Sonntag, 6. September 2020

Mund oder Hand?

 Mal wieder facebook. Die "harmlose" Frage (ausgebesserte Rechtschreibung): 

"Mal zu einer Diskussion: Mundkommunion oder Handkommunion ? Ich persönlich bin für Mundkommunion "

führte zu mehr als einhundert Beiträgen. Zunächst mal: Das ist nichts, was durch Mehrheitsbeschluss entschieden werden kann. Hier geht‘s nicht drum, ob Schröder oder Merkel, sondern um Christus, unseren Erlöser, der sich mir, ausgerechnet mir, selber schenkt. Das muss ich also SELBER  mit meinem HERRN ausmachen, ob ich dieses Geschenk annehmen kann. Das wird nicht mehrheitlich entschieden, und eine Minderheit muss hier auch keinen „Mehrheitsbeschluss“ hinnehmen.

Dann kamen zwei (rhetorische?) Fragen in der Diskussion auf:

1. Frage: "... ist es wichtiger, Jesus zu empfangen oder die Art, wie man Ihn empfängt?"
2. Frage: "Darf man Jesus zurückweisen, weil Er auf die Hand gelegt wird und man selbst lieber die Zunge hätte?"

Beiden Fragen vermischen zweierlei: das „ob“ und das „wie“. In der aktuellen Situation (Corona, bischöfliches Dekret) ist die Entscheidung nicht "auf die Zunge oder auf die Hand", sondern "empfange ich den HERRN oder empfange ich ihn nicht?" Damit hat sich die zweite Fragestellung schon mehr oder weniger von selbst erledigt, denn das „wie“ hat bereits der Bischof entschieden: Zunge ist nicht, fertig (status quo im Bistum Würzburg). Da der Priester dem Bischof seinen Gehorsam versprochen hat, sollte man ihn gerade als gläubiger Katholik nicht zu etwas anderem drängen. Schließlich wird von ihm ja auch erwartet, dass er die Heilige Messe „rite et recte“ zelebriert und nicht die liturgische Wildsau gibt.

Im Internet kursiert (schonviel länger als Corona) so ein Bild mit einem Hippie-Struppi:

Frei übersetzt: Handkommunion gehört sich nicht. Damit macht man aber eine Frage von derartiger Tragweite - wie begegne ich dem HERRN - zu einer Frage des Benehmens, also simpler Konvention. Das sollte aber kein entscheidendes Kriterium sein. Für mich war die Entscheidung für die Mundkommunion zum einen aus Ehrfurcht vor dem HERRN, zum anderen auch aus einem Gefühl kindlicher Demut heraus - mein Schöpfer will zu mir!

Die Frage „Mundkommunion ja oder nein“ zu Corona-Zeiten lässt    je nach Kontext auch eine gewisse Hybris, ein Pharisäertum vermuten "schaut her, wie fromm ich bin, ich möchte Mundkommunion!" - vor allem dann, wenn es auch noch mit einem gewissen missionarischen bzw. fast schon diktatorischen Impetus vorgetragen wird. Denn das „wie“ ist ja bereits entschieden, die Frage kann jetzt nur noch das „ob“ sein.

Wenn meine Freundin mit einem liebevoll dekorierten Weihnachtspäckchen vorbei käme, wenn ich gerade bis zu den Ellenbogen im Schlamm stecke und die Hände voller Unkraut habe, dann fasse ich das Päckchen erstmal nicht an, sondern wasche mir die Dreckspfoten, bevor ich alles ruiniere. „Wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht.“  heißt es. Wenn also erst einmal ein seelischer Hausputz, eine Beichte geboten ist, dann sollte ich besser nicht kommunizieren.

Es gibt also auch gute Gründe, den HERRN gar nicht zu empfangen:
a) ich müsste erst mal beichten
b) ich bin nicht nüchtern
c) Zöliakie (weswegen Schwiegermama nur alle 14 Tage kommunizieren konnte, da gab es eine Werktagsmesse, wo ihr die Kelchkommunion gereicht wurde)
d) der Kommunionhelfer/Diakon/Zelebrant nimmt die Abdeckung vom Hostienkelch, sobald er aus dem Tabernakel kommt oder auf dem Altar steht. Ich bin Risikogruppe und weiß, dass es sowas wie Tröpfcheninfektion gibt.

