Montag, 5. Januar 2015

Ein paar sehr weise Worte von Manfred Lütz:

Wir haben von unserer Geburt bis zu unserem Tod nur eine relativ kurze Zeit zu leben. Und da ist es doch schade, dass für manche Menschen gilt: Um den Tod zu vermeiden, nehmen sie sich das Leben, indem sie unwiederholbare Lebenszeit in Fitnessstudios und Wellnesseinrichtungen verbringen. Und dann liegen sie nachher auf dem Sterbebett, und es passiert nun unvermeidlich das, was sie mit all ihren Bemühungen immer vermeiden wollten. Wird sich dann nicht manch einer fragen: Hätte ich nicht mehr Zeit für meine Frau, für meine Kinder, für andere Menschen haben sollen, als immer bloß im Fitnessstudio herumzuhängen? In Wirklichkeit gilt: Wer den Tod verdrängt, verpasst das Leben. [...] Wenn Menschen aus Angst vor dem Tod nur noch mit hängender Zunge durch die Wälder rennen und ein Leben aus Verzicht und Kasteiung führen, wenn sie nur noch an sich selbst und ihre Gesundheit denken und sich kaum mehr für andere Menschen interessieren, dann wird es eiskalt in unserer Gesellschaft, denn die Gesundheitsreligion ist total egoistisch. Glücklich dagegen ist man mit anderen Menschen. So hat sich das Menschenbild zutiefst verändert. Wenn der gesunde Mensch der eigentliche Mensch ist, dann ist der kranke, vor allem der unheilbar kranke, der behinderte, ein Mensch zweiter oder dritter Klasse. Wer dagegen nicht in der Gesundheit seine Religion findet, sondern eine seriöse religiöse Grundlage hat, kann gelassener mit dem Leben und auch mit seiner Gesundheit umgehen. (Quelle) Recht hat er!

Kommentare:

  1. Nicht Gift und Galle, nur eine Erinnerung an einen ganz grossen Arzt und eine der wichtigsten Erkenntnisse, die von ihm überliefert sind.
    Schimmert da die klassische römisch-katholische Leibfeindlichkeit durch? Die war ja bis weit in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts sogar an den medizinischen Analysen der Bevölkerung (z. B. durch das Robert Koch Institut) abzulesen.
    Der katholische Teil der Bevölkerung war meist ein ganz klein wenig weniger gesund als der protestantische Anteil.
    Wobei Lütz natürlich völlig Recht hat mit seiner Warnung "Dosis facit venenum" was körperliche Fitness angeht. Aber diese klassische Erkenntnis von Paracelsus gilt auch für Glauben und Religion. Auch ein zuviel an Glauben kann "total egoistisch" sein. Und krank machen. Lütz sollte das wissen als Psychiater. Die Diagnose heisst Ecclesiogene Neurose.

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  2. Wie bitte? "klassische römisch-katholische Leibfeindlichkeit"? Das ist ein protestantisch-atheistisches Phantasieprodukt. Im Gegenteil wurden häufig die Katholiken von puritanischen Protestanten als viel zu sinnesfreudig verdammt. Und Sex ist sogar konstituierendes Element eines Sakramentes - von wegen Leibfeindlichkeit.
    Die Diagnose "Ecclesiogene Neurose" wurde in den 50-ern erfunden und wendete sich gegen den Pietismus - das ist auch nichts katholisches.

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