auch kommuniziert, was auf keinen Fall gesegnet werden darf:

  • Waffen
  • Jagdwaffen
  • Sünden (aber keiner weiß zu sagen, was das ist)
  • Waffen zur Selbstverteidigung (z. B. Dienstpistole eines Polizisten)
  • Vergewaltiger
  • Waffen, die beim Personenschutz oder zur Rettung aus Gefahr Verwendung finden.

Eine wirre Reihenfolge, eine genauso wirre Diskussion. Drei der Diskussionsteilnehmer sind Theologie-Studenten, zwei davon sagen gar nichts. Ach ja, und dann gibt es noch die Zweifelsfälle: 

  • Tyrannenmörder
  • Hitler-Attentäter

Ganz zum Schluss mahnt der Kursleiter, dass doch bitte zu berücksichtigen sei, dass das Ganze im Rahmen und auf der Basis der katholischen Kirche - und damit auch gemäß deren Lehre - stattfinden müsse.

Irgendwie kommt da bei mir dann doch  die Frage auf: Wer von meinen Kurskollegen kennt noch die katholische Lehre? Was war das für eine katholische Erziehung, was für ein Religionsunterricht? Dann wird Jesus zitiert: "Nicht der Mensch ist für den Sabbat da, sondern der Sabbat für den Menschen." Und deswegen sei Barmherzigkeit zu üben. Auch der Mafiaboss, der nichts bereut, der nichts zu Beichten hat, der müsse zu den Sakramenten zugelassen werden und solle ein katholisches Begräbnis bekommen. Dass man seinen Opfern damit geradezu ins Gesicht treten würde, sieht keiner (doch. Der in Italien zuständige Priester hat's gesehen).

Neu-Evangelisierung ist nötig, bitter nötig.

Samstag, 5. Februar 2022

Novene - 9. Tag

 

Herr, wir danken Dir dafür, dass Du uns zu Zeugen in dieser Welt bestellt hast.
Manchmal sind wir so gefangen in unseren Nöten, Sorgen, Hoffnungen, dass wir nur noch um uns selbst kreisen: Dann verlieren wir den Nächsten aus dem Blick und kümmern uns um interne Querelen statt um die Verkündigung des Evangeliums. Wir vergessen, dass die Kirche eine Botschaft hat, die die vom Zeitgeist gequälten und bevormundeten Menschen frei macht, sie aufbaut und erquickt.
Darum bitten wir Dich: Hilf uns, Licht zu sein in dieser Welt. Hilf uns, zu verstehen, dass die Lehre der Kirche das Wesen und die Bedürfnisse des Menschen bis in die Tiefe seiner Seele erfasst. Lass uns begreifen, dass die Gesellschaft die christliche Lehre braucht. Gib uns den Mut, die Überzeugungen der Kirche zu den Menschen zu tragen und mit der Botschaft des Evangeliums die Gesellschaft zu durchdringen, damit die Menschen Deinen Heiligen Geist erfahren.
Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria
Heiliger Johannes Paul II., bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Freitag, 4. Februar 2022

Novene - 8. Tag


 
Herr, wir danken Dir dafür, dass uns Dein Heiliger Geist erleuchtet und in der Wahrheit unterweist.
In unserer Gesellschaft werden viele Ideologien und Irrtümer proklamiert. Manchmal erliegen wir der Versuchung, dem Zeitgeist nachzugeben. Andererseits kann es geschehen, dass wir in der Verteidigung des Glaubens über das Ziel hinausschießen und selbstgerecht werden.
Darum bitten wir Dich: Schenke uns Geduld und Gelassenheit in den Auseinandersetzungen um den Glauben. Hilf, dass wir uns nicht verwirren lassen und leite uns treu auf dem Weg Christi, auch wenn es für uns unbequem ist. Bewahre uns vor einer Theologie, die lieber dem Zeitgeist folgt, als in Treue zum Evangelium nach den Zeichen der Zeit zu forschen. Hilf uns zugleich, im Ringen um die Wahrheit demütig zu bleiben und nicht unsere, sondern Deine Ehre zu suchen.
Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria
Heilige Edith Stein, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Donnerstag, 3. Februar 2022

Novene - 7. Tag


 

Herr, wir danken Dir dafür, dass Du Menschen in die verschiedenen Stände der Kirche berufst und uns mit der Würde der Gotteskindschaft beschenkst.

