Die heutige Form der Handkommunion kann und darf nicht als Wiedereinführung angesehen werden. Das ist so nicht richtig.
Wiedereinführungen in der Kirche sind kein Zeichen der Erneuerung und passieren eher selten bis nie. Es geht nach vorne und nicht nach hinten. Die Kirche will sich vervollkommnen.
Die Handkommunion wurde nicht vom Konzil gewollt und die Mundkommunion wurde nie offiziell abgeschafft. Sie ist de facto auch heute noch die einzige ordentliche Form in der Hl. Messe des a.o. Ritus und in der Hl. Messe des o. Ritus.
Die Form der Handkommunion bei den Urchristen (worauf viele gutmeinende Menschen verweisen) war eine ganz andere, als die heutige Form. Die Hostie wurde den Gläubigen zwar auf die Hand gegeben, aber sie haben diese nicht mit den Fingern ergriffen, sondern mit der Zunge von der Hand aufgenommen. Die Mundkommunion entwickelte sich schließlich aus dieser Form heraus, weil man sie für andächtiger und würdiger hielt und weil letztendlich alle Reformen der Kirche nur zur größeren Ehre des Herrn dienen und nicht zur Vereinfachung. Fakt ist, dass die Hostie auch damals schon auf der Zunge landete, und nicht primär IN der Hand. Da wurde sie nur drauf gelegt. Eine Verbesserung dieser Form kann also nur die Mundkommunion und nicht die heutige Handkommunion sein.
Frauen mussten damals sogar ein Tuch (ein Corporale) auf die Hand legen, um darauf den Herrn Platz zu geben.
Das kann man im Büchlein “Es ist der Herr” von Weihbischof Schneider nachlesen. Das ist kein Tradi-Quatsch oder eine Schmähung der Leute, die die Handkommunion empfangen. Es geht nicht um die Leute, die die Handkommunion empfangen, es geht um den Herrn und wie man ihn empfangen sollte.
Wir Katholiken feiern im Heiligen Messopfer nicht das Abendmahl 1:1 nach, sondern das am Abendmahl vorweggenommene Kreuzesopfer unseres Herrn auf Golgatha. Wir befinden uns während der Wandlung in der Heiligen Messe also nicht im Abendmahl-Saal, sondern auf Golgotha. Das ist ein sehr großer Unterschied und deswegen kann man die Handkommunion nicht unter dem Aspekt sehen: n e h m e t und esset alle davon.
Die heutige Form der Handkommunion trägt calvinistische Züge, da sie auch höchstwahrscheinlich durch Calvin inspiriert wurde.
In ihrem eigenen Blog bingt sie dasselbe Thema noch etwas ausführlicher. Aber dies hier gefällt mir besser.
Eine Sache habe ich allerdings noch nicht verstanden - vielleicht erklärt's mir jemand? Mehrfach war bei der Diskussion die Rede von einer Patene - wie hält man die als Kommunionspender? In der einen Hand den Kelch, in der anderen die Patene und mit der dritten(?) den Leib des Herrn? Hab' ich jetzt ein Brett vorm Kopf?