Klarer Fall:Hybris oder Bockig-sein „ich will aber“ (was ein wenig in der obigen Fragestellung anklingt), ist sicher kein belastbarer Grund. Anders sieht es wohl bei den Besuchern der Messe im tridentinischen Ritus aus, die keine Handkommunion vorsieht. Diese Menschen bleibt nur die Möglichkeit der geistigen Kommunion oder „Augenkommunion“, wie wir es früher genannt haben.
Und da stellt sich mir dann wirklich die Frage: Ist es denn wirklich eine Zurückweisung des HERRN, wenn man ihn nur geistigerweise empfangen darf? Für mich persönlich stellt sich diese Frage nicht, ich habe noch nie an einer tridentinischen Messe teilgenommen. Allerdings würde ich diese Fragestellung nicht unter Hybris oder bockig-Sein einordnen. Dies Form der heiligen Messe ist ja definitiv erlaubt - und dazu gehört auch der Kommunionempfang - normalerweise.

Meine persönliche Entscheidung ist gefallen. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob es die richtige ist, denn von beiden Seiten gibt es viel zu viele schlechte Argumente. facebook halt 🥺.



Freitag, 7. August 2020

Corona regt mich auf - aber sowas von!

 Ich geb's ja zu, ich bin auf "facebook" unterwegs - manchmal etwas mehr, als gut wäre. Und dann kommen liebe Menschen mit saublöden Texten daher, die sie irgendwo kopiert haben.

ICH MACHE MIT!

ich nicht.

Wenn ich eine Maske in der Öffentlichkeit trage möchte ich, dass Du folgendes weißt.

Falsch. Ich trage eine Maske. Und es ist mir schnurz-egal, ob Sie etwas darüber wissen oder denken.

🔵 Ich bin gebildet genug, um zu wissen, dass ich asymptomatisch sein könnte und dir trotzdem das Virus geben kann

Ob ich gebildet bin? Will doch keiner wissen.Viren werden übrigens nicht „gegeben“, sondern „übertragen“.

🔵 Nein, ich ′′ lebe nicht in Angst ′′ vor dem Virus; ich möchte nur Teil der Lösung sein, nicht das Problem.

Doch, ich finde das Virus beängstigend. Deswegen bin ich vorsichtig, damit ICH keine Probleme damit bekomme. Damit ich meine "Risikogruppe"-Angehörigen nicht infiziere.

🔵 Ich habe nicht das Gefühl, dass die Regierung mich kontrolliert; Ich habe das Gefühl, dass ich als Erwachsener etwas zur Gesellschaft beitragen kann.

Meine „Gefühle“ gehen Fremde nichts an. Und Ihnen unterstelle ich auch keine „Gefühle“. Erwachsen? Nein, ich bin manchmal ein fürchterlicher Kindskopf.

🔵 Die Welt dreht sich nicht um mich. Es geht nicht nur um mich.

Welt? Nicht mein Ziel. MIR geht es vorrangig um MICH, meine Gesundheit und die meiner Lieben.

🔵 Wenn wir alle mit Rücksicht auf andere Menschen leben könnten, wäre diese Welt ein viel besserer Ort.

Oberlehrerhaftes, unrealistisches Geschwätz von "Weltverbesserern".

🔵 Das Tragen einer Maske macht mich nicht schwach, ängstlich, dumm oder gar ′′ kontrolliert." Das macht mich rücksichtsvoll.

Quatsch. Das Tragen einer Maske hat auf mein Wesen oder meinen Charakter keinen Einfluss. Null.
Und vor Corona - ohne Maske - waren Sie da wirklich immer rücksichtslos? Pfui! 