Manchmal meinen wir, Ämter könnten uns Ansehen und Würde verleihen. Wir wollen unsere Vorstellungen und Wünsche durchsetzen. Darüber vergessen wir, dass Macht im christlichen Sinne vor allem Verantwortung und selbstlose Hingabe bedeutet, und wir versäumen, unser Christsein dort zu entfalten, wo Du uns hingestellt hast.

Darum bitten wir Dich: Hilf uns, die Würde der Gotteskindschaft zu begreifen. Lass uns in unserer jeweiligen Berufung dankbar die Aufgaben wahrnehmen, die Gott uns aufträgt. Schütze uns vor Machtstreben und gib, dass wir immer tiefer begreifen, dass die Macht Christi im Kreuz liegt. Stärke die Geschwisterlichkeit untereinander, die gegenseitige Hingabe in Familien und Gemeinschaften und die Wertschätzung der Gaben und Berufung des anderen und lass nicht Stolz oder Hochmut einen Keil zwischen die Menschen treiben.

Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria

Heilige Josephine Bakhita, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Novene - 6. Tag

 


„Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen… Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.“ (1 Kor 12,4-6; 11)

Herr, wir danken Dir dafür, dass so viele Menschen engagiert am Aufbau Deines Reiches mitwirken und das Miteinander in der Kirche gestalten und bereichern.

Schon in der frühen christlichen Gemeinde wurden Strukturen geschaffen um das kirchliche und soziale Leben zu ordnen. Manchmal aber erliegen wir der Gefahr, alles durchzuorganisieren, so dass dem Heiligen Geist kein Raum mehr bleibt. Wir wollen uns profilieren und vergessen, dass unser Einsatz in Deiner Kirche nicht uns selbst, sondern dem Aufbau Deines Reiches dienen soll.

Darum bitten wir Dich: Schenke allen engagierten Katholiken Deinen Heiligen Geist, damit sie Dich nicht aus dem Blick verlieren in ihrer Arbeit in Gremien, Verbänden und in den Pfarreien; schenke ihnen insbesondere die Gabe, zu hören und zu unterscheiden. Hilf uns, dass wir nicht nach Status oder Einfluss streben, sondern uns gemäß unserer Geistesgaben voller Freude einbringen, um die Kirche zu einem einladenden Ort zu machen, an dem die Menschen sich angenommen fühlen und Gemeinschaft finden.

Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria

Sel. Adolph Kolping, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Dienstag, 1. Februar 2022

Novene - 5. Tag


 

Herr, wir danken Dir für das Priester- und Hirtenamt, dafür, dass Du Menschen in Deinen besonderen Dienst stellst.
Du berufst Bischöfe, Priester und Diakone in ihr Amt und trägst ihnen auf, uns, Deine Herde, zu weiden, die Sakramente zu spenden und das Evangelium zu verkünden. Viele von ihnen üben ihren Dienst in großer Einsamkeit aus und sind vielerlei Anfeindungen und Anfechtungen ausgesetzt. Auch treue Priester werden pauschal beschuldigt und verurteilt. Oft wird ihr Amt als Anmaßung missverstanden, ihre Vollmacht abgelehnt.
Darum bitten wir Dich: Lass Gebet und Eucharistie Zentrum ihres Lebens und Kraftquelle sein, um den Anforderungen des Dienstes gerecht zu werden und den Verlockungen und Anfechtungen der Welt zu widerstehen. Schenke ihnen den Mut, zu leiten und zu lehren und an der Wahrheit des Evangeliums festzuhalten. Gib, dass sie uns in der geistlichen Erneuerung durch wahrhaftige Umkehr und Standfestigkeit im Glauben als gutes Beispiel vorangehen.
Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria
Heilige Caterina von Siena, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Montag, 31. Januar 2022

Novene - 4. Tag

 



Manchmal erliegen wir der Versuchung, Wahrheit und Liebe gegeneinander auszuspielen: Entweder wir wagen es nicht mehr, Falsches zu benennen, weil wir denken, wer liebt, darf keine Kritik üben, oder wir verfallen in Hartherzigkeit und verkünden so nur ein Zerrbild der Wahrheit. Auch sind wir oft versucht, die Lehre der Kirche umzudeuten, wenn sie unserem eigenen Willen entgegensteht.
Darum bitten wir dich: Schenke uns ein immer tieferes Verständnis dafür, dass Deine Liebe und Deine Wahrheit untrennbar zusammengehören. Schenke uns Einfühlungsvermögen, um diese Einsicht liebevoll zu vermitteln. Und wenn unser eigener Wille Deinen Geboten entgegensteht, erneuere in uns das Vertrauen darauf, dass die Lehre der Kirche Ausdruck Deiner Liebe und Wahrheit ist.

Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria

Heiliger Johannes Wen Yin, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 30. Januar 2022

Novene - 3. Tag


Herr, wir danken Dir dafür, dass wir dich erkennen dürfen und dafür, dass Du uns unsere Schuld vergibst, damit wir versöhnt mit Gott leben dürfen.

Oft verurteilen wir bloß die „Fehler“ der Anderen. Wenn die Kirche aber neu werden soll, dann nur dadurch, dass jeder Einzelne von uns umkehrt und sich von Dir erneuern lässt.

Darum bitten wir dich: Hilf jedem von uns, in der lebendigen, persönlichen Beziehung zu Dir zu wachsen. Lass uns zugleich immer tiefer verstehen, wie sehr die Einheit mit der Kirche, Deinem mystischen Leib, auch Einheit mit Dir bedeutet. Gib, dass wir uns immer inniger mit dem Heiligen Vater verbinden. Führe alle, insbesondere aber jene, die als Repräsentanten der Kirche schwere Schuld auf sich geladen haben, zu wahrer Reue und Sühne, tröste und heile die Opfer und lass sie Deine Liebe spüren. Hilf uns, dass die Einsicht, dass die Kirche in all ihrer Heiligkeit aus Sündern besteht, nicht zu Verzweiflung und Abkehr führt, sondern zu größerer Barmherzigkeit und zu festerem Willen, zuerst selbst treuere Jünger und fleißigere Arbeiter in Deinem Weinberg zu werden.

Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria

Heilige Theresa von Avila, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Samstag, 29. Januar 2022

Novene - 2. Tag

 


Herr, wir danken Dir, dass Du unser Vater bist und dass wir uns in allen Anliegen an Dich wenden dürfen.

Wir sehen, dass die Kirche Erneuerung braucht. Oft aber lassen wir uns von äußeren Kräften, von der öffentlichen Meinung, von politischen und medialen Forderungen verunsichern; oft verlieren wir das Wesentliche aus dem Blick, weil wir unser Heil in Strukturen, Gremien und Diskussionsrunden suchen und nicht in Dir und Deiner Gegenwart.

Darum bitten wir dich: Schenke uns die Gabe des Gebets und Mut zur Stille, damit wir unter den vielen Stimmen, die uns umgeben und die aus uns selbst sprechen, die Stimme Deines Heiligen Geistes heraushören können, auf ihn allein hören und uns im Prozess der Erneuerung stets an Dir, dem lebendigen Wort, ausrichten.

Vaterunser
Gegrüßet seist du, Maria

Heilige Lucia, bitte für uns um die geistliche Erneuerung der Kirche!

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Donnerstag, 27. Januar 2022

Novene!

Hier geht es zur Novene. Wir beten um die Erneuerung der Kirche. Betet mit!

Sonntag, 5. September 2021

Hysterie

Corona. Ich bin es leid. Ich mag nicht mehr.

Letztes Jahr: Lockdown. Nichts geht mehr. Lebensmittel einkaufen schon - desinfiziert, mit Maske, mit Abstand undsoweiter. Keine Heiligen Messen, jedenfalls nicht öffentlich. Zum Verzweifeln.