Auf den restlichen Kram gehe ich nicht ein. Es zieht mich bloß runter. Ich bin ohnehin nur traurig, dass

  • ich nicht in Urlaub fahren kann wie ursprünglich geplant
  • Kinder nicht wie sonst unbefangen miteinander spielen und lernen können
  • mein Leben ziemlich durcheinander gewürfelt ist
  • der Sakramentenempfang ziemlich umständlich ist - immerhin, es gibt wieder Heilige Messen.

Ich weiß, dass ich auf ziemlich hohem Niveau jammere - anderen geht es viel schlechter. Aber darauf habe ich keinen Einfluss, außer durch Gebet.

Novene zur Hl. Corona, der Schutzpatronin gegen Seuchen.

Laudes: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Vesper: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Komplet: O Dio, vieni a salvarmi. Signore vieni presto in mio aiuto.

Das Stundengebet hilft mir schon, indem es meinen Tag strukturiert, mich auf andere Gedanken bringt. Viele der Psalmen sind ein einziger Hilfeschrei - aber aus ihnen spricht auch ein unglaublich großes Gottvertrauen, das auch mich mittragen kann.

Wobei - zum Thema "Beten" und "Gebet" bastle ich gerade an einem anderen Text, mal schauen, ob der es auch bis zur Veröffentlichung schafft.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Nicht Beten ist auch keine Lösung

„Wenn du betest, lass dich ganz und gar auf Gott ein. Lass dich von nichts ablenken.“ Das klingt erst mal gut. Aber wann bete ich eigentlich? Wo? Bei welcher Gelegenheit? Bettkante, beim Aufstehen, Kreuzzeichen, „Herr, stehe mir heute bei“. Gut, das passt. Heilige Messe: passt (meist) auch. Aber dann: beim Autofahren, beim Schwimmen, das Stoßgebet bei der Arbeit „Herr schmeiß Hirn vom Himmel!“ - da sind die Gedanken durchaus noch bei anderen Dingen als beim Gebet. Zum Beispiel beim Gegenverkehr oder bei anderen Schwimmern, die einem gerade ich die Quere kommen könnten.

 Was bleibt denn da noch an Gebet? Selbst das Tischgebet trägt die „Ablenkung“ - Essen - schon in sich: „Herr, wir kommen zu dem Essen, lass uns nimmer mehr vergessen, dass wir alle diese Gaben Deiner Lieb zu danken haben!“. Nur und ausschließlich zu beten, wenn die Welt ansonsten ausgeblendet werden kann, führt letzten Endes dazu, dass kaum noch Zeit zum Beten bleibt.

Nicht Beten ist keine Lösung. Das macht mich unglücklich. „Mache deinen Alltag zum Gebet! Tu deine Arbeit so, dass sie wie Weihrauch zum Herrn aufsteigen kann.“ Das wäre ein Weg. Kein einfacher: „Himmel hilf!“

Dienstag, 9. Juni 2020

Schwierige Zeiten

Fronleichnamsprozessionen sind verboten. In unserem Dorf wird es daher einen Segensgang mit dem Allerheiligsten geben, mit einem Eucharistischen Segen im "oberen Ortsteil" und einem im "unteren Ortsteil". Der Diakon mit dem HERRN und zwei Ministranten (Geschwister) mit ihren Eltern.
Das ist wenig - traurig - aber besser als Nichts. Und es ist verantwortungsvoll. Manche unserer treuesten Gottesdienstbesucher können weder mit "Maske" noch mit "social distance" umgehen, gerade beim Singen oder Beten in der Messe wird die Maske heruntergenommen. Spricht man sie nach der Messe darauf an, sind sie "taub" - es hat keinen Effekt. Auch mahnende Worte des Zelebranten nutzen nichts.

Schön finde ich dann solche Ideen, wie sie hier auf der Internet-Präsenz unseres Bistums vorgestellt werden (Quelle):
"ab dem Fronleichnamstag am Donnerstag, 11. Juni, bis einschließlich Sonntag, 14. Juni, werden in ganz Lengfeld Impulszettel mit spirituellen Texten, kleinen Geschichten und Denkanstößen hängen. Bislang sind nahezu 180 Stationen im Ort geplant. Erkennbar sind sie an gelb-weißen Fähnchen. Rund um die Kirche Sankt Lioba und das Ökumenische Zentrum wird es auch Stationen speziell für Familien mit Kindern geben."
Allerdings finde ich denSchlusssatz einfach nur doof (wenn ich nicht Synkretismus unterstelle):
"Die Menschen sind zudem eingeladen, [...] aus Blüten und Naturmaterialien Mandala auf dem Gehweg zu gestalten."
Ein Mandala ist ein buddhistisches Meditationsbild. Gemeint war vermutlich eher sowas:

Dienstag, 12. Mai 2020

Außen

Außen an der Kirche hängt jetzt ein neues Informationsblatt:
Das ist doch deutlich sympathischer.
Und wir dürfen wieder Gottesdienste feiern. Aber nur ohne Eucharistie. Das einzige, was gestattet ist, ist eucharistische Anbetung.
Der Ministerpräsident hat Gottesdienste - auch die Heilige Messe - wieder erlaubt. Aber der Bischof, mein Bischof nicht.
Enttäuschung, Trauer, Zorn. "Christenverfolgung" würde ich es nicht nennen - aber es steht ein seltsames Eucharistie-Verständnis dahinter, wenn seine Exzellenz begründet:
"Aber genau deshalb, weil sie solch ein hohes Gut ist, ist sie auch zu schützen. Denn als Bischof geht es mir um die Bewahrung der Feiergestalt der Eucharistie. Wenn in der  Feier  der  Eucharistie  nur  der  Priester  kommuniziert,  die  anwesenden  Gläubigen aber  vom  Empfang  der  Kommunion  ausgeschlossen  sind,  legt  es  sich  nahe,  keine öffentlichen Eucharistiefeiern anzubieten."
Den Begriff "Feiergestalt" habe ich recherchiert - kannte ich nicht. Scheint auch irgendwie ziemlich selten zu sein. "Opfer", "Gedächtnis" oder "Auferstehung" kam in dem Zusammenhang nicht vor. Nur "Mahl".

Und das habe ich gefunden (Quelle):
"In der Liturgie "vollzieht sich das Werk unserer Erlösung" (Zweites Vatikanisches Konzil, Sacrosanctum Concilium, 2). Wie Christus vom Vater gesandt ist, so hat er selbst die Apostel gesandt, um die Erlösung zu verkünden und um "das von ihnen verkündete Heilswerk zu vollziehen durch Opfer und Sakrament, um die das ganze liturgische Leben kreist“ (ebd., 6)."
Die eigentliche Bedeutung ist doch: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“.

Das Opfer Christi und die daraus folgende Erlösung, die Verheißung der Auferstehung, all das fehlt. In der Christus-Biographie von Joseph Ratzinger (papa emeritus) heißt es, dass der "Mahl"-Charakter der Eucharistie schon in der Urkirche verschwand; erst mit der Reformation wieder aufgetaucht sei.

Und nun hat der Bischof verfügt, wegen des "Mahl"-Charakters nur nicht-öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen ... ich könnt' heulen. Die Regensburger Lösung, auf die Kommunionspendung zu verzichten, aber öffentliche Eucharistiefeiern zuzulassen, gewährt den Gläubigen die Hilfe, die sie gerade in dieser Zeit benötigen.

Ich hab' gut Reden - unsere Priester lassen mich gelegentlich an ihren nicht-öffentlichen Messen teilnehmen. Aber die meisten anderen, die nicht als Pfarrgemeinderatsmitglied ein "Repräsentant" der Gemeinde sind oder schlicht zu bescheiden sind, unsere Priester darum zu bitten - die sind außen vor.

Ich hoffe, dass Bischof Franz von Würzburg bald anders entscheidet.

Montag, 13. April 2020

Innen?

Der Himmel weint. De Aushang an der Kirchtüre ist ganz nass getropft.