Ich hatte Glück im Unglück: Als Pfarrgemeinderat durfe ich an der einen oder anderen nicht-öffentlichen Messe teilnehmen und durfte auch die Sakramente empfangen. Der Spruch vom "Beichtverbot" geisterte herum. Es ging dann trotzdem irgendwie - auf Abstand, mit Maske, in einem Besprechungsraum, wo "normalerweise" bis zu 15 Leute diskutieren könnten.

Dann kam die große Erleichterung, als die Heilige Messe wieder mit Gemeinde erlaubt war. Mit Abstand. Und im Bistum Würzburg sehr lange ohne Kommunionempfang - länger als anderswo. 

ich hoffe sehr, dass diese Hysterie irgendwann einmal vorbei ist. Ich habe es gewagt, Mundkommunion zu empfangen. Nach der Messe wurde ich dann angegiftet, das sei verboten. Ausgerechnet von der Dame, die ich (als Corona-Platzanweiser) jedes Mal vor dem Gottesdienst darauf hinweisen muss, dass sie ihre Maske anzieht. Macht sie aber nicht, jedenfalls nicht, bevor sie sitzt. "Die Leute kommen nicht mehr in die Kirche, weil Sie Mundkommunion machen." Ich glaub', ich spinne. Was macht diese Seuche nur aus den Menschen - nette alte Damen werden zu Gift und Galle speienden Furien 😞😢⁠.

Aktuell ist die "Zahl der Tyrannis" bei etwas über 20 ...

Dienstag, 12. Mai 2020

Außen

Außen an der Kirche hängt jetzt ein neues Informationsblatt:
Das ist doch deutlich sympathischer.
Und wir dürfen wieder Gottesdienste feiern. Aber nur ohne Eucharistie. Das einzige, was gestattet ist, ist eucharistische Anbetung.
Der Ministerpräsident hat Gottesdienste - auch die Heilige Messe - wieder erlaubt. Aber der Bischof, mein Bischof nicht.
Enttäuschung, Trauer, Zorn. "Christenverfolgung" würde ich es nicht nennen - aber es steht ein seltsames Eucharistie-Verständnis dahinter, wenn seine Exzellenz begründet:
"Aber genau deshalb, weil sie solch ein hohes Gut ist, ist sie auch zu schützen. Denn als Bischof geht es mir um die Bewahrung der Feiergestalt der Eucharistie. Wenn in der  Feier  der  Eucharistie  nur  der  Priester  kommuniziert,  die  anwesenden  Gläubigen aber  vom  Empfang  der  Kommunion  ausgeschlossen  sind,  legt  es  sich  nahe,  keine öffentlichen Eucharistiefeiern anzubieten."
Den Begriff "Feiergestalt" habe ich recherchiert - kannte ich nicht. Scheint auch irgendwie ziemlich selten zu sein. "Opfer", "Gedächtnis" oder "Auferstehung" kam in dem Zusammenhang nicht vor. Nur "Mahl".

Und das habe ich gefunden (Quelle):
"In der Liturgie "vollzieht sich das Werk unserer Erlösung" (Zweites Vatikanisches Konzil, Sacrosanctum Concilium, 2). Wie Christus vom Vater gesandt ist, so hat er selbst die Apostel gesandt, um die Erlösung zu verkünden und um "das von ihnen verkündete Heilswerk zu vollziehen durch Opfer und Sakrament, um die das ganze liturgische Leben kreist“ (ebd., 6)."
Die eigentliche Bedeutung ist doch: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“.

Das Opfer Christi und die daraus folgende Erlösung, die Verheißung der Auferstehung, all das fehlt. In der Christus-Biographie von Joseph Ratzinger (papa emeritus) heißt es, dass der "Mahl"-Charakter der Eucharistie schon in der Urkirche verschwand; erst mit der Reformation wieder aufgetaucht sei.

Und nun hat der Bischof verfügt, wegen des "Mahl"-Charakters nur nicht-öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen ... ich könnt' heulen. Die Regensburger Lösung, auf die Kommunionspendung zu verzichten, aber öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen, gewährt den Gläubigen die Hilfe, die sie gerade in dieser Zeit benötigen.