Ich krieg' die Krise! "Liebe Gottesdienstbesucher*Innen"
Total falsch. Alles total falsch.
  • Gottesdienst? Ist doch alles abgesagt ... kein gemeinsamer Rosenkranz, keine Heilige Messe, kein Kreuzweg, keine Wallfahrtsandachten ... kann man also gar nicht "besuchen" und schon gar nicht feiern. Es ist zum Heulen.
  • * Stern? Seit wann ist * das Zeichen für katholisch? christlich? Nein, das richtige Zeichen ist das Kreuz.
  • Innen, Hä? Das Ganze Pamphlet ist doch ein einziger Rausschmiss. Nix "innen" - draußen sind wir, angewiesen auf "streaming", Fernseh-Gottesdienste, Notbehelfe. 
  • Das erste Wort "Liebe" ist ergo auch gelogen: liebloser als so geht's kaum.
Ergebnis: Gottesdienstbesuch-Kreuz-Außen. Und nicht mal mehr das stimmt: Seit einem Sturm im August hat dieser Kirchturm nicht mal mehr ein Kreuz, und die im Sturm zu Bruch Fensterscheiben sind mit Brettern und Klebeband notdürftig geflickt. Es ist zum Heulen, ich weine mit dem Himmel mit.

Achso, das "*Innen" nennt sich "gendergerecht" - dazu hatte sich Papst Franziskus doch erst vor einem Jahr sehr ablehnend geäußert; LINK."gender" spricht man "schänder" aus. Ja, es sind Sprach-Schänder, die diesen Sternchen-Blödsinn machen. Gibt es weltweit einen einzigen Menschen, der dadurch besser behandelt wird, wenn man die Sprache mit Sternchen und Großbuchstaben im Inneren eines Wortes verschandelt? Wie soll man so einen Mist laut lesen? Kirchenbesucher-stern-groß-innen - da möchte ich am liebsten laut schreiend wegrennen!

Ich habe es schon als Jugendliche verabscheut, wenn man mich als "Christin" bezeichnet hat. Standard-Antwort: "Nein, bin ich nicht, Kristin ist die Freundin vom Rainer, ich bin Mariechen!"  Zugegeben, das ist albern. Aber noch alberner finde ich es, wenn Apostelbriefe bewusst falsch übersetzt werden "Liebe Schwestern und Brüder" - das hat Petrus definitiv so nicht geschrieben. Nur - das werde ich so bald in dieser Kirche nicht mehr hören. Mit vier Ausrufungszeichen der Rausschmiss "bis vorerst 20. April".

Hat die bayerische Staatsregierung überhaupt das Recht "private Gebetskreise" zu untersagen? Und welcher Trampel hat das so allgemein formuliert, dass man meinen könnte, das Verbot stamme vom Pfarrer und nicht vom Ministerpräsidenten bzw. vom Bischof, der das alles abgenickt hat? Unsere Priester hätten so ein Verbot sicherlich nicht so restriktiv gehandhabt - die leiden selbst drunter. Abgesehen davon: Das Tischgebet im Kreise der Familie ist auch ein "privater Gebetskreis" - das zu "untersagen" ist absurd. Sicher müssen unsere Priester dem Bischof gehorsam sein. Und seine Exzellenz sollte Diener der Kirche sein - und die bedarf der Sakramente. Ich bin mal gespannt, wie der Bischof es unserem HERRN erklären will, dass er die Gemeinde von den Sakramenten trennt.

Nächster Satz: Soviel der Verfasser dieses "Schänder"-Plakates auch um Verständnis bittet - bittet man neuerdings mit Ausrufungszeichen? - meines bekommt er nicht.

Jetzt noch zum letzten Absatz: Natürlich sehe ich es ein, dass ich als Christ-Kreuz-Außen Verantwortung trage (nicht "habe") - aber wo bleibt die Verantwortung der bischöflichen Hirten für das Seelenheil ihrer Schäfchen? Der Metzger, wo auf 4 m² Verkaufsraum zwei Kunden stehen, ist "systemrelevant" - aber der werktägliche Rosenkranz, wo sich 10 bis 15 Personen im mehrere hundert m² großen Kirchenschiff verlieren, ist so brandgefährlich, dass man ihn unbedingt unterbinden muss, Sakramentenempfang sowieso, alles klar. Aber Hauptsache, in "inklusiver" und "gendergerechter" Sprache.

Es geht auch anders:
Danke dafür.

Mittwoch, 18. März 2020

Heilige Messen in Corona-Zeiten

Domradio: LINK
Duomo di Udine: LINK
Messe am Sonntag um 10:00 Uhr aus meinem Bistum (Würzburg) auf youtube: LINK
Internetseite des Vatikan mit Lifestream  (deutsch): LINK
Liefestream Direktlink (italienisch): LINK

EWTN: LINK
Und noch eine Liste:  LINK
Hinweise zur Tridentinischen Messe: LINK
(ergänzt am 28.03.) 

Samstag, 15. Februar 2020

Heute: Der Gedenktag der 21 koptischen Märtyrer

Enthauptet in Libyen von den Mördern des daesh. Bittet für uns!

Mittwoch, 1. Januar 2020

Jahresheiliger

Eben habe ich meinen Jahresheiligen gezogen:


Der gefällt mir. Eine gute Aktion von "Kirche in Not".

2020

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Trotzdem - dieses Jahr gibt es einige bei mir:
  • Das Stundengebet regelmäßiger beten
  • weniger Prokrastination
  • mich nicht provozieren lassen
  • den (im Mittel) täglichen Rosenkranz für den Frieden
Eigentlich wollte ich täglich den Rosenkranz beten, aber es gibt Tage, da kriege ich es nicht auf die Reihe. Das liegt auch manchmal an mir. Aber dann soll es anderentags auch einer mehr werden. Mal schaun ...

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Vor dem Altar

Vor dem Altar stand gestern noch ein Sarg - heute die Krippe.
Thema der Predigt in beiden Messen: Gott wird Mensch, damit wir im Tod nicht verloren sind.

- ein tröstlicher Gedanke. Requiescat in pace!

Montag, 19. August 2019

Feuer auf die Erde

Sonntagspredigt zum Evangelium
 Lk 12, 49–53

Das Feuer, das Christus auf die Erde werfen will, sei der Heilige Geist - nichts anderes. Da habe ich so meine Zweifel.Er sorgt jedenfalls nicht dafür, dass ich mit meiner Schwiegermutter uneins wäre - aber die Voraussetzung "in einer Familie" zu leben, ist ja auch nicht gegeben. In der Regel trennen uns ca. 400 km.

Wenn ich mir andererseits diese Predigt anschaue, könnte der hiesige Pfarrer das, was er gesagt hat, genau so gemeint haben. Ich werde noch mal drüber nachdenken.
Duomo, San Vito al Tagliamento

Donnerstag, 1. August 2019

Samstag, 20. Juli 2019

Orte des Gebets

Der See.
Ein Fisch, ein ziemlich großer. ἰχθύς - das steht für

ΙΗΣΟΥΣIēsoûs  „Jesus“
ΧΡΙΣΤΟΣChristós „der Gesalbte“
ΘΕΟΥTheoû  „Gottes“
ΥΙΟΣHyiós  „Sohn“
ΣΩΤΗΡSōtér  „Retter“/„Erlöser“ 


Rettung - Erlösung. In Christus. Wo sonst?



Symbol der Auferstehung.

Montag, 15. Juli 2019

In Notre Dame de Paris

wird wieder die Heilige Messe gefeiert!

Dienstag, 25. Juni 2019

Hochfest!

Johannes der Täufer.
Mit Gloria, Weihrauch, Predigt und allem drumrum. Hat gut getan.

Samstag, 15. Juni 2019

Pellegrinaggio

Kreuz an der Via Francigena - alle Wege führen nach Rom.

Donnerstag, 13. Juni 2019

San Antonio

Lucca:
Eine schöne Predigt zum heiligen Antonius - es gab nicht das Evangelum vom Tage, sondern das, wo Jesus seine Jünger immer zu zweit aussendet. Jesus sagt ihnen nicht, was sie sagen sollen, sondern wie sie sich verhalten sollen. Das wahre Christ-Sein und die echte Christus-Nachfolge erschöpft sich nicht in Worten, sondern ist an den Taten zu erkennen. Auch die sieben Gaben des Heiligen Geistes beziehen sich auf das Verhalten - nicht auf Worte.