Ich hab' gut Reden - unsere Priester lassen mich gelegentlich an ihren nicht-öffentlichen Messen teilnehmen. Aber die meisten anderen, die nicht als Pfarrgemeinderatsmitglied ein "Repräsentant" der Gemeinde sind oder schlicht zu bescheiden sind, unsere Priester darum zu bitten - die sind außen vor.

Ich hoffe, dass Bischof Franz von Würzburg bald anders entscheidet.

Montag, 13. April 2020

Innen?

Der Himmel weint. De Aushang an der Kirchtüre ist ganz nass getropft.


Ich krieg' die Krise! "Liebe Gottesdienstbesucher*Innen"
Total falsch. Alles total falsch.
  • Gottesdienst? Ist doch alles abgesagt ... kein gemeinsamer Rosenkranz, keine Heilige Messe, kein Kreuzweg, keine Wallfahrtsandachten ... kann man also gar nicht "besuchen" und schon gar nicht feiern. Es ist zum Heulen.
  • * Stern? Seit wann ist * das Zeichen für katholisch? christlich? Nein, das richtige Zeichen ist das Kreuz.
  • Innen, Hä? Das Ganze Pamphlet ist doch ein einziger Rausschmiss. Nix "innen" - draußen sind wir, angewiesen auf "streaming", Fernseh-Gottesdienste, Notbehelfe. 
  • Das erste Wort "Liebe" ist ergo auch gelogen: liebloser als so geht's kaum.
Ergebnis: Gottesdienstbesuch-Kreuz-Außen. Und nicht mal mehr das stimmt: Seit einem Sturm im August hat dieser Kirchturm nicht mal mehr ein Kreuz, und die im Sturm zu Bruch Fensterscheiben sind mit Brettern und Klebeband notdürftig geflickt. Es ist zum Heulen, ich weine mit dem Himmel mit.

Achso, das "*Innen" nennt sich "gendergerecht" - dazu hatte sich Papst Franziskus doch erst vor einem Jahr sehr ablehnend geäußert; LINK."gender" spricht man "schänder" aus. Ja, es sind Sprach-Schänder, die diesen Sternchen-Blödsinn machen. Gibt es weltweit einen einzigen Menschen, der dadurch besser behandelt wird, wenn man die Sprache mit Sternchen und Großbuchstaben im Inneren eines Wortes verschandelt? Wie soll man so einen Mist laut lesen? Kirchenbesucher-stern-groß-innen - da möchte ich am liebsten laut schreiend wegrennen!

Ich habe es schon als Jugendliche verabscheut, wenn man mich als "Christin" bezeichnet hat. Standard-Antwort: "Nein, bin ich nicht, Kristin ist die Freundin vom Rainer, ich bin Mariechen!"  Zugegeben, das ist albern. Aber noch alberner finde ich es, wenn Apostelbriefe bewusst falsch übersetzt werden "Liebe Schwestern und Brüder" - das hat Petrus definitiv so nicht geschrieben. Nur - das werde ich so bald in dieser Kirche nicht mehr hören. Mit vier Ausrufungszeichen der Rausschmiss "bis vorerst 20. April".

Hat die bayerische Staatsregierung überhaupt das Recht "private Gebetskreise" zu untersagen? Und welcher Trampel hat das so allgemein formuliert, dass man meinen könnte, das Verbot stamme vom Pfarrer und nicht vom Ministerpräsidenten bzw. vom Bischof, der das alles abgenickt hat? Unsere Priester hätten so ein Verbot sicherlich nicht so restriktiv gehandhabt - die leiden selbst drunter. Abgesehen davon: Das Tischgebet im Kreise der Familie ist auch ein "privater Gebetskreis" - das zu "untersagen" ist absurd. Sicher müssen unsere Priester dem Bischof gehorsam sein. Und seine Exzellenz sollte Diener der Kirche sein - und die bedarf der Sakramente. Ich bin mal gespannt, wie der Bischof es unserem HERRN erklären will, dass er die Gemeinde von den Sakramenten trennt.

Nächster Satz: Soviel der Verfasser dieses "Schänder"-Plakates auch um Verständnis bittet - bittet man neuerdings mit Ausrufungszeichen? - meines bekommt er nicht.