Und am Ende gab es "pane beneficato di San Antonio" - gesegnetes Brot. eine Sitte, die in Italien wohl recht verbreitet ist.

Montag, 10. Juni 2019

Pfingsten in Italien

Messe in S. Teresa - "Santa Teresina", wie die Einheimischen sagen.
Eine tolle Akustik, ein sehr engagierter Chor. Und eine Predigt, von der ich leider nicht allzuviel verstanden habe:

Jesus sendet denAposteln den Heiligen Geist, die sich versammelt haben. 50 Tage nach Ostern werden in Israel die 10 Gebote gefeiert, die das Volk auf steinernen Tafeln erhalten hat. Für die an Pfingsten neu entstehende Kirche werden diese 10 Gebote ersetzt - durch den παράκλητος - den Beistand, den Jesus versprochen hat.

Und dieser ist die Liebe zwischen Vater und Sohn.

Sonntag, 2. Juni 2019

Missionsland Deutschland?

Unser Ort besteht aus mehreren Dörfern, die sich in zwei Pfarreiengemeinschaften aufteilen, aber mit einem gemeinsamen Pastoralteam. Das bedeutet: Reihum in den verschiedenen Dörfern ist jeweils eine Abendmesse; immer um die gleiche Uhrzeit; auch am Sonntag. Und die Seelsorger schaffen es tatsächlich, dass (fast) kein Tag ohne Messe bleibt; wofür ich sehr dankbar bin.

Dies hat dann allerdings auch zur Folge, dass hier vertretungsweise die unterschiedlichsten Priester zelebrieren; Pensionäre aus der Kreisstadt; Professoren der Hochschule St. Georgen in Frankfurt oder Priester aus anderen Pfarreiengemeinschaften. Und so kam es, dass im Laufe einer Woche gleich zwei Zelebranten mit afrikanischen Wurzeln die Messe gelesen haben. Beide in ausgezeichnetem Deutsch, mit kaum erkennbarem Akzent; der eine kam aus einem der Commonwealth-Staaten, der andere aus einem ehemals französischen Land.

Einerseits finde ich es beeindruckend, Weltkirche so nah zu erleben - unser Pater im Seniorenheim hat asiatische Wurzeln - andererseits macht es mir auch Sorgen: Werden diese Priester nicht in ihren Heimatländern gebraucht, wo die Anzal der Katholiken pro Priester viel größer ist als hier? Ich kenne die einzelnen Biographien nicht: Es kann natürlich sei, dass diese Priester zur Ausbildung von ihren Bischöfen nach Deutschland geschickt wurden und früher oder später wieder in ihre Heimatländer zurückkehren.

Wichtig finde ich auch, dass diese Priester aus anderen Kontinenten uns ganz andere Perspektiven nahebringen: Die Probleme in der Weltkirche sind nicht die Probleme, die man hier in Deutschland für wichtig hält. Beispielsweise stellt "renovabis" Bildung in den Fokus der Pfingstaktion: Das Leitwort  lautet "Lernen ist Leben - Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!".

Da sehe ich hier, im Westen Europas, ebenfalls einen großen Bedarf. Das Glaubenswissen ist weitgehend verdunstet. Traurig. Vieles, was meinen Großeltern (geboren 1888, 1904 und 1906) und meinem Vater (Jahrgang 1933) völlig selbstverständlich und gelebte Glaubenspraxis war (z. B. Psalmen oder das Angelus-Gebet), eigne ich mir jetzt erst nach und nach an - zu einem Zeitpunkt, wo meine Kinder bereits erwachsen sind. Nochmal: Traurig.

FÜSSCHEN-KAMPAGNE: MARSCH FÜR DAS LEBEN FÜSSCHEN 10 WOCHEN NACH DER EMPFÄNGNIS