Jetzt noch zum letzten Absatz: Natürlich sehe ich es ein, dass ich als Christ-Kreuz-Außen Verantwortung trage (nicht "habe") - aber wo bleibt die Verantwortung der bischöflichen Hirten für das Seelenheil ihrer Schäfchen? Der Metzger, wo auf 4 m² Verkaufsraum zwei Kunden stehen, ist "systemrelevant" - aber der werktägliche Rosenkranz, wo sich 10 bis 15 Personen im mehrere hundert m² großen Kirchenschiff verlieren, ist so brandgefährlich, dass man ihn unbedingt unterbinden muss, Sakramentenempfang sowieso, alles klar. Aber Hauptsache, in "inklusiver" und "gendergerechter" Sprache.

Es geht auch anders:
Danke dafür.

Sonntag, 2. Juni 2019

Missionsland Deutschland?

Unser Ort besteht aus mehreren Dörfern, die sich in zwei Pfarreiengemeinschaften aufteilen, aber mit einem gemeinsamen Pastoralteam. Das bedeutet: Reihum in den verschiedenen Dörfern ist jeweils eine Abendmesse; immer um die gleiche Uhrzeit; auch am Sonntag. Und die Seelsorger schaffen es tatsächlich, dass (fast) kein Tag ohne Messe bleibt; wofür ich sehr dankbar bin.

Dies hat dann allerdings auch zur Folge, dass hier vertretungsweise die unterschiedlichsten Priester zelebrieren; Pensionäre aus der Kreisstadt; Professoren der Hochschule St. Georgen in Frankfurt oder Priester aus anderen Pfarreiengemeinschaften. Und so kam es, dass im Laufe einer Woche gleich zwei Zelebranten mit afrikanischen Wurzeln die Messe gelesen haben. Beide in ausgezeichnetem Deutsch, mit kaum erkennbarem Akzent; der eine kam aus einem der Commonwealth-Staaten, der andere aus einem ehemals französischen Land.

Einerseits finde ich es beeindruckend, Weltkirche so nah zu erleben - unser Pater im Seniorenheim hat asiatische Wurzeln - andererseits macht es mir auch Sorgen: Werden diese Priester nicht in ihren Heimatländern gebraucht, wo die Anzal der Katholiken pro Priester viel größer ist als hier? Ich kenne die einzelnen Biographien nicht: Es kann natürlich sei, dass diese Priester zur Ausbildung von ihren Bischöfen nach Deutschland geschickt wurden und früher oder später wieder in ihre Heimatländer zurückkehren.

Wichtig finde ich auch, dass diese Priester aus anderen Kontinenten uns ganz andere Perspektiven nahebringen: Die Probleme in der Weltkirche sind nicht die Probleme, die man hier in Deutschland für wichtig hält. Beispielsweise stellt "renovabis" Bildung in den Fokus der Pfingstaktion: Das Leitwort  lautet "Lernen ist Leben - Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!".

Da sehe ich hier, im Westen Europas, ebenfalls einen großen Bedarf. Das Glaubenswissen ist weitgehend verdunstet. Traurig. Vieles, was meinen Großeltern (geboren 1888, 1904 und 1906) und meinem Vater (Jahrgang 1933) völlig selbstverständlich und gelebte Glaubenspraxis war (z. B. Psalmen oder das Angelus-Gebet), eigne ich mir jetzt erst nach und nach an - zu einem Zeitpunkt, wo meine Kinder bereits erwachsen sind. Nochmal: Traurig.

Montag, 20. Mai 2019

Christus in die Mitte

Im Bistum Aachen gibt es eine neue Initaitive: Christus in die Mitte.

So ewas sollte es in allen Bistümern geben!

Mittwoch, 8. Mai 2019

Mittwoch im Krankenhaus

war - wie jeden Mittwoch - die Abendmesse. Nachdem die gestrige (Apg7, 51 – 8, 1a und auch die heutige ( Apg 8, 1b-8) Lesung das Martyrium des Hl. Stefan beschreiben, ging es in den einführenden Gedanken zur Messe auch um Christenverfolgung.

Sehr schön fand ich, dass in den Fürbitten auch für die Verfolger und ihre Bekehrung gebetet wurde.

Zur "Woche für das Leben" sind einige wertvolle Gedanken auf Ciceros (Peter Winnemöllers) Blog "katholon" nachzulesen.

Freitag, 3. Mai 2019

noli me tangere

Wir wurden - als Teilnehmer an einem Volkshochschulkurs - darauf hingewiesen, dass es in meiner Geburtsstadt jetzt eine Tizian-Ausstellung gibt. Für uns kulturell interessierte Menschen sollte in dem Zusammenhang dann auch ein Kursabend für den Austausch und die Diskussion über Tizian bzw. über die Ausstellung stattfinden - also heute.

Ein Kurskollege widmete sein Kurzreferat der Entwicklung von Tizian als Maler - die frühen Bilder sind viel farbiger, als das Spätwerk. Ein anderer hatte sich das Reiter-Bildnis von Karl V. vorgenommen und ging auf dessen Wirken ein - sein Reich, "in dem die Sonne niemals untergeht" und stellte die gewagte These auf, dass dieser Kaiser letztendlich für den "sacco di Roma" und den 30-jährigen Krieg mit verantwortlich sei.

Und "das Mariechen" (your's sincerely) wählte sich Tizians frühes (ca. 1514) Werk "noli me tangere" (Quelle):


(what did you expect?). Natürlich muss zur Erklärung des Bildes erst einmal das Osterevangelium nach Johanes erzählt werden. Und danach gibt es die "Einrahmung" durch zwei andere Werke zum selben Thema:  Ein Fresco von Fra Angelico (Quelle) von ca. 1440 und ein Ölgemälde von Alexander Andrejewitsch Iwanow (Quelle) von 1835.
Die Ikonographie der Maria ist recht ähnlich: Rotes Gewand, weißer Schleier und offene Haare (die sie als Prostituierte kennzeichnen). Bei Tizian allerdings ist der Herr mehr oder weniger unbekleidet (im Gegensatz zu den meisten anderen Darstellungen). er steht links von Maria und wendet sich ihr zu, beugt sich zu der Knieenden hinunter. In den meisten anderen Darstellungen ist er bereits himmelwärts unterwegs und wendet nur den Blick zu Maria zurück. Diese Zuwendung - das gefällt mir besonders an dem Bild.

Was mich erschreckt hat: Die Kommentare der anderen Kursteilnehmer. Ich hatte erwartet, dass das Osterevangelium allgemein bekannt ist, dass die Kurskollegen wissen, wer Maria Magdalena ist - und stieß auf tiefe Ahnungslosigkeit. Gut, der Kurs findet nicht in meinem Bistum Würzburg statt, sondern in der hessischen Diaspora, jenseits der Landesgrenze. Aber auch dort - bei evangelischen Mitchristen - hätte ich etwas mehr Bibelkenntnis erwartet. Christliches Deutschland? Anscheinend eher nicht ...

Mittwoch, 1. Mai 2019

Die Diskussion um den Zölibat ...

tobt grad' mal wieder auf facebook. Hieraus:

Und: Es gibt sie, die Wahlfreiheit. Meine Cousine hat lange Jahre am Frankfurter Flughafen beim Bodenpersonal gearbeitet, als "Rotkäppchen". Sie musste also bei der Arbeit eine ziemlich merkwürdig aussehende rote Kappe tragen. Wenn sie das nicht gewollt hätte, hätte sie die Wahl gehabt, bei einem anderen Luftfahrtunternehmen zu arbeiten. Beim kirchlichen Bodenpersonal ist es genauso: Wem der Zölibat nicht passt, kann bei einem anderen "Himmelfahrtsunternehmen" 😉 anheuern, sei es orthodox, koptisch, oder evangelisch ...

Sonntag, 28. April 2019

abundantia ...

Eine Vielfalt an möglichen Predigten für den Weißen Sonntag: 2 Lesungen, Evangelium,  Sonntag der Barmherzigkeit, Gedenktag der Hl. Gianna Beretta Molla und anderer Heiliger: Da kommt man auf fünf oder mehr mögliche Themen und der Prediger hat die Qual der Wahl.

Bei uns im Dorf war keine Erstkommunion, wegen Vorabendmesse, aber im Nachbarort. Vielleicht gerade deswegen ging es in einem Schwerpunkt der Predigt um die Eucharistie.

Was bedeutet es, wenn man die Kommunion empfängt? Es ist ein Bekenntnis zu Christi Tod und Auferstehung, zu Gottes Gegenwart im Sakrament, ein "Ja" zur Kirche und zum Papst, ein "Ja" zu allem, was wir im Credo bekennen. Und ein Zeichen von Gottes großer Barmherzigkeit.

Die Predigt ging noch weiter, mit vielen wunderbaren Gedanken und Denkanstößen ... aber nicht hier.

Deo gratias. Danke für solche Priester, die so predigen können und die Eucharistie würdig und mit Hingabe feiern.

Sonntag, 7. April 2019

Predigt

Heute hatten wir als "Vikarsvertreter" einen Ordensmann. Ich bin sehr froh darüber, dass unser Pfarrer es schafft, für (fast) jede Heilige Messe in unserer Pfarreiengemeinschaft einen Priester zu finden. Pensionäre aus der Umgebung, aus dem benachbarten Bundesland (! - da ist Diaspora - !) und manchmal auch Ordenspriester.

Manche predigen wunderbar - andere nicht so. Das heutige Evangelium: Die (verhinderte) Steinigung der Ehebrecherin; Joh 8, 1-11.

Erstes Thema: Mobbing. Auch heute noch werden Ehebrecherinnen gemobbt, Ehebrecher nicht so. Sorry, aber diese Auffassung ist weltfremd. Und wenn die Ehebrecherin "in flagranti" ertappt wurde, dann müsste auch ein Mann dabei gewesen sein - nach den Gesetzen des Mose müsste auch der gesteinigt werden. Diskriminierung - huh - böse, böse. Ich bezweifle heftig, dass das die Botschaft des Evangelisten sein sollte.

Dann kam das Thema auf den reichen Nachbarn, dem man das dicke Auto,  das große Haus und die Frau neidet - nur, dass in der Sparkassenwerbung, die hier angeblich zitiert wurde, ganz bestimmt keine Frau vorkam. Nun ja, und weil der Nachbar "reich" ist, ist er automatisch kriminell, ein Steuerhinterzieher und Betrüger - zwingende Logik. Und wenn dann die Steuerfahndung kommt, freut man sich, weil er seine gerechte Strafe bekommt, nicht wahr? Oder ist es nicht doch Schadenfreude? So wie bei der zu steinigenden Ehebrecherin? Ja, genau, Schadenfreude, das war hier die "logische" Verbindung zum Evangelium. Geht's noch?


Dann die Steiniger: Bitte möglichst spitze Steine, das fördert die Sensationsgier. Äh - nein. Für Schmerzen oder die tödliche Folge ist es völlig egal, ob die Steine spitz oder rund sind, entscheidend ist, wie schwer und wie schnell, das weiß ich als Physiker. Und das eigentlich perfide bei der Steinigung ist: Hinterher ist's keiner gewesen. Der Henker, der in früheren Jahrhunderten das Richtschwert schwang, war ein ehrloser Mann. Dem Steiniger aber kann keienr nachweisen, dass es nun ausgerechnet sein Wurf war, der das Leben beendete. Sie alle waschen ihre Hände in Unschuld und haben dem Recht Genüge getan.

Und dann habe ich bei der Predigt nicht mehr zugehört.

Die Fürbitten orientierten sich an der aktuellen Politik: Fürbitten für Organspender und Transplantationsmediziner; für das Brexit-geplagte Vereinigte uneinige Königreich; für Politiker, die den Überblick verloren haben ... . In dieser Reihe fehlten nur noch die Prediger, die frei von Sinn und Logik herumschwadronieren. Kyrie eleison.

 Übermorgen werd' ich dann diesen meinen öffentlichen Zornesausbruch in die Beichte tragen. Christe eleison.

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